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Bayern-Chef: Keine Abstellungspflicht für Olympia

Mi 23 Jul, 14:28 Uhr


München (dpa) - Die Bundesliga-Clubs Werder Bremen und Schalke 04 haben im Streit um die Olympia-Abstellung ihrer Profis Unterstützung von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erhalten.

In seiner Funktion als Vorsitzender der European Club Association (ECA) ergriff Rummenigge Partei für die betroffenen Vereine. «Da die Olympischen Spiele nicht im harmonisierten internationalen Spielkalender verzeichnet sind, ist die Abstellungspflicht für Länderspiele nach dem Reglement des Weltverbandes FIFA betreffend den Status und Transfer von Spielern nicht anwendbar. Wir unterstützen daher alle Vereine, die den Verlust wichtiger Spieler befürchten», sagte Rummenigge, der erst vor zwei Wochen bei der Generalversammlung der ECA als Vorsitzender wiedergewählt worden war.

Die brasilianischen Bundesliga-Profis Diego (Bremen) und Rafinha (Schalke) wollen auch ohne Erlaubnis ihrer Vereine für ihr Heimatland an den Olympischen Spielen in Peking (8. - 24. August) teilnehmen und stünden ihren Vereinen damit zu Saisonbeginn in der Bundesliga nicht zur Verfügung. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich ebenfalls bereits für die Clubs stark gemacht. Die Vereine streben nun eine Klärung durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS an.

Rummenigge bestätigte die Rechtsauffassung der Bundesligisten Schalke 04 und Werder Bremen, die mit ihren Profis Rafinha und Diego auf Konfrontationskurs gegangen sind. Die beiden Brasilianer waren ohne Einwilligung ihres jeweiligen Arbeitgebers nach Paris zum Treffpunkt des brasilianischen Olympia-Teams aufgebrochen.

Bremen und Schalke setzen sich gegen das eigenmächtige Verhalten ihrer Angestellten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr. «Ich verstehe Schalke und Werder. Der Anruf der CAS ist eine gute Lösung», meinte der Bayern-Chef, zeigte aber auch Verständnis für die Spieler: «Für sie ist die Nationalmannschaft das Allergrößte, aber sie müssen sich den Statuten unterordnen.»

Die ECA werde vorschlagen, dass FIFA-Präsident Sepp Blatter zusammen mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) klare Richtlinien und Regelungen für kommende Olympische Spiele abstimmt, wenn die derzeitigen Vereinbarungen über das Olympische Fußballturnier auslaufen. Die ECA sei gerne bereit, zu derartigen Vereinbarungen im Namen der Vereine beizutragen, meinte Rummenigge. Beim FC Bayern habe man das Probleme bereits rechtzeitig im Frühjahr geregelt und Spielern wie den Brasilianer Lucio oder den Argentinier Martin Demichelis davon überzeugen können, «dass die Weltmeisterschaft 2010 wichtiger als Olympia ist.»

 

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