Eurosport - Mi 21.Mai. 20:24:00 2008
Der Italiener Alessandro Bertolini (Diquigiovanni) hat die 11. Etappe des Giro d'Italia gewonnen. Zweiter wurde der Spanier Pablo Lastras (Caisse d'Epargne). Pech hatte der Dritte Fortunato Baliani (CSF), der kurz vor dem Ziel des 199 km langen Tagesabschnitts von Urbina nach Cesena gestürzt war.
Der Radprofi des Rennstalls Diquigiovanni profitierte vom Sturz des Italieners Fortunato Baliani auf dem Kopfsteinpflaster etwa 500 Meter vor dem Ziel. In einer Kurve rutschte Baliani weg - Lastras musste abbremsen und nur Bertolini hatte das Glück, sich in der Kurve vor dem gestürzten CSF-Fahrer zu befinden. Der 36-Jährige nutzte die Gunst der Stunde und sicherte sich bei seiner sechsten Giro-Teilnahme den ersten Etappensieg.
Giovanni Visconti kam innerhalb der großen Verfolgergruppe mit einem Rückstand von 3:53 Minuten ins Ziel und konnte somit das "maglia rosa" auch am fünften Tag in Folge verteidigen. Dies hat der 25-jährige Quick Step-Profi nach einem Sturz auf einer der zahlreichen Abfahrten zu einem großen Anteil auch seinem Mannschaftskollegen, dem Weltmeister Paolo Bettini, zu verdanken, der ihm stets aufopferungsvoll zur Seite stand und den Gesamtführenden immer wieder an das Feld heranführte. "Ich wusste, dass es heute ein ganz schwerer Tag wird", sagte der Träger des Rosa Trikot im Ziel. "Ich hatte bereits heute Morgen Magenprobleme und deshalb musste ich bereits früh abreißen lassen. Ich danke meinen Kollegen Bettini und Tonti für ihre Hilfe." Der Wahlschweizer Andreas Klöden verbesserte sich im Gesamtklassement auf den fünften Platz (+7:54) und hat weiterhin beste Chancen auf den Gesamtsieg beim Giro.
Ruß verliert Weißes Trikot
Erik Zabel musste sich im Sprint um Platz sieben Daniele Bennati vom Team Liquigas knapp geschlagen geben und verlor somit erneut wichtige Punkte im Kampf um das "maglia ciclamino". Bennati führt weiterhin mit 89 Punkten vor Riccardo Ricco (Saunier-Duval/69) und Paolo Bettini (Quick Step/59) - Milram-Profi Zabel befindet sich mit 52 Punkten auf Rang vier.
Matthias Ruß (Gerolsteiner) musste sich nach der 11. Etappe vom Weißen Trikot des besten Jungprofis verabschieden - er rutschte auf Platz sieben zurück und der Italiener Vincenzo Nibali (Liquigas) durfte es sich in Cesena überstreifen. Die Bergwertung führt weiterhin der Italiener Emanuele Sella (CSF) an, der vor vier Jahren im Zielort Cesena triumphieren konnte.
Zahlreiche Stürze auf regennasser Fahrbahn
Die äußerst anspruchsvolle Etappe mit vier Bergwertungen, darunter mit dem Monte Carpegna auch ein Anstieg der ersten Kategorie, war über lange Strecken von extrem schlechten Witterungsverhältnissen geprägt - somit kam es auf den langen Abfahrten zu zahlreichen Stürzen. Nicht nur der Mann im Rosa Trikot, auch der Führende der Bergwertung, Emanuele Sella, sowie der spätere Etappensieger Bertolini stürzten auf regennasser Fahrbahn von Urbania nach Cesena.
Bereits nach 42 Kilometern attackierten Bertolini, Lastras, Laurent Mangel (ag2r), Tiziano Dall'Antonia (CSF) sowie Jussi Veikkanen (Francaise des Jeux). Zwischenzeitlich hatte die fünfköpfige Spitzengruppe einen Vorsprung von über neun Minuten auf das Feld mit allen Favoriten. Knapp 47 Kilometer vor dem Ziel konnte der spätere "Unglücksrabe" Baliani zu den fünf Ausreißern aufschließen und sich bis 500 Meter vor dem Ziel durchaus Hoffnung auf seinen ersten Etappensieg beim Giro machen - ein Sturz zerstörte jedoch jegliche Träume vom Tagessieg.
Im Verfolgerfeld kam es auf den letzten 25 Kilometern immer wieder zu Attacken von der "Kobra" Riccardo Ricco oder auch vom Vorjahressieger Danilo Di Luca (LPR). Diese Tempoverschärfungen konnten jedoch von den Mitfavoriten auf den Giro-Sieg wie Andreas Klöden, Alberto Contador (beide Astana) oder Vincenzo Nibali (Liquigas) immer wieder neutralisiert werden.
Hinweis:
Mit dem Giro d'Italia steht die erste der drei großen Landesrundfahrten an - und Eurosport präsentiert Ihnen den dreiwöchigen Kampf um das "maglia rosa" vom 10. Mai bis 1. Juni täglich LIVE im TV sowie im Ticker auf eurosport.yahoo.de!