EM 2008 - Schweizer wollen Berge versetzen

Eurosport - Sa 07.Jun. 17:43:00 2008

Los geht's: Mit den Fans im Rücken und dem Herz in der Hand gehen die Schweizer Nationalspieler heute ins EM-Eröffnungsspiel (ab 18:00 Uhr im Live-Ticker). Gegner Tschechien muss auf das kreative Herzstück im Team verzichten - kein Grund allerdings für das Brückner-Team, in Pessimismus zu verfallen.

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"Der Druck liegt ganz klar bei den Schweizern. Wir brauchen uns nicht zu verstecken", sagt Torhüter Petr Cech. "Sie müssen gewinnen, das erwartet jeder von ihnen. Es ist eine besondere Motivation zuhause zu spielen, aber eben auch ein riesiger Druck", weiß der Keeper des FC Chelsea. Obwohl dem Vize-Europameister von 1996 mit dem verletzten Tomas Rosicky und den aus dem Nationalteam zurückgetretenen Pavel Nedved und Karel Poborsky gleich drei kreative Köpfe fehlen, zählt die Mannschaft von Karel Brückner zu den Geheimtipps bei der EM.

Vor allem auf der Defensive ruhen die Hoffnungen der Tschechen. Vor Cech steht mit Zdenek Grygera (Juventus Turin), dem Ex-Hamburger Tomas Ujfalusi (AC Florenz), David Rozehnal (Lazio Rom) und Marek Jankulovski (AC Mailand) ein "italienischer Catenaccio", der die "reprezentace" zum Erfolg führen soll. "Aber wir wollen nicht nur defensiv spielen", kündigt Verteidiger Rozehnal an. "Das erste Spiel ist extrem wichtig und wir wollen unbedingt gewinnen. Natürlich ist es gut, hinten zu Null zu spielen und vorne ein Tor zu machen - dann können wir weitersehen."

Abwehr die Schweizer Achillesferse

Dass den Tschechen zum Auftakt gegen die Schweiz ein Treffer gelingt, scheint angesichts der Abwehr-Probleme bei den Eidgenossen wahrscheinlich. Patrick Müller, der beste Innenverteider der Schweiz, ist nach langwieriger Verletzung noch nicht hundertprozentig fit. Doch Alternativen hat Trainer Köbi Kuhn kaum: Mit dem unerfahrenen Johann Djourou und dem ebenfalls lange verletzten Stephane Grichting käme der Coach wohl vom Regen in die Traufe.

Dennoch denken die Eidgenossen nicht daran, sich schon vor dem Anpfiff geschlagen zu geben. "Warum sollten wir nicht auf Risiko gehen?", fragt Mittelfeldspieler Gelson Fernandes. "Natürlich dürfen wir den Tschechen nicht in die Falle tappen. Es wäre nicht klug, von Beginn an zu stürmen, um uns dann ein Konter-Tor einzufangen. Wir müssen auf den richtigen Moment warten."

"Erfolg gegen Tschechen halbe Miete"

"Sie stellen hinten einen kompakten Block, der für uns schwer zu durchdringen sein wird", glaubt auch Leverkusens Tanquillo Barnetta, der seinem Team gegen das tschechische Abwehrbollwerk nicht mehr als "eine oder zwei" Torchancen zutraut. "Doch man kann auch 1:0 gewinnen", gibt er sich zuversichtlich, dass die Eidgenossen im dritten Anlauf endlich eine EM-Endrundenpartie gewinnen können.

"Ein Erfolg gegen Tschechien wäre die halbe Miete, um ins Viertelfinale zu kommen", meint "Nati"-Kapitän Alexander Frei. Der Dortmunder gibt nicht nur die Devise für die Partie gegen Tschechien vor ("Mit Freude, Stolz und Selbstvertrauen"), sondern fordert mehr von seinem Team: "Als Kapitän ist es logisch, dass ich mich nicht mit dem Viertelfinale zufrieden geben", tönt der ehrgeizige Angreifer vor seinem 60. Länderspiel.

