Afrika Cup - "Pharaonen" sind die Könige Afrikas

Eurosport - Mo 11.Feb. 12:07:00 2008

Rekordchampion Ägypten hat zum sechsten Mal den Afrika Cup gewonnen. Im Finale bezwangen die "Pharaonen" die vom deutschen Trainer Otto Pfister betreuten Kameruner mit 1:0 (0:0). Mohamed Aboutrika erzielte den Siegtreffer für Ägypten in der 76. Minute auf Vorlage des Hamburgers Mohamed Zidan.

FOOTBALL 2008 CAN Egypt Egipto - 0

Die Kameruner mussten sich hingegen mit Timothee Atouba (Hamburger SV ) und Joel Epallé (VfL Bochum) in ihren Reihen vor den Augen von FIFA-Präsident Joseph Blatter geschlagen geben und warten weiter auf ihren fünften Sieg beim Afrika Cup. Pfister hatte bereits 1992 mit Ghana eine Final- Niederlage beim Afrika Cup hinnehmen müssen.

1. Halbzeit:

Die Teams begannen mit gutem Offensivfußball. Samuel Eto'o hatte bei den "unbezähmbaren Löwen" die erste Möglichkeit mit einem Kopfball, der aber in letzter Sekunde von Ägyptens Verteidiger Shady Mohamed abgewehrt wurde (5.). Auch der Titelverteidiger besaß die Chance zum 1:0: Emad Moteabs Schuss wurde von Kamerun-Keeper Idriss Carlos Kameni in die Mitte abgewehrt, aber Mohamed Aboutrika konnte den Nachschuss nicht im Tor unterbringen (19.).

Im weiteren Spielverlauf erarbeiteten sich die Ägypter ein Übergewicht bei Spielanteilen und Torchancen. Die beste Gelegenheit ließ Moteab aus, der aber aus zwölf Metern Entfernung genau auf Torwart Kameni zielte (36.). Durch einige Verletzungsunterbrechungen verlor das Spiel im weiteren Verlauf mehr und mehr an Tempo, bis zur Halbzeit passierte nichts mehr. Ägypten hätte die Führung bis dato verdient gehabt, scheiterte aber an seiner ungewohnten Abschlussschwäche.

2. Halbzeit:

Die Ägypter untermauerten auch in Durchgang zwei ihren Anspruch auf den Titel. Hosni Abd Rabou scheiterte mit einem strammen Schuss aus 20 Metern an Kamerun-Schlussmann Kameni (54.) Mittelfeldmann Rabou hatte auch die nächste Möglichkeit, als Kameruns Kameni schon geschlagen war - doch sein Kopfball ging nur an den Pfosten (62.).

Die Begegnung verflachte danach immer mehr. Während sich die "unbezähmbaren Löwen" auf die Verteidigung konzentrierten, schafften es die "Pharaonen" nicht, sich entscheidend im Angriff durchzusetzen. Ausgerechnet Kameruns Kapitän Rigobert Song unterlief dann der entscheidende Fehler. Der Ex-Kölner verlor bei einem Zweikampf mit dem eingewechselten HSV-Profi Mohamed Zidan im eigenen Strafraum einen schon sicher geglaubten Ball. Zidan legte quer auf Aboutrika, der das Leder aus elf Metern im rechten Toreck unterbrachte (77.). Die Kameruner reagierten auf den späten Rückstand mit wütenden Angriffen. Mehr als eine Chance von Stephane Mbia, der Ägyptens Keeper Essam El Hadari mit einem Flachschuss aus zehn Metern prüfte, sprang jedoch nicht mehr heraus (87.).

Spieler des Spiels: Hosni Abd Rabou

Der Denker und Lenker im ägyptischen Spiel hatte gute Szenen in der Offensive. Als wichtige Stütze für die "Pharaonen" während des gesamten Turniers hätte Rabou seine Leistung fast mit einem Treffer gekrönt.

Maik Eckardt / Eurosport