Tour de France - Chavanel feiert Premieren-Erfolg

Eurosport - Sa 26.Jul. 08:37:00 2008

Der Franzose Sylvain Chavanel vom Team Cofidis hat die 19. Etappe der Tour de France über 165,5 Kilometer von Roanne nach Montlucon vor seinem Landsmann Jeremy Roy gewonnen. Im vorderen Teil des Gesamtklassements gab es keine Veränderungen, Carlos Sastre hat das Gelbe Trikot verteidigen können.

2008 Tour de France stage 19 Sylvain Chavanel - 0

Auf den letzten Metern entwickelte sich ein Sprint auf Augenhöhe zwischen dem Ausreißer-Duo Chavanel und Roy. Eigentlich hatte Chavanel die schlechtere Ausgangssituation, denn der 29-Jährige musste den Sprint von vorne anfahren. Sein französischer Landsmann Roy lauerte am Hinterrad, stach etwa 300 Meter vor dem Ziel aus dem Windschatten, konnte jedoch nicht mehr die nötigen Kraftreserven aufbringen, um das Rad als Erster über den Zielstrich zu drücken. Der erfahrene Cofidis-Fahrer hatte am Ende sogar noch Zeit genug, die Arme in gewohnter Manier hochzureißen, um sich bei seinem ersten Etappensieg der "Großen Schleife" feiern zu lassen. "Ich wollte keinen Sprint aus dem Stand. Ich habe einen fliegenden Sprint vorgezogen, und es hat geklappt", sagte Chavanel unter Tränen und widmete den Sieg seinem verstorbenen besten Freund.

Zweiter Ausreißer-Sieg für Cofidis

Der Kapitän sorgte mit seiner Flucht nach vorne zugleich für den zweiten Etappensieg seines Cofidis-Teams bei der 95. Auflage der Tour - auf dem dritten Streckenabschnitt hatte sich Samuel Dumoulin bereits den Sieg aus einer Ausreißergruppe heraus gesichert. "Das ist die Bestätigung für meinen äußerst guten Saisonanfang und schon mein siebter Sieg in diesem Jahr. Allerdings hätte ich heute Morgen in meinen kühnsten Träumen nicht daran geglaubt", erklärte der glückliche Sieger. Zudem sicherte er sich mit insgesamt 423 Kilometern an der Spitze des Feldes die Führung in der Wertung des aggressivsten Fahrers.

Nach 75 Kilometern nutzten die beiden Franzosen die Gunst der Stunde und attackierten, als eine vierköpfige Ausreißergruppe um Stefan Schumacher (Gerolsteiner) wieder eingefangen wurde. Chavanel und Roy konnten sich in der Folge einen Vorsprung von bis zu fünf Minuten erarbeiten - am Ende betrug der Rückstand des Feldes 1:13 Minuten.

Ciolek bereits zum dritten Mal auf Rang drei

Hinter den beiden französischen Ausreißern konnte sich Jungprofi Gerald Ciolek (Columbia) den dritten Platz vor seinen beiden erfahrenen Landsmännern Erik Zabel (Milram) und Heinrich Haussler (Gerolsteiner) sichern. "Heute wäre ein Tag für die Sprinter und für mich gewesen, aber ich bin nicht sauer. In Paris haben wir noch eine Chance", sagte der 21-jährige Ciolek, der bereits zum dritten Mal mit Rang drei Vorlieb nehmen musste. Mit Robert Förster folgte ein weiterer deutscher Fahrer auf Platz neun. Der Gerolsteiner-Fahrer setzte sich im Zielsprint jedoch mit einem Rempler gegen Alessandro Ballan (Lampre) negativ in Szene.

Wegmann verpasst Karenzzeit

Einen rabenschwarzen Tag hingegen erwischte der zweifache Deutsche Meister Fabian Wegmann. Der Gerolsteiner-Profi musste den vielen Stürzen der vergangenen Wochen Tribut zollen und konnte dem Tempo des Feldes nicht mehr folgen. Zusammen mit Romain Feillu (Agritubel) und Juan Antonio Flecha (Rabobank) erreichte der 28-Jährige das Ziel erst mit einem Rückstand von 28:13 Minuten, überschritt die vorgegebene Karenzzeit und musste seine fünfte Tour-Teilnahme drei Tage vor Paris beenden. "Seine Lymphknoten waren angeschwollen. Das ist ein Zeichen für einen Infekt. Man muss aber auch das Gute daran sehen: Jetzt hat er etwas mehr Zeit, um sich für Peking zu erholen", sagte sein Sportdirektor Christian Henn.

Showdown im Zeitfahren

Im Gesamtklassement hat sich einen Tag vor dem alles entscheidenden Zeitfahren über 53 Kilometer nichts geändert. Der Spanier Carlos Sastre (CSC) liegt weiterhin 1:24 Minuten vor seinem Teamkollegen Frank Schleck aus Luxemburg. Hinter dem Österreicher Bernhard Kohl (+1:33 Minuten), der das Gepunktete Trikot des besten Kletterers bereits sicher hat, liegt der ärgste Verfolger Cadel Evans jedoch weiterhin mit einem Rückstand von 1:34 Minuten auf Rang vier.

Der Spanier Oscar Freire (Rabobank) hat das Grüne Trikot des besten Sprinters zwei Etappen vor Ende so gut wie sicher. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten Erik Zabel beträgt komfortable 42 Punkte. Der Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole) folgt mit einem Rückstand von 46 Zählern auf Rang drei.

David Schaub / Eurosport

Kommentare 1 - 3 of 3

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    Von Donald Young, am Fr 25.Jul. 21:24
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    Von Donald Young, am Fr 25.Jul. 20:45
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