Eurosport - Mo 21.Jul. 11:35:00 2008
Titelverteidiger THW Kiel hat das Endspiel der Champions League doch noch verloren. Im Rückspiel gegen Spaniens Meister BM Ciudad Real unterlag Kiel vor 10.250 Zuschauern in der heimischen Arena mit 25:31 (13:15). Das Hinspiel hatte der deutsche Meister vor Wochenfrist noch mit 29:27 gewonnen.
Die Kieler konnten somit ihren Vorjahreserfolg, als sie sich im Finale der Champions League gegen den Bundesliga-Rivalen SG Flensburg-Handewitt durchsetzten, nicht wiederholen. Den Ruf, die beste Vereinsmannschaft der Welt zu sein, muss der THW dem Champions-League-Sieger von 2006 überlassen, der in Spanien sowohl den Pokal als auch die Meisterschaft gewonnen hat.
Als Trost können sich die Norddeutschen am nächsten Mittwoch die deutsche Meisterschaft sichern. Mit einem Sieg bei Frisch Auf Göppingen wären sie einen Spieltag vor Abschluss der Bundesliga-Saison zum 14. Mal Titelgewinner. Den DHB-Pokal der laufenden Saison haben sie bereits erobert.
Kiel zeigte Nerven
Die Spanier, die mit einem Etat von zwölf Millionen Euro als reichster Verein der Welt gelten, bestimmten in dem erneut mit höchstem körperlichen Einsatz geführten Spiel das Geschehen. Der deutsche Meister zeigte Nerven, leistete sich in der hektischen Partie zahlreiche technische Fehler und vergab überhastet beim Torwurf. Mehrfach lag Ciudad Real mit drei Toren vorn. "Wir haben viel zu hektisch gespielt. Die waren besser und haben den Sieg verdient", gab Kiels Stefan Lövgren zu.
Erstmals in Führung gingen die Gastgeber fünf Minuten vor dem Seitenwechsel, als Nikola Karabatic mit einem Gewaltwurf zum 11:10 traf. Doch auch eine Zwei-Tore-Führung sorgte beim THW nicht für Ruhe. Insbesondere Ciudad Reals Torjäger Olafur Stefansson konnte von den Einheimischen nicht unter Kontrolle gebracht werden. Zudem hatte Torhüter Arpad Sterbik wieder einen glänzenden Tag. Reihenweise parierte der gebürtige Serbe die Würfe der Kieler. Im zweiten Durchgang bauten die Gäste ihre Führung aus. Die Kieler scheiterten indes immer wieder an der hervorragend aufgestellten und aggressiv zu Werke gehenden Abwehr der Spanier oder spätestens an Sterbik.
Zuschauern feiern ihre Mannschaft
Die Zuschauer in der Sparkassen-Arena hielt es dennoch nicht auf ihren Plätzen. Mit minutenlangen Ovationen und Sprechgesängen feierten sie den THW, der in der laufenden Champions-League-Saison 13 von 16 Partien zu seinen Gunsten entschieden hatte. 40 000 Handball-Anhänger wollten Karten für das Rückspiel; die meisten mussten sich mit dem heimischen Fernseher oder mit Großbildleinwänden in der Stadt begnügen.
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