Khedira: “Erdogan-Affäre war ein Riesen-Thema und wurde unterschätzt”

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Sami Khedira hat als erster Spieler der deutschen Nationalmannschaft nach dem peinlichen Vorrunden-Aus bei der WM in Russland in einem längeren Interview Rede und Antwort gestanden.

Sami Khedira hat sich nach dem deutschen Aus ausführlich geäußert.
Sami Khedira hat sich nach dem deutschen Aus ausführlich geäußert.

In der Bild gab der Juventus-Profi an, am Tag nach dem 0:2 gegen Südkorea und dem damit einhergehenden Aus in der Vorrunde “einfach nur Schmerz gespürt” zu haben: “Es war nicht realisierbar, das ist es auch jetzt noch nicht. Für mich ist es unerträglich, dass das Turnier noch zwei Wochen läuft – und wir schon zurück in Deutschland sind. Es tut mir unheimlich leid für alle Fans, die uns wahnsinnig unterstützt haben. Ein Moment, im dem ich einfach ‚Sorry’ sagen möchte.“

Acht Gründe für das peinliche DFB-Aus

Wie die ganze Mannschaft war auch Khedira in Russland weit unter seinen Möglichkeiten geblieben. “Meine persönliche Leistung ist mir auch heute noch unerklärlich”, rätselte der 31-Jährige. “Vor vier Wochen war alles perfekt. Ich habe in Turin die wohl beste Saison meiner Karriere gespielt, neun Tore geschossen, sehr gute Auftritte in der Champions League gehabt. Und dann passieren solche zwei Spiele von mir.” Er und seine Mitspieler würden aktuell “völlig zu Recht so hart kritisiert” werden.

Rücktritt? “Ich muss erst Erklärungen finden”

Einen Rücktritt aus dem DFB-Team wollte Khedira nicht ausschließen, erbat sich aber Zeit für die Entscheidung: “Ich bin ein emotionaler Mensch, aber brauche nun etwas Abstand und Ruhe, um das Unerklärliche versuchen erklären zu können.” Zwar sei es verständlich, dass diese Fragen jetzt kommen, “aber ich muss erst alles aufarbeiten, Erklärungen finden”.

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Khedira weiter: “Ich möchte eine solche Entscheidung nicht aus der Emotion heraus treffen und auch nicht von den beiden Spielen abhängig machen.” Der Weltmeister von 2014 will zunächst “mit Vertrauten, auch mit Jogi Löw sprechen. Und dann werden wir weitersehen.“

Khedira über Watutinki: “Schön ist anders”

Eine Gefühl der Ausgebranntheit möchte der Juventus-Profi nicht bestätigen: „Nein. Klar hat man nach so einem desaströsen Ausscheiden auch gewisse Zweifel, auch an sich selbst. Aber die habe ich schnell verworfen. Ich brauche jetzt einfach ein paar Tage oder sogar Wochen Zeit.“

Auf der Suche nach den Ursachen für das erste deutsche Vorrunden-Aus in der Geschichte will Khedira weder das kritisierte WM-Quartier in Watutinki (“Schön ist anders!”) noch die Erdogan-Affäre um Mesut Özil und Ilkay Gündogan zählen lassen – wenn gleich er über letztere sagt: „Das war ein Riesen-Thema und wurde unterschätzt, ja. Ich bin aber auch kein Krisen-Manager, der sagt, wie man damit genau umzugehen hat. Aber man hat das Thema nicht ruhig bekommen. Doch auch das möchte ich nicht als Ausrede für unser Ausscheiden gelten lassen.“