Eurosport - Sa 17.Mai. 18:20:00 2008
Arminia Bielefeld hat auf den letzten Drücker den Klassenerhalt geschafft. Ein 2:2 (0:1) beim Vorjahres-Meister VfB Stuttgart reichte der Elf von Trainer Michael Frontzeck, um auch das fünfte Jahr in Folge erstklassig zu spielen. Die Schwaben verpassten die direkte Qualifikation für den UEFA-Cup.
Stuttgart wurde letztlich Tabellen-Sechster und hat dadurch die Chance, sich über den UI-Cup in den UEFA-Cup zu spielen. Bielefeld beschloss die Saison als 15.
"Das 2:2 war ein Spiegelbild unserer schwierigen Saison. Aber wir haben den sechsten Platz geschafft und freuen uns darüber. Wir müssen damit zufrieden sein und wollen nun über den UI-Cup in den UEFA-Cup", so VfB-Coach Armin Veh.
Sein Trainerkollege Frontzeck hingegen strahlte über das ganze Gesicht: "Wir sind alle überglücklich, dass wir es nach der sehr komplizierten Rückrunde geschafft haben. Ich denke, dass es verdient ist, dass wir auch im nächsten Jahr in der ersten Liga spielen. Ich freue mich wahnsinnig für alle Beteiligten."
1. Halbzeit
Wenn Arminia-Coach Frontzeck sich einen Spielverlauf hätte wünschen dürfen, dann hätte dieser so ausgesehen:
Nach nur zehn Minuten lupfte Thorben Marx einen Freistoß gefühlvoll in den Strafraum, Markus Bollmann schraubte sich am höchsten und köpfte das Leder an die Latte. Der Abpraller fiel Robert Tesche vor die Füße, so dass dieser mit seinem 1. Bundesliga-Treffer der Saison womöglich ein Stück Bielefeld-Geschichte schreiben durfte.
Wiederum zehn Minuten später erfuhr Frontzeck, dass der FC Schalke 04 beim Abstiegskonkurrenten 1. FC Nürnberg in Führung gegangen war. Bielefeld machte fortan in der Defensive die Räume dicht und verhinderte dadurch, dass die Gastgeber über die komplette erste Spielhälfte auch nur zu einer guten Möglichkeit kamen.
Zwar erarbeiteten sich die Schwaben deutlich mehr Ballanteile, aber die Offensivbemühungen waren letztlich inspirationslos.
2. Halbzeit
Die erste halbe Stunde des zweiten Spielabschnittes rührten die Bielefelder in der eigenen Hälfte Zement an. Immer wieder versuchten es Arthur Boka über links oder Michael Beck über rechts mit hohen Bällen auf Mario Gomez. Doch immer wieder scheiterte dieser entweder am Abwehr-Bollwerk oder spätestens am glänzend aufgelegten Keeper Rouwen Fernandez.
Ab der 75. Minute kam Hektik in die Partie: Andrej Mijatovic stoppte den eingewechselten Manuel Fischer im Strafraum mit dem Ellbogen und der Unparteiische zeigte sofort auf den Elfmeter-Punkt. Gomez schoss trocken zum 1:1 ein und hauchte den Gastgebern wieder Leben im Kampf um die UEFA-Cup-Ränge ein.
In der 85. Minute gingen die Schwaben sogar in Führung. Antonio da Silva brachte einen wunderbaren Eckstoß herein, Fischer legte sich den Ball per Brust zurecht und knallte ihn zur Führung in die Maschen.
Doch während der VfB noch mit Jubeln beschäftigt war, klingelte es bereits wieder im eigenen Gehäuse. Oliver Kirch sprintete über den linken Flügel und steckte dann mit viel Übersicht zum mitgelaufenen Christian Eigler durch. Der 24-Jährige wagte einen Volleyschuss und markierte den 2:2-Endstand. Unterdessen stand es in Nürnberg bereits 2:0 für die Gäste aus Gelsenkirchen und Frontzeck wurde bereits das erste "Nichtabstiegs-Pils" kredenzt.
Spieler des Spiels
Mario Gomez markierte nicht nur das 1:1, sondern war über weite Strecken der Partie auch der einzige Stuttgarter, der den Willen zeigte, den UEFA-Cup doch noch erreichen zu wollen. Immer wieder konnte er sich in Szene setzen und arbeitete zudem nach hinten mit. Am Fußballer des Jahres lag es demnach nicht, dass Stuttgart nicht über ein Unentschieden hinaus kam.
Richard Rother / Eurosport