dpasport

Schiedsrichter Merk pfiff ab und weinte

So 18 Mai, 11:42 Uhr


München (dpa) - Nicht nur bei Trainer Ottmar Hitzfeld flossen am Tag des Abschieds Tränen, auch Markus Merk wurde nach seinem letzten Pfiff als Bundesliga-Schiedsrichter von Gefühlen überwältigt.

«Es war für mich ein ganz bewegender, ein hoch emotionaler Tag», sagte der 46-Jährige, der mit dem 339. Erstliga-Einsatz ein Jahr vor dem Erreichen der Altersgrenze für Unparteiische seine ruhmreiche Karriere im deutschen Fußball nach eigenem Willen beendete.

Als Oliver Kahn kurz vor Schluss ausgewechselt wurde, umarmte er den ehemaligen Nationaltorhüter und bat ihn um den Trikottausch nach Spielende. «Es ist eine große Ehre für mich, gemeinsam mit Oliver Kahn die Karriere beenden zu dürfen», sagte der Zahnarzt aus dem pfälzischen Otterbach. Der Bayern-Kapitän willigte spontan ein: «Das war so ein gegenseitiger Respekt. Jetzt hatte ich erstmals ein Schiedsrichter-Trikot an», berichtete Kahn später bei seiner Pressekonferenz, nachdem er sich zuvor stolz in dem gelben Dress gezeigt hatte. Scherzhaft fügte der 38-Jährige hinzu: «Nach dem Torwart-Job tue ich mir aber jetzt keinen Schiedsrichter-Job an.»

Merk, der bei Welt- und Europameisterschaften pfiff und sogar das EM-Finale 2004 in Portugal leiten durfte, hatte seinen Rücktritts- Zeitpunkt wie Kahn selbst gewählt: «Ich wollte auf dem Höhepunkt abtreten.» Bis «oben hin» spürte er während der letzten 90 Minuten in der ausverkauften Münchner Arena «den Puls klopfen». Er hörte auf ohne grobe Fehlentscheidung und ohne eine persönliche Strafe für einen Spieler. Die Gelbe und Rote Karte hatte er zwar wie immer in der Tasche, zücken musste er sie beim 4:1 der Bayern gegen Hertha BSC aber nicht mehr.

 

Kein Yahoo! User? Kostenlos .