Bundesliga - Spielabbruch nach Wolkenbruch

Eurosport - Sa 12.Apr. 20:45:00 2008

Novum in der Bundesliga: Nach sintflutartigen Regenfällen musste die Partie Nürnberg gegen Wolfsburg nach 45 Minuten beim Stand von 1:0 für den "Club" abgebrochen werden. Der Platz stand so unter Wasser, dass ein reguläres Spiel nicht mehr möglich war. Die Partie muss nun wiederholt werden.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Nürnberg-Wolfsburg Regen rain - 0

Novum in der Fußball-Bundesliga: Wegen starker Regenfälle ist die Partie des 1. FC Nürnberg gegen den VfL Wolfsburg vor Beginn der zweiten Halbzeit abgebrochen worden. Es ist das erste Spiel seit der Gründung der Bundesliga 1963, das wegen schlechter Wetterbedingungen nicht zu Ende gespielt werden konnte.

Entscheidung lange hinausgezögert

Der Mainzer Schiedsrichter Jochen Drees entschied nach einer Begehung des Rasens in der Pause zunächst, den Wiederanpfiff zu verschieben. Als sich die Verhältnisse nicht verbessert hatten, ließ er die Begegnung nicht wieder aufnehmen. Durch ein Tor von Iwan Saenko (35.) hatten die Nürnberger geführt.

"Wir sehen es nicht als gewährleistet, dass die Partie regulär weitergespielt werden kann. Die Entscheidung ist für uns auch schwierig", sagte Drees. Er erhielt Rückendeckung von DFB- Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell: "Das war eine Entscheidung der Vernunft." Die meisten unter den 40 000 Zuschauern quittierten den Spielabbruch mit Pfiffen. Die Nürnberger Spieler beruhigten ihre Anhänger.

Enttäuschung bei "Club"-Coach von Heesen

"Das ist für uns nicht gerade schön. Wenn wir gleich weitergespielt hätten, dann wären wir jetzt durch", meinte Thomas von Heesen, der auf seinen ersten Heimerfolg als Nürnberger Trainer gehofft hatte. Sein Wolfsburger Kollege Felix Magath meinte: "Die Bedingungen waren nicht mehr regulär. Wir hätten aber auch weitergespielt. Kein Thema."

Pünktlich zum Anpfiff hatte sintflutartiger Regen und böiger Wind eingesetzt. Binnen kurzer Zeit waren die Platzverhältnisse irregulär. Dem Zufall waren Tür und Tor geöffnet. Der Ball blieb immer wieder auf dem durchtränkten Rasen liegen. "Von einem regulären Spielverlauf war nicht mehr zu sprechen", stellte Manfred Amerell fest. Die Szenen erinnerten an das legendäre WM-Spiel 1974 der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen in Frankfurt am Main.

Weiterer Rückschlag für die Nürnberger

Für die Nürnberger endete eine ihrer schwierigsten Wochen seit langem mit einer weiteren Enttäuschung. Durch einen Sieg hätten die Franken erstmals seit vier Monaten zumindest für 19 Stunden die Abstiegsränge verlassen können. Sechs Tage zuvor waren "Club"-Fans beim Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt durch Ausschreitungen aufgefallen und hatten eine 21-minütige Spielunterbrechung provoziert. Die Nürnberger mussten 50 000 Eure Strafe bezahlen. Durch massive Sicherheitsvorkehrungen waren Vorfällen wie in Frankfurt diesmal vorgebeugt worden. Dafür spielte nun die Natur nicht mit.

Die Nürnberger begannen nach dem Sieg in Frankfurt mit breiter Brust und kamen früh zu ihrer ersten Chance, als Ivan Saenko einen Schuss aus 20 Metern knapp neben das Gehäuse setzte (4.). Doch auch die Wolfsburger begannen druckvoll und wurden schnell belohnt. Nach einem Foul von Andreas Wolf an Edin Dzeko entschied Schiedsrichter Dr. Jochen Drees korrekterweise auf Elfmeter. Marcelinho schnappte sich das Leder, scheiterte aber an FCN-Keeper Jaromir Blazek (11.). Anschließend standen nicht die Spieler im Blickpunkt, sondern die Platzverhälnisse. Durch strömenden Regen bildeten sich große Pfützen auf dem Spielfeld, die es den Spielern sehr schwer machten, den Ball unter Kontrolle zu bringen.

Torwartfehler bringt FCN-Führung

Doch der FCN trotzte den Verhältnissen und kam durch Robert Vittek zu einer dicken Chance, doch der Slowake verfehlte per Kopf knapp das Tor (27.). Zehn Minuten später durften die "Club"-Fans doch jubeln - allerdings völlig unerwartet: Nach einem harmlosen Schuss von Saenko faustete VfL-Schlussmann Diego Benaglio sich das Leder ins eigene Tor (35.). Nürnberg hatte noch zwei gute Möglichkeiten zum 2:0, scheiterte aber an den Platzverhältnissen, der es sowohl für Zvjezdan Misimovic (44.) als auch Angelos Charisteas (45.) unmöglich machte, den Ball im Tor unterzubringen.

Doch danach wurden die Verhältnisse immer schlechter und somit konnte die Partie nach der Pause nicht mehr aufgenommen werden.

Eurosport / DPA