Bundesliga - Happy End nach zwei Rückschlägen

Eurosport - Mo 07.Apr. 00:41:00 2008

Dank eines Kraftakts hat der FC Bayern einen 3:1-Erfolg über Bochum gefeiert und damit die Tabellenführung ausgebaut. Nach dem Gegentor durch Mimoun Azaouagh und dem Platzverweis von Mark van Bommel waren es Lucio, Franck Ribery und Christian Lell, die das Spiel zugunsten des Rekordmeisters drehten.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Bayern-Bochum - 0

Neun Punkte trennen den Rekordmeister bei noch verbleibenden acht Spielen vom Tabellenzweiten FC Schalke 04. Trainer Ottmar Hitzfeld hatte nach der Partie nur Lob übrig für seine Elf: "Mit zehn Mann einen Rückstand aufzuholen und das Spiel zu drehen, ist eine unglaubliche Leistung." Torhüter Oliver Kahn ergänzte: "Die Mannschaft hat eine unglaubliche Moral und einen Zusammenhalt bewiesen, ich muss sagen: Hut ab."

Enttäuschung herrscht dagegen bei den Bochumern vor. Coach Marcel Koller macht die mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive für die Pleite verantwortlich: "Entscheidend wäre gewesen, auch einmal in den Strafraum zu kommen." Der VfL musste durch die Pleite in der Tabelle die Borussia aus Dortmund vorbeiziehen lassen und rangiert nunmehr auf Platz zwölf.

1. Halbzeit:

In der ausverkauften Allianz Arena begann die Partie für die Hausherren mit einer kalten Dusche. Mimoun Azaouagh brachte die Gäste dank eines Fernschusses schon nach vier Minuten in Führung. Es sollte dies die einzige Torchance für die Koller-Elf in Durchgang eins bleiben.

Anders die Hausherren: Ribery hatte vor der Pause zwei Mal den Treffer auf dem Fuß (3./16.), setzte den Ball aber jeweils alleinstehend vor Keeper Jan Lastuvka neben das Tor. Zudem scheiterte Luca Toni, der vor der Pause mehr als Vorlagengeber denn Vollstrecker glänzte, per Kopf am Schlussmann der Gäste (36.).

Nach knapp einer Stunde setzte es inmitten der stürmischen Angriffe den zweiten Rückschlag für den deutschen Rekordmeister. Mark van Bommel, der bereits verwarnt worden war, sah nach einer völlig unnötigen Grätsche im Mittelkreis zum zweiten Mal den Karton und wurde vom Platz gestellt. Die Ampelkarte hatte sich für den aggressiv agierenden Niederländer nach etlichen kleinen Nicklichkeiten zuvor bereits abgezeichnet.

Trotz numerischer Unterlegenheit spielten die Bayern daraufhin beherzt nach vorne und kamen durch Lucio zum verdienten Ausgleich (31.): Der Brasilianer stieg bei einem Freistoß am höchsten und beförderte den Ball per Kopf in die Maschen. Dies war der erste Treffer des Abwehrchefs seit Oktober 2005.

2. Halbzeit:

Nach der Pause ließen es die Münchner ruhiger angehen und zogen sich etwas zurück. Mit den Freiräumen vor allem im Mittelfeld wusste Bochum jedoch nichts anzufangen. So waren es nach einer guten Stunde wieder die Bayern, die zu gefährlichen Tormöglichkeiten kamen. Die größte Chance verpasste Toni (69.), als er einen Kopfball aus kurzer Distanz am Tor vorbeisetzte.

Unmittelbar danach ging der Tabellenführer in Front. Nach einem klaren Handspiel von Marc Pfertzel im Strafraum übernahm Franck Ribery die Verantwortung vom Elfmeterpunkt und traf zum 2:1. Nach dem Rückstand setzte Gäste-Coach Koller alles auf eine Karte und brachte zwei weitere Offensiv-Akteure, sodass in der VfL in den letzten zehn Minuten mit fünf Stürmern auf dem Platz stand. Diese überboten sich allerdings in Harmlosigkeit und brachten es in den gesamten zweiten 45 Minuten auf einen Torschuss.

Ein besseres Händchen als sein Gegenüber bewies Hitzfeld, der in der 66. Minuten Miroslav Klose für den beinahe unsichtbaren Lukas Podolski in die Partie brachte. Der Ex-Bremer brachte neuen Schwung in den Angriff der Bayern, war wesentlich gefährlicher als sein Nationalmannschaftskollege und zudem entscheidend am dritten Treffer beteiligt. Einen Pass von Toni verlängerte Klose per Hacke auf Lell, der zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit mit einem satten Schuss aus kurzer Distanz sein erstes Saisontor erzielte.

Spieler des Spiels: Lucio

Der Abwehrchef sorgte für den wichtigen Ausgleichstreffer und bildete zusammen mit Martin Demichelis ein Abwehrbollwerk, gegen das die VfL-Stürmer keinen einzigen Stich machten.

Manuel Schwarz / Eurosport