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UI-Cup als Trostpreis für den VfB Stuttgart

So 18 Mai, 09:54 Uhr


Stuttgart (dpa) - Ein Jahr nach dem großen Hauptgewinn freundet der VfB Stuttgart sich mit dem Trostpreis an: Von Begeisterung keine Spur, aber immerhin steht der entthronte deutsche Fußball-Meister nicht mit leeren Händen da.

«Ich bin froh, dass es so geendet ist, weil es eine schwierige Saison war, die wir jetzt noch zu einem versöhnlichen Ende gebracht haben», sagte Stuttgarts Trainer Armin Veh, nachdem sich der VfB trotz eines mageren 2:2 (0:1) gegen die damit gerettete Arminia aus Bielefeld wenigstens noch ein Hintertürchen für die Teilnahme am UEFA-Pokal-Wettbewerb aufgestoßen hatte. Denn dank der 0:1-Pleite von Bayer Leverkusen machte der VfB am 34. Bundesliga-Spieltag einen Platz gut und beendete die Saison als Sechster. «Jetzt werden wir es natürlich noch über den UI-Cup versuchen», kündigte Veh an.

Während die Bielefelder ihren vierten Klassenverbleib in Serie mit gegenseitigen Bierduschen feierten, waren die Hausherren von überschäumender Freude weit entfernt. Auch eine Ehrenrunde vor den heimischen Fans konnte nicht die Unzufriedenheit darüber verbergen, die direkte UEFA-Cup-Teilnahme mit nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen noch aus der Hand gegeben zu haben. «Die Saison ist insgesamt natürlich nicht so gelaufen wie wir das wollten», sagte Mario Gomez. Trübsal blasen wollte der Nationalstürmer aber trotz seiner für die Schwaben schmerzhaft realistischen Einschätzung nicht. «Wir sind keine Mannschaft, die jedes Jahr um Platz eins mitspielt. Letztes Jahr sind wir Erster geworden und jetzt Sechster. Irgendwann muss man auch mal zufrieden sein.»

Eine zufrieden stellende Leistung waren Gomez und Co. den 55 000 Zuschauern im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion zuvor schuldig geblieben. Das Mittelfeld produzierte kaum Ideen und die Defensive ohne den Rot-Gesperrten Fernando Meira und den verletzten Pavel Pardo ließ sich beim Treffer von Robert Tesche (10.) schon früh überwinden. «Wir waren zu träge und haben die einfachsten Dinge nicht hinbekommen», gestand Mittelfeld-Mann Roberto Hilbert, dem die Nichtnominierung für die Europameisterschaft noch sichtlich in den Knochen steckte. Für einen Lichtblick sorgte Manuel Fischer. Kurz nach seiner Einwechslung holte der 18-Jährige einen von Gomez (75.) verwandelten Foulelfmeter heraus und traf selbst zum 2:1 (85.), das Bielefelds Christian Eigler (87.) aber postwendend wieder ausglich.

«Das war vielleicht das Spiegelbild der Saison», meinte Trainer Veh in Anspielung auf die ausgesprochen holprige Spielzeit, in der der Ex-Meister immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde, sich aber auch durch hausgemachte Probleme das Leben selbst schwer gemacht hatte. «Es ist nicht förderlich, wenn immer wieder Unruhe da ist. Der Raphael war nicht an allem schuld», meinte auch EM-Fahrer Thomas Hitzlsperger mit Blick auf den jüngsten Wirbel um den ausgemusterten Stammtorhüter Raphael Schäfer. Sportdirektor Horst Heldt war in Gedanken schon bei den Planungen für die Zukunft. «Man kann aus dieser Saison wieder lernen, dass wir uns weiterentwickeln müssen. Wir werden versuchen, uns in einzelnen Mannschaftsteilen zu verstärken», sagte der 38-Jährige.

 

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