Eurosport - Fr 16.Mai. 13:43:00 2008
Die Favoriten auf die deutsche Meisterschaft heißen nach dem ersten Playoff-Spieltag Artland Dragons und vor allem ALBA Berlin. Die Hauptstädter spielten sich in einen Korbrausch und demontierten Bremerhaven mit 40 Punkten Differenz.
Den Start in seine vielleicht letzten Playoffs hatte sich Dirk Bauermann anders vorgestellt. Mit einem Heimsieg gegen die Baskets Oldenburg wollte der Coach der Brose Baskets Bamberg den Grundstein für eine erfolgreiche K.o.-Runde legen, an deren Ende sich der Bundestrainer mit der Titelverteidigung endgültig aus dem Frankenland in Richtung DBB verabschieden könnte. Doch das schon in der Hauptrunde nur selten überzeugende Bamberger Team ließ seinen Übungsleiter zum Auftakt im Stich und kassierte im ersten Viertelfinalspiel eine 54:55-Heimpleite.
Katzenjammer bei Bamberg
"Es gibt eigentlich nicht viel zu sagen. Oldenburg hat nicht viel getan, um zu gewinnen, aber wir haben viel getan, um zu verlieren", sagte Bauermann verärgert. Noch vor dem Spiel hatte der 50-Jährige die Heimstärke seiner Baskets beschworen, die in den Playoff-Duellen 2004 und 2005 den Ausschlag für zwei klare 3:0-Siege gegen die Niedersachsen gegeben hatte.
Doch zum diesjährigen Auftakt versagten dem Meister besonders an der Freiwurflinie die Nerven - lediglich 47,1 Prozent ihrer Strafwürfe verwandelten die Gastgeber. Zwar trafen auch die Gäste nur jeden zweiten, doch am Ende sorgte Branimir Longin von der Linie für die erste große Überraschung. "Das war ein wichtiger Sieg vor einer großartigen Kulisse", jubelte Oldenburgs Trainer Predrag Krunic. Bei den Bambergern, wo besonders die Nationalspieler Steffen Haman und Ademola Okulaja weit unter ihrer Form blieben, herrschte dagegen Katzenjammer. Lediglich Demond Greene und Dwayne Mitchell stemmten sich mit je zwölf Punkten gegen die Niederlage. Bei den Gästen überzeugte Rickey Paulding mit 19 Zählern.
Bemittleidenswerte Eisbären
Für Jubelstimmung und neue Euphorie sorgten dagegen die Korbjäger von ALBA Berlin. Die bemitleidenswerten Eisbären aus Bremerhaven wurden von den Hauptstädtern mit 105:65 aus der brodelnden Max- Schmeling-Halle gefegt. Damit widerlegte Berlin viele Kritiker, die dem siebenmaligem Meister kaum Titelchancen eingeräumt hatten. Angetrieben vom überragenden Aufbauspieler Julius Jenkins (26 Punkte) spielten die Gastgeber am Ende Katz und Maus mit dem Tabellenachten der Hauptrunde. "Das war ALBA-Playoff, so wie man es sich wünscht", sagte Berlins Geschäftsführer Marco Baldi. Nationalspieler Patrick Femerling warnte jedoch vor zu viel Überschwang. "Die Playoff-Serie ist noch nicht vorbei."
Erleichterung herrschte derweil bei den Bayer Giants Leverkusen. Nach vielen Rückschlägen zum Ende der Hauptrunde zitterten sich die Rheinländer in einer schwachen Partie zu einem 78:75-Sieg gegen die Skyliners Frankfurt. "Wir haben zwar eine kleine Rotation, doch die Ausfälle haben uns noch enger zusammenrücken lassen", meinte Giants- Spieler Gordan Geib. Pokalsieger Artland Dragons erkämpfte sich vor den zweiten Spielen an diesem Wochenende mit einem 99:89 gegen Bonn eine gute Ausgangsposition.
dpa / Eurosport