Eurosport - So 13.Apr. 10:12:00 2008
Nach Jens Lehmanns jüngster Wut-Attacke schlägt Kontrahent Manuel Almunia zurück. "Es ist einfach unglaublich. Ich weiß, dass er mich hasst", sagte der 30-jährige Spanier dem "Guardian". Lehmanns Haltung sei ihm allerdings gleichgültig: "Er kann sagen, was er will. Er ist mir egal."
Er habe mit Lehmanns Verhalten "tagtäglich" umgehen müssen, seit dieser zum Saison-Auftakt nach zwei Patzern seinen Stammplatz verloren habe, "und sogar davor", erklärte Almunia.
Es sei Lehmann, der "ein Problem" habe, und er sehe keinen Grund, mit ihm das Gespräch zu suchen, meinte Almunia. Der Spanier stellte klar, dass das Verhältnis wohl irreparabel ist: "Die Wahrheit ist, ich möchte überhaupt nicht mit ihm sprechen." Almunia goss allerdings neues Öl ins Feuer. "Ich trainiere mit Lukasz Fabianksi und Vito Mannone", sagte er über die anderen Arsenal-Ersatzkeeper, "sie sind sowieso bessere Torhüter als er."
Lehmann attackiert Almunia und Wenger
Zuvor hatte Lehmann einmal mehr seinem Frust freien Lauf gelassen. Es war schonungslos und eine klare Attacke gegen Wenger und Almunia. "Ich bin sehr wütend, weil "ich hinter jemandem draußen sitze, der mit 30 Jahren anfängt zu spielen", hatte er in Richtung Manuel Almunia geschossen und damit auch seinen Trainer Wenger kritisiert, der ihm nach eigener Ansicht keine faire Chance gegeben habe. "Wenn der Trainer mir das vor der Saison gesagt hätte, hätte ich entscheiden können, ob ich auf der Bank sitzen möchte", erklärte Lehmann.
Den Rundumschlag nahm die französische Arsenal-Koryphäe jedoch gelassen hin. "Ich habe nie eine respektlose Auseinandersetzung mit Jens gehabt. Es gab Auseinandersetzungen, aber immer voller Respekt. Und ehrlich gesagt brauche ich auch keine Zeitungen, um zu erfahren, dass er wütend ist, weil er nicht spielt", betont Wenger nun. "Ich treffe meine Entscheidungen, und diese haben nichts mit der Persönlichkeit Lehmanns zu tun", stellt er klar.
Spitzenspiel gegen "ManU" im Live-Ticker
Vor allem die grenzenlose Einsatzbereitschaft imponiert Wenger. "Es ist wichtig, dass Lehmann jeden Tag wie ein Verrückter arbeitet, um seinen Platz zurück zu gewinnen. Jeden Morgen ist er um 9:30 Uhr im Fitnessraum. Wenn er raus geht, gibt er immer 100 Prozent. Ich respektiere das. Aber ich habe ihm gesagt, dass er vielleicht nicht spielen werde, wenn er bleibt." Der Trainer hat sich festgelegt und rückt davon nicht mehr ab.
Vor dem Spitzenspiel bei Spitzenreiter Manchester United (Sonntag, 17:00 Uhr im Live-Ticker) beschäftigt ihn diese Personalie ohnehin recht wenig. Almunia ist gesetzt. Störfeuer kann er nicht dulden, denn für die "Gunners" (momentan auf Platz drei mit sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenführer) bietet sich - fünf Spieltage vor Saisonende - die wohl letzte Chance, "ManU" noch ernsthaft zu gefährden. Diesem Projekt wird sich auch Lehmann unterordnen müssen und sich und seine Wut auf der Bank im Zaum halten.
Daniel Rathjen / Eurosport