Eurosport - So 18.Mai. 13:19:00 2008
Rekordmeister THW Kiel hat die HSG Wetzlar am 34. und letzten Bundesliga-Spieltag ohne Mühe mit 35:26 (20:12) geschlagen und damit den 30. Saisonerfolg gelandet. Eine Sensation schaffte GWD Minden - nach einem 29:28 (15:12)-Sieg beim Zweiten SG Flensburg-Handewitt gelang doch noch der Klassenerhalt.
Mit dem 14. Titel sowie dem fünften Double aus Meisterschaft und DHB-Pokal hat der THW Kiel für Bestmarken gesorgt. Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL, und der amtierende HBL-Vorsitzende Ulrich Derad überreichten in der Sparkassen-Arena die Meisterschale an Kiels Kapitän Stefan Lövgren. Im Anschluss starteten die "Zerbas" in eine rauschende Meisterfeier.
Die Ränge zwei und drei sicherten sich die SG Flensburg-Handewitt und der HSV Hamburg, die sich wie Kiel für die Champions League qualifiziert und die Dominanz der Nord-Clubs untermauert haben. Hamburg gewann ungefährdet gegen Frisch Auf Göppingen mit 29:24 (13:9).
Minden schafft Wunder, Nettelstedt sauer
Flensburg hingegen erlitt im letzten Heimspiel der Saison eine peinliche 28:29 (12:15)-Heimschlappe gegen den TSV GWD Minden. Die Ostwestfalen verbesserten sich durch den Überraschungserfolg auf den 15. Platz und schafften damit den Klassenverbleib. "Wir haben so viele Nackenschläge gehabt in dieser Saison und sind am letzten Spieltag dafür belohnt worden", freute sich Mindens Manager Horst Bredemeier.
Absteiger sind der Wilhelmshavener HV und der TuS N-Lübbecke. Schlusslicht Wilhelmshaven kassierte gegen die Rhein-Neckar Löwen eine 30:37 (14:22)-Pleite. Nettelstedt rettete auch ein hart erkämpfter 30:26 (11:14)-Erfolg in heimischer Halle gegen die Füchse Berlin nicht vor der 2. Liga. "Das, was am letzten Tag passiert ist, besonders in Flensburg, ist eine Frechheit", schimpfte TuS-Trainer Zlatko Feric aufgebracht. Armin Gauselmann, Sprecher des Wirtschaftsbeirates, ergänzte vielsagend: "Unter normalen Umständen hätte Minden in Flensburg nicht gewinnen können."
Doch gerade dies mache den Reiz der Liga aus, meinte Frank Bohmann. "Wir werden zwar nie 18 Spitzenmannschaften haben, aber jede kann jede schlagen", sagte der Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL.
TuSEM Essen kam vor eigenem Publikum nicht über ein 35:35 (18:18) gegen MT Melsungen hinaus und rutschte noch vom 15. auf den 16. Platz ab. Der Aufsteiger spielt nun am 28. und 30. Mai in der Relegation gegen die HSG Düsseldorf um den Klassenverbleib.
Nordhorn ringt Lemgo nieder
Eine Woche nach dem Gewinn des EHF-Pokals gewann die HSG Nordhorn das torreiche Duell mit dem TBV Lemgo mit 41:39 (20:19) und belegte damit hinter den Rhein-Neckar Löwen den 5. Rang. Da Nordhorn in der kommenden Saison im Europacup der Pokalsieger antreten will, spielen die Löwen, Lemgo und der VfL Gummersbach im EHF-Pokal.
Die Gummersbacher erlitten vor der Saison-Rekordkulisse von 13.500 Zuschauern in der Köln Arena eine 33:35 (15:17)-Niederlage gegen den SC Magdeburg. Die Magdeburger als Achte hoffen darauf, dass die Rhein-Neckar Löwen von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) eine Wildcard für die Champions League erhalten und sie damit in den EHF-Cup-Wettbewerb nachrücken.
Zuschauer strömen in Scharen
Erfreuliches gibt es von der Zuschauerentwicklung zu berichten: Die Bundesliga stellte mit 1.488.192 Besuchern (1.424.371 im Vorjahr) einen neuen Zuschauerrekord auf.
"Nach der WM-Saison konnten wir unseren positiven Trend fortsetzen", erklärte Bohmann, "auch sportlich stehen wir gut da. Denn wenn wir in drei Europacup-Finals vertreten sind und den vierten Platz bei der EM belegt haben, ist das auch nicht schlecht."
dpa / Eurosport