Frankfurt/Main (dpa) - Der VfL Wolfsburg fiebert dem «Endspiel» um den Einzug in den UEFA-Cup gegen den entthronten Meister VfB Stuttgart entgegen, Eintracht Frankfurt will die Saison nur noch anständig zu Ende bringen.
Nach dem 3:2-Sieg in Frankfurt, dem ersten seit über sieben Jahren, sind die «Wölfe» hungrig auf das Erreichen eines internationalen Wettbewerbes. «Wir waren die ganze Saison über weit weg von diesen Plätzen und haben es plötzlich selbst in der Hand. Wir haben die Chance, mit einem Sieg gegen Stuttgart einen big point zu landen. Es wäre auch ein Erfolg, wenn wir den UI-Cup erreichen, aber ich sage: Jetzt wollen wir in den UEFA-Cup», erklärte VfL-Trainer Felix Magath vor dem Duell mit seinem Ex-Club.
Noch vor wenigen Wochen hatte selbst Magath eine solche Entwicklung im Saison-Endspurt der Fußball-Bundesliga nicht für möglich gehalten. Doch nach dem 3:2 gegen die seit sechs Spielen sieglose Eintracht durch die Tore von Grafite (4.), Marcel Schäfer (28.) und Edin Dzeko (79.) steht dem VfL die Tür nach Europa urplötzlich offen. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf Stuttgart und den Hamburger SV, die derzeit die UEFA-Cup-Plätze belegen. «Wir wollen versuchen, aus den letzten zwei Spielen sechs Punkte zu holen. Dann werden wir sehen, was herauskommt», gab Torwart Diego Benaglio die Marschroute aus.
«Wir sind froh, dass wir in Frankfurt gewonnen und gegen den VfB nun ein Finale haben. Damit habe ich nicht gerecht. Umso mehr freuen wir uns darauf», erklärte Magath. Dass es ausgerechnet gegen seinen früheren Verein «um die Wurst geht», wie Magath sagt, spielt für ihn keine Rolle. Immerhin habe er auch die letzten beiden Gegner, Bayern München und Frankfurt, schon einmal trainiert. «Wenn das immer etwas Besonderes wäre, hätte ich ja ständig Feiertage», scherzte der gut gelaunte VfL-Coach.
Vor allem die Moral seiner Mannschaft hatte es dem 54-Jährigen angetan. «Die war fantastisch. Wenn man auswärts zweimal in Führung geht und zweimal den Ausgleich kassiert, ist die Partie eigentlich gelaufen. Aber wir sind noch einmal zurückgekommen und haben nicht zufällig das Siegtor erzielt», lobte Magath. Gegen Stuttgart hofft er auf eine ähnliche Leistung und vor allem die lautstarke Unterstützung der Fans. «Es wäre schön, wenn wir die Atmosphäre aus Frankfurt mitnehmen könnten», sagte Magath.
45 300 Zuschauer hatten ihre Eintracht immer wieder nach vorne und zum zweimaligen Ausgleich durch Ioannis Amanatidis (22./Foulelfmeter) und Markus Weissenberger (61.) getrieben. Doch am Ende standen die Hessen erneut mit leeren Händen da. «Momentan verlieren wir die Spiele, die auf der Kippe stehen und die wir vor einigen Wochen noch gewonnen haben. Das ist unbefriedigend. Aber es wird auch wieder bessere Zeiten geben. Die Jungs haben Biss und Leidenschaft gezeigt», sagte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel.
Er hofft, dass sein Team doch noch die Kurve bekommt und die zum Saisonziel von 45 Punkten fehlenden zwei Zähler in den ausstehenden Partien bei Schalke 04 und gegen den MSV Duisburg einfährt. Funkel: «Wenn wir die Spiele auch noch verlieren sollten, wäre das ärgerlich, weil damit der Gesamteindruck einer guten Saison getrübt würde.»


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