Eurosport - Mi 21.Mai. 18:19:00 2008
Dank drei gewonnen Tie-Breaks vermochte Italien die Vorrunden-Begegnung beim World Team Cup gegen Deutschland noch zu seinen Gunsten zu wenden. Erst unterlag Nicolas Kiefer gegen Simone Bolelli mit 6:7 (4:7), 6:7 (0:7), dann verloren Philipp Petzschner und Christopher Kas das entscheidende Doppel.
Mit einer desolaten Vorstellung verspielte Kiefer den von Philipp Kohlschreiber gegen Potito Starace herausgeholten Vorsprung. Der Rothenbaum-Viertelfinalist agierte wie von Sinnen und wurde von Bolelli beim 6:7 (4:7), 6:7 (0:7) zeitweise sogar vorgeführt. Im Doppel unterlagen Philipp Petzschner und Christopher Kas danach Bolelli/Starace trotz gutem Start im Match-Tie-Break mit 6:2, 3:6, 4:10. "Das lief heute sehr unglücklich. Gegen Spanien konnten wir die Euphorie nach dem Satzausgleich mit in den Champions Tiebreak nehmen. Diesmal war es die Enttäuschung nach dem verlorenen zweiten Durchgang", sagte Doppel-Spezialist Kas.
Kiefer schwach und ratlos
Was ihm im ersten Vergleich mit dem Weltranglisten-47. Bolelli widerfahren war, gab Kiefer Rätsel auf. "Ich habe es immer wieder versucht, aber ich konnte die wichtigen Punkte heute einfach nicht machen", sagte der ratlose Kiefer, der schwach servierte und mit dem ersten Aufschlag gerade einmal auf 44 Prozent kam. In beiden Sätzen führte der Hannoveraner mit 5:2 und verlor jeweils im Tiebreak. Besonders bunt trieb es der Niedersachse im zweiten Durchgang, als er sogar mit zwei Breaks in Führung lag, den Vorsprung zum 5:5 aber einbüßte und auch die Chance, bei 6:5 zum Satzausgleich aufschlagen zu können, nicht nutzen konnte. "Es ist schwer, dafür Worte zu finden", meinte der 30-Jährige. "Ich habe mich nicht gut bewegt und nie zu meinem Spiel gefunden. Ich hatte nie das Gefühl, am Drücker zu sein."
Russland schlagen und auf Spanien hoffen
"Wir hatten das 1:0 im Rücken, haben heute die Punkte aber nicht gemacht. Auch das Quäntchen Glück hat gefehlt. Nun gilt der Fokus dem Spiel gegen Russland", sagte Team-Kapitän Patrik Kühnen sichtlich enttäuscht. Nur bei einem Sieg gegen Russland winkt dem viermaligen Titelträger Deutschland noch der Einzug ins Endspiel, vorausgesetzt Italien verliert gegen Spanien, das sich am zweiten Spieltag gegen die Russen durchsetzte. Alle vier Teams haben einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto. In der anderen Gruppe blieb Schweden auch am zweiten Spieltag ungeschlagen und hat damit beste Aussichten auf das Finale. Gegen Tschechien stand der Sieg bereits nach den beiden Einzeln fest.