Eurosport - Do 22.Mai. 20:04:00 2008
Daniele Bennati hat beim 91. Giro d'Italia seinen dritten Etappenerfolg gefeiert. Der Italiener gewann die 12. Etappe nach 171 Kilometern in Carpi mit einer Millimeter-Entscheidung vor dem Briten Mark Cavendish von High Road. Dritter wurde der Australier Robbie McEwen (Silence-Lotto).
250 Meter vor dem Ziel zog der Träger des "maglia ciclamino" den Sprint nach einer Linkskurve von vorne an und feierte in Carpi nach seinen Etappenerfolgen in Milazzo (3. Etappe) und San Vincenzo (9. Etappe) somit bereits seinen dritten Tageserfolg beim diesjährigen Giro. Der Brite Mark Cavendish stahl sich zwar noch aus dem Windschatten eines Fahrers, versuchte die Lücke auf der Zielgeraden zu schließen, doch das "Foto-Finish" entschied zu Gunsten des Liquigas-Fahrers. Einen Tag nach seinem 23. Geburtstag hätte sich der High-Road-Profi nachträglich mit dem ersten Giro-Etappensieg seiner Karriere beschenken können. Weltmeister Paolo Bettini (Quick Step) wurde hinter dem Spanier Koldo Fernandez (Euskaltel) Fünfter.
"Cavendish ist ein Sprinter der letzten 50 bis 100 Meter", sagte der dreifache Etappensieger über den Zweiten. "Er hat einen wahnsinnigen Sprint hingelegt, ich hatte jedoch die bessere Ausganssituation nach der letzten Kurve. Er ist noch so jung, daher hat er für mich die Qualitäten, zum besten Sprinter der Welt zu werden", ergänzte Bennati voller Respekt. "Mein Team hat heute hervorragende Arbeit geleistet, aber Bennati hatte nach der letzten Kurve zehn Meter Vorsprung", sagte der Zweitplatzierte Brite. "Ein paar Meter nach der Ziellinie lag ich vor ihm, aber das bringt mir auch nichts."
Solo-Ritt ohne Happy End
Der Italiener Giovanni Visconti verteidigte auf der Flachetappe souverän das "maglia rosa" vor seinem Landsmann Gabriele Bosisio (Lampre/+5:50) sowie Alberto Contador (Astana/+6:59) und wird dieses auch noch mindestens bis zur ersten schweren Bergetappe in den Dolomiten am Samstag behalten. Andreas Klöden wahrt auf dem fünften Rang mit einem Rückstand von 7:54 Minuten weiterhin sehr gute Chance auf den Gesamtsieg beim Giro.
Durch den Etappenerfolg sowie den zweiten Platz bei der einzigen Sprintwertung des Tages in der Ferrari-Metropole Maranello konnte der Liquigas-Profi Bennati den Vorsprung im Kampf um das Trikot des besten Sprinters auf 120 Punkte ausbauen. Zweiter ist nach wie vor Weltmeister Paolo Bettini (71) - Erik Zabel liegt mit 52 Punkten bereits abgeschlagen auf Rang fünf. "Ich habe immer gesagt, dass ich mit diesem Trikot in Mailand ankommen will", sagte Bennati nach dem Etappensieg und der erfolgreichen Verteidigung des "maglia ciclamino".
Ausruhen - so lautete die Devise für die Top-Favoriten auf den Giro-Sieg bei der flachen Etappe über 171 Kilometer in der Provinz Bologna. Nach den Strapazen des schweren Tagesabschnitts vom Mittwoch war die 12. Etappe prädestiniert für einen Massensprint. Lange wurde das Rennen jedoch durch einen Solisten geprägt - der Baske Dionisio Galparsoro (Euskaltel) attackierte bereits auf dem ersten Kilometer und hatte nach 55 Kilometern bereits einen Vorsprung von 14 Minuten auf das große Feld herausgefahren. Zehn Kilometer vor dem Ziel endete der 160-Kilometer lange Solo-Ritt des tapferen 29-Jährigen jedoch, nachdem die Sprinterteams an der Spitze des Feldes das Tempo enorm forcierten.
Zabel mit Defekt am Rad
Lange Zeit schien sogar die Sonne in der Region Bologna, doch etwa 30 Kilometer vor dem Ziel setzte, wie schon so oft beim 91. Giro, wieder einmal Regen ein und die Fahrer hatten mit spiegelglatten Straßen zu kämpfen. So kam es rund 13 Kilometer vor dem Ziel zu einem Sturz, glücklicherweise dem ersten des Tages - betroffen davon waren unter anderem der Deutsche High-Road-Profi Tony Martin, Sprintstar Mirco Lorenzetto (Lampre), der Italiener Matteo Priamo (CSF) sowie der Franzose Mickael Buffaz (Cofidis) - der 23-jährige Deutsche kam mit einem Rückstand von 4:19 Minuten hinter dem Tagessieger ins Ziel.
In den Straßen von Carpi verlor Milram-Profi Erik Zabel aufgrund eines Defekts am Rad den Anschluss an das Feld und musste sich mühsam wieder herankämpfen. Die Aufholjagd auf den letzten Kilometern kostete den 37-jährigen Berliner jedoch zuviel Kraft - er konnte somit nicht mehr in den Kampf um den Tagessieg eingreifen. Das Team Gerolsteiner zeigte sich zwar auf den letzten Kilometern an der Spitze des Feldes, jedoch hatte auch Robert Förster im Zielsprint nicht den Hauch einer Chance.
Hinweis:
Mit dem Giro d'Italia steht die erste der drei großen Landesrundfahrten an - und Eurosport präsentiert Ihnen den dreiwöchigen Kampf um das "maglia rosa" vom 10. Mai bis 1. Juni täglich LIVE im TV sowie im Ticker auf eurosport.yahoo.de!