Eurosport - Mo 05.Mai. 10:05:00 2008
Bayern München hat durch ein torloses Unentschieden beim VfL Wolfsburg vorzeitig zum 21. Mal die deutsche Meisterschaft gewonnen. In einer über die ganze Dauer sehr schwachen Partie durften sich die Münchner bei den Gastgebern bedanken, die ihre Chancen nicht im Gäste-Tor unterbrachten.
Der FC Bayern kann damit die letzten drei Spiele der Saison zum Schaulaufen nutzen und jungen Spielern eine Chance geben. Nächste Woche geht es zu Hause gegen Arminia Bielefeld. Wolfsburg hat durch dieses Unentschieden die letzte Chance verpasst, einen UEFA-Cup-Platz zu ergattern. Die Wölfe reisen am Mittwoch zur Eintracht nach Frankfurt.
In der Euphorie des Sieges antwortete Luca Toni beim Interview nach dem Spiel erstmals sogar auf deutsch: "Wir sind deutscher Meister." Und: "Ich bin sehr glücklich", sagte der Italiener und ließ in seiner Muttersprache folgen: "Nach der Enttäuschung von St. Petersburg ist das heute ein Fest." Jubeln konnte auch Manager Hoeneß: "Die Mannschaft hat ihre Klasse gezeigt, darauf kann man aufbauen."
Erst einmal hieß die Parole aber: "Locker bleiben, Bierchen trinken und gut Essen", wie Marcell Jansen ankündigte. Bastian Schweinsteiger riskierte derweil Kopf und Kragen, als er Vorstands- Chef Karl-Heinz Rummenigge mit Weißbier taufte: "Der wird verkauft", war die prompte Antwort. "Und das wird morgen im Aufsichtsrat beschlossen", sagte Beckenbauer im Premiere-Studio.
30.000 Zuschauer in der ausverkauften Volkswagen Arena sahen eine Partie, die nicht in Schwung kam. Die Bayern fanden nach der Blamage gegen Zenit St. Petersburg wieder nicht ins Spiel und tat sich durch Fehlpässen und Unzulänglichkeiten hervor. Wolfsburg war die spielbestimmende Mannschaft und hatte in Edin Dzeko bereits nach fünf Minuten eine Großchance. Der Tscheche schob den Ball aber am Tor vorbei.
Die Gastgeber machten in der Folge das Spiel, von den Gästen war nichts zu sehen. Marcelinho hatte zwei kleine Torchancen, nutze diese aber nicht: Erst scheiterte er mit einem Freistoß an Michael Rensing (19.), dann blieb sein Schuss in der Bayern-Defensive hängen (21.). Bayern probierte es nur mit langen Bällen auf Luca Toni, doch das war zu ausrechenbar und daher wurde die Wolfsburger Defensive auf diese Weise nicht vor größere Probleme gestellt.
In der Folge entwickelte sich ein schwaches Spiel, dem der Wolfsburger Stempel aufgedrückt war. Die Gastgeber hatten aber nicht die Klasse, die Überlegenheit in Tore umzumünzen.
Ottmar Hitzfeld wechselte gleich zu Beginn in Durchgang zwei und brachte Christian Lell für den enttäuschenden Marcell Jansen. Doch dem Spiel der Bayern gab auch dieser Wechsel nicht den gewünschten Antrieb. Der Einzige der sich im Münchner Spiel redlich mühte war der Italiener Toni, der sein Trefferkonto gerne aufgestockt hätte. Doch seine Mitspieler erhörten seinen Wunsch nach guten Zuspielen nicht.
Das Spiel plätscherte vor sich hin, keine Mannschaft konnte sich nennenswerte Torchancen herausspielen. Die Bayern verwalteten den Vorsprung und versuchten, mit geringem Aufwand ihren Torhüter Rensing nicht in die Bredouille zu bringen.
Schlussendlich sicherten sich die Münchner mit einer wenig meisterlichen Leistung zum 21. Mal die "häßlichste Salatschüssel der Welt".
In diesem schwachen Spiel ist es schwer den besten Spieler zu küren. Eine passable Partie machte Sascha Riether, der dem defensiven Mittelfeld der Gastgeber Halt gab.