Valencia - BWM mit dem Rücken zur Wand

Eurosport - So 18.Mai. 11:43:00 2008

Wärend SEAT weiterhin von Erfolg zu Erfolg fährt, wartet Titelverteidiger Andy Priaulx (BMW) in dieser Saison noch auf seinen ersten "Zehner". Die Hoffnungen waren groß, dies in Valencia zu schaffen, doch nicht nur der Regen im Qualifying machte dem Briten einen dicken Strich durch die Rechnung.

FIA WTCC 2008 Puebla BMW Priaulx - 0

Die Wolken hängen tief. Nicht nur in Spanien, sondern auch am "weiß-blauen" Himmel über München. Nach den ersten beiden Auftaktrennen in Brasilien und in Mexiko sowie nach der Qualifikations-Session in Spanien hechelt das einstmalige Überflieger-Team von BMW der Konkurrenz auch weiter hinterher.

Während die Bayern einen sensationellen Saisonstart in der Formel 1 verbuchen konnten, stehen sie in der FIA WTCC auf der Stelle, was BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen an seinem Schreibtisch in München überhaupt nicht schmecken wird. Das ehemalige Weltmeister-Team ist im Moment nur zweite Wahl. Vor der Entscheidung in Valencia liegt man in der Konstrukteurswertung bereits 29 Punkte hinter Erzrivale SEAT zurück.

Priaulx genervt

"Wir haben zwar ein paar Verbesserungen am Auto hinbekommen, aber wir haben immer noch nicht den entscheidenden Schritt nach vorne gemacht", erklärte BMW-Pilot Priaulx gegenüber eurosport.yahoo.de. "Sobald ich in die Kurven fahre, merke ich noch immer ein leichtes Übersteuern", so der Brite weiter, der sich insgeheim ein paar Pferdestärken mehr wünscht, um im Kampf gegen die scheinbar übermächtige Dieselflotte von SEAT zu bestehen.

Wie bei den vorangegangenen Rennen hinkt BMW den Spanier noch immer eine Sekunde hinterher, zuviel für Kämpferherz Priaulx. "Das nervt, wenn man nicht eine Zehntel, sondern immer wieder eine Sekunde zurück liegt", meinte Champion des Jahres 2007. "SEAT und Chevrolet sind im Moment sehr stark, das ist leider so. Da kann man leider nichts machen."

"Machen den Job nicht zum Spaß"

Obwohl Valencia eigentlich eine BMW freundliche Strecke ist, kam beim Qualifying am Samstag mit dem stark einsetzenden Regen noch eine ungewollte Komponente hinzu. Die ohnehin mit leichten Grip-Problemen behafteten Hecktriebler verloren auf der grobkörnigen Strecke auf dem Circuit Ricardo Tormo noch mehr Halt. "Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich sagen, dass wir mit dieser Performance morgen nicht gewinnen werden", so Priaulx mit einem leichten Zähneknirschen. Ob diese Prognose eintrifft oder ob der erfahrene Pilot aus Guernsey nur blufft, werden die Zuschauer erst in den beiden Rennen am Sonntag erfahren.

Fest steht, dass BMW seine Hausaufgaben noch besser machen muss, damit man endlich wieder zu SEAT aufschließen kann. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als soviele Punkte wie möglich zu holen", gab Priaulx wenigstens eine kleine Kampfansage heraus. Doch wer weiß, denn der Brite ist ein schlauer Fuchs, der die Favoritenrolle noch nie so recht mochte. Vielleicht greift er bei den beiden Rennen in Valencia - eventuell dann wieder auf trockener Piste - noch einmal in die Zauberkiste und haucht BMW wieder neues Leben ein. "Ich mag Herausforderungen, denn wir machen diesen Job nicht zum Spaß. Mal sehen, was am Sonntag passiert", so Priaulx mit leichtem Augenzwinkern.

Aus Valencia berichtet Dirk Adam / Eurosport