Eurosport - Di 20.Mai. 12:28:00 2008
Thomas Doll ist nicht mehr BVB-Trainer. Wie Dortmund mitteilte, nahm die Vereinsführung das Rücktrittsangebot des zuletzt umstrittenen Fußball-Lehrers an. Der Verein zieht damit die Konsequenzen aus der sportlich nicht zufriedenstellenden Spielzeit unter der Leitung des 42-Jährigen.
"Von seiner Arbeit bleibt, dass Thomas Doll dem BVB im letzten Jahr souverän den Klassenerhalt gesichert hat und dass er durch das Erreichen des DFB-Pokalfinales dem Club für die kommende Saison die Teilnahme am UEFA-Cup ermöglicht hat", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.
Genau 433 Tage dauerte Dolls Mission bei den "Schwarz-Gelben" - am Ende war es eine Trennung mit Vorankündigung. Schon vor dem Treffen mit den BVB-Oberen sickerte durch: Dortmund plant in Zukunft ohne Doll. Das gut einstündige Gespräch in der Borussia-Geschäftstelle war nur die Bestätigung dessen, was vor den Türen ohnehin schon alle zu wissen glaubten.
Wortlos verließ der Trainer nach dem Krisengespräch mit Watzke und Sportdirektor Michael Zorc das Vereinsgelände. Gute Argumente fehlten dem Trainer auch in der abgelaufenen Saison. Mit einem hocheingeschätzten Kader erreichte Doll nur den 13. Platz - zu wenig in den Augen der BVB-Verantwortlichen. Auch das Erreichen des UEFA Cups konnte den schwachen Gesamteindruck mit der schlechtesten Ligaplatzierung in den letzten 20 Jahren nicht schönen.
Schon bei seiner vorherigen Trainerstation beim HSV erlebte Doll das Vertragsende nicht. Zwar rettete der ehemalige Nationalspieler des Bundesliga-Dino in der Saison 2004/05 vor dem Abstieg und führte den Klub in der Folgesaison gar auf Platz drei in der Liga, doch nach dem darauffolgenden Absturz musste Doll in Hamburg gehen. Er übergab das Team auf dem Platz, auf dem er es übernommen hatte - dem letzten Tabellenplatz.
Laut "bild.de" erhält Doll als Abfindung für seinen bis 2010 laufenden Vertrag 500.000 Euro. Möglicher Nachfolger des 42-Jährigen könnte Jürgen Klopp werden. Der Trainer von Mainz 05 hatte wie angekündigt nach dem verpassten Wiederaufstieg mit dem FSV seinen Vertrag mit den Pfälzern nicht verlängert und stünde für neue Aufgaben bereit.
Fabian Kunze / Eurosport