Peking (dpa) - Andreas Dittmer & Co. starten erst Mitte August zu den Olympischen Spielen, ihre Boote fliegen schon in dieser Woche nach Peking. An 26. Juli hebt die Maschine ab, die die Kajaks und Canadier der deutschen Medaillengaranten heil nach China bringen soll.
Einen Tag später gehen auch die Slalom-Boote auf Reisen - hier sind aber die Athleten an Bord und wissen schnell nach der Landung, ob alles ganz geblieben ist. Da haben es die Segler besser, denn ihre Hightech-Schiffe wurden im Frühjahr nach Fernost geschickt und sind längst wohlbehalten an der chinesischen Küste angekommen.
«Beim Bootstransport gibt es schon einen Haufen Probleme», sagte Jens Kahl, Sportdirektor des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV). Bereits bei der Planung des Transports der Rennsport-Schiffe entpuppte sich eine scheinbare Kleinigkeit als größeres Problem: Wie bekommt man den Anhänger mit den Booten zu den Wettkampfstätten? «Die Chinesen kennen bei Autos anscheinend keine Anhängerkupplung», sagte Kahl. Erst dank des Einsatze eines großen Logistikunternehmens konnte diese Klippe überwunden werden.
Im letzten Moment dachten die DKV-Verantwortlichen zudem daran, Klebstoff für Schäden am Boot per Express nach China zu senden. Denn die Einfuhr von Gefahrgut, und dazu zählt der Kleber, sei nur bis mehrere Wochen vor dem Olympia-Start möglich gewesen, schilderte Kahl.
Am liebsten wäre den Kanuten natürlich, wenn alle Boote unbeschadet in Peking ankämen. «Hoffentlich erleben wir beim Auspacken keine Überraschung», sagte Kahl. «Aber bisher haben höchstens die Hänger mal etwas abbekommen, aber nie die Boote. Wir haben ja Erfahrung beim Packen.» Über den Rückweg, sechs Wochen im Container per Seefracht, macht sich Kahl ohnehin keine Sorge mehr. Dann hat auch die mühselige Suche nach Fluggesellschaften für den Transport ein Ende.
Die 3000 bis 7500 Euro teuren Rennsportkanus kamen bislang ohne Schaden an, dagegen ist Slalom-Team-Weltmeister Alexander Grimm (Augsburg) ein wahrer Pechvogel. Gleich zweimal wurde sein Boot bei einem Peking-Flug schon beschädigt. «Ich hatte einen Schaden am Boot nach der letzten Pekingreise, der war nicht gut zu reparieren. Ich habe beim Transport auf jeden Fall Sorge», sagte der Kajak-Einer-Fahrer.
Während die Kanuten in die heiße Phase des Transports gehen, hat das zwölfköpfige Segel-Team seine Boote in fünf Containern bereits im April auf die Reise geschickt. Und die Gewissheit ist längst da: Alle Boote sind heil und unbeschadet angekommen; in zwei Trainingslagern vor Qingdao konnte trainiert haben. Große Probleme mit dem chinesischen Zoll gab es nur bei Frachtsendungen. Die Zöllner blockierten gleich die gesamten Auslieferungen, wenn sie auch nur eine Packung Müsliriegel oder eine Tube Sonnenschutzmittel zwischen den Segeln fanden.


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