"Mit Herz auf dem Platz stehen"

"Wir sollten uns gar nicht so viel Druck auflasten", empfiehlt hingegen Verteidiger Müller. "Wir haben nur einmal die Chance, eine Heim-EM zu spielen und uns von unseren Fans unterstützen zu lassen. Wir wollen, dass es für alle eine große Party wird." Auf die Unterstützung der Zuschauer baut auch Vize-Kapitän Ludovic Magnin. "Ich hoffe, dass das Publikum uns über unsere Grenzen pusht. Wir müssen nicht Europameister werden, aber wir haben diesen Traum", so der Stuttgarter. Die Spieler jedenfalls werden alles daran setzen, die Erwartungen im Land nicht zu enttäuschen. "Wir werden mit Herz auf dem Platz stehen, um etwas Großartiges zu schaffen", verspricht Magnin.

Notfall-Plan, falls Kuhn ausfällt

Allerdings gehen die Eidgenossen mit einigem Ballast in die EM-Mission. Ungewiss ist, wie sich die Sorge von Nationaltrainer Jakob "Köbi" Kuhn um seine schwer erkrankte Frau Alice auf sein Team auswirken wird. Co-Trainer Michel Pont, der für seinen Chef zuletzt die PR-Arbeit machte, sprach zwar von einer "schwierigen Situation", beteuerte aber, dass die Arbeit "wie immer funktioniert".

Der Schweizer Fußball-Verband (SFV) ist mit einem "Notfallplan" auf einen etwaigen Ausfall Kuhns vorbereitet. Wie der Nationalelf-Delegierte Ernst Lämmli sagte, sei der Ablauf geklärt, sollte "etwas Unerwartetes" passieren. In diesem Fall wurde Pont das Heft in die Hand nehmen. Dass der designierte Kuhn-Nachfolger Ottmar Hitzfeld schon einspringen könnte, schloss Lämmli aus: "Ich kann garantieren, dass dies keine Option ist."

Unterstützung erhält die "Nati" beim Unternehmen EURO vom erfolgreichsten Schweizer Sportler, Tennis-Ass Roger Federer: "Ich freue mich, dass die EM endlich losgeht. Das ist ein großer Moment und Gastgeber einer EM zu sein, werde ich bestimmt nur einmal in meinem Leben erleben. Daher werden wir das richtig feiern und ich glaube fest an unsere Mannschaft. Im ersten Spiel gegen Tschechien ist auf jeden Fall ein Unentschieden drin, wenn nicht mehr. Und vielleicht schaffen wir es ja wirklich ins Finale."

Fabian Kunze / Eurosport

Kommentare 1 - 5 of 5

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  1. was für inbrunst :):):)
    liebe schweizer
    hop schwyz

    Von uwe b, am Sa 7.Jun. 14:43
  2. Die schweiz verliert 2:1 sie haben keine chane in dieser grup

    Von christianczerwinski1993, am Sa 7.Jun. 14:20
  3. ich glaube nicht, dass die schweiz stark genug ist die tschechien zu schlagen. natürlich ist im fussball mit etwas glück alles möglich.
    von günter eisenhöfer o7.o6. o8

    Von guenter.eisenhoefer, am Sa 7.Jun. 12:53
  4. Jetzt kann der 12 Mann zeigen zu was wir Schweizer fähig sind! Mit 90Minuten Inbrunst und Leidenschaft stecken wir Alex Frei und den Rest der Mannschaft an und somit werden wir die Tschechen klopfen!

    Von Johann J, am Sa 7.Jun. 0:16
  5. der druck ist natürlich schon groß, aber ich glaube die nati kann dem druck standhalten, die tschechien sind spielerisch einfach nicht mehr stark genug

    Von Alexander B, am Fr 6.Jun. 23:18
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