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Frankfurts Fans wurden Opfer eines Skandals

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Frankfurts Fans wurden Opfer eines Skandals
Frankfurts Fans wurden Opfer eines Skandals

Das Europa League-Finale zwischen Eintracht Frankfurt und den Glasgow Rangers sollte ein Fußballfest werden. Die UEFA spielte dabei aber nicht ganz mit. Die Dimension dieses Skandals? Gewaltig! Die Grundversorgung wurde nicht hergestellt. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Europa League)

Über 150.000 Fans von Eintracht Frankfurt und Glasgow Rangers fieberten – zum allergrößten Teil friedlich und ohne jegliche Konflikte – ihrem historischen Finale der Europa League entgegen.

Rund 40.000 Anhänger davon durften im Stadion vor Ort sein. Doch was sie am Mittwoch-Abend im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán des FC Sevilla erlebten, war bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellbar.

Skandal: Wasser-Notstand bei einem Endspiel

SPORT1 hatte am Vortag noch augenzwinkernd von einer drohenden Bier-Knappheit berichtet. In der Arena herrschte dann allerdings etwas ganz anderes und bislang in diesen Dimensionen nicht Gekanntes vor: Wasser-Notstand! (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Europa League)

Bei Temperaturen, die auch bei Anpfiff um 21 Uhr noch bei 33 bis 36 Grad lagen, grenzt das an Körperverletzung. Die Kioske? Geschlossene, die Rollläden unten!

Rund um die Blöcke herrschte beinahe eine gespenstische Atmosphäre. Hatte niemand mitbekommen, dass gleich ein Endspiel angepfiffen wird?

Ein Bericht der Online-Plattform Rangers Review fasste zusammen: „Andere Stände hatten vor dem Anpfiff kein Wasser mehr, sondern nur noch zuckerhaltige Getränke und alkoholfreies Bier zum Preis von acht Euro. Einige Fans behaupteten gar, dass ihnen mehr als die angekündigten drei Euro berechnet wurden. Aber sie waren so verzweifelt, dass sie sich nicht mehr beschwert haben.“

Schon vor Anpfiff: Ärger um Powerbanks

Glasgow- und Eintracht-Fans, die sich so über ihre heißbegehrten Karten freuten, wurden Opfer eines echten Skandals.

Dabei handelte es sich um eine überschaubare Größe, die UEFA konnte monatelang planen, die Temperaturen waren bestens bekannt. Auf Festivals gibt es an solchen Hitze-Tagen kostenloses Wasser, damit alle versorgt werden.

In Sevilla hingegen wird dann auch noch der Hahn abgedreht, das sowieso schon kaum genießbare Chlor-Wasser nicht zur Verfügung gestellt. Schon beim Eintracht-Fan-Fest am Prado de San Sebastian war an einer Theke das Wasser um 16.30 Uhr aus.

Weiteres Unverständnis über die Zustände gab es bereits Stunden vor Anpfiff am Eingang. In der Mitteilung der Eintracht-Fanabteilung hieß es zuvor noch: „Powerbanks und Feuerzeuge können mit ins Stadion genommen werden.“

Frankfurt-Fan Tobias Zervos war live vor Ort und sagte SPORT1 dazu: „Zu all dem Überfluss sorgte die völlig undurchdachte Zugangskontrolle noch für tonnenweise Elektroschrott in Form von Powerbanks, die abgenommen wurden, obwohl diese offiziell gestattet waren. Das ist nur logisch, wenn der Zugang per elektronischem Handy-Ticket erfolgt.“

Journalisten geben Fans Wasser ab

Diese unfassbaren Vorgänge kamen auch peu á peu auf der Pressetribüne, die an die Fanblöcke angrenzte, an. Nicht, dass die Erwartungen als Journalist zu hochgeschraubt sein sollten. Doch vor Beginn der Verlängerung gab es auch im Pressebereich kein Wasser mehr. Sprich: Wer nicht schon zwei oder drei kleine Fläschchen (500 ml) getrunken hatte, ging leer aus.

Ein Anhänger bettelte nach Abpfiff förmlich um ein halbes Fläschchen, welches ihm von Journalisten dann auch gereicht wurde. Freunde schrieben zu diesem Zeitpunkt per WhatsApp, dass sie kein Wasser mehr bekämen.

Die Feierlichkeiten waren nach dem Eintracht-Sieg im Elfmeterschießen natürlich ekstatisch. Viele Anhänger waren allerdings auch einfach froh und erleichtert, dass es vorbei war – und das hatte weniger mit der sportlichen Entscheidung, sondern vielmehr mit dem inneren Wohlbefinden zu tun. Völlig dehydriert nach rund sechs Stunden in dem Hitzekasten von Sevilla.

Die lange Suche nach Wasser und Abzocke nach Abpfiff

Doch wer glaubte, dass sich die Situation nach Verlassen des Stadions änderte, der sah sich schnell getäuscht. Ein Glasgow-Fan sagte Rangers Review: „Außerhalb des Stadions wurden 500 ml Wasser für rund 20 Euro verkauft. Das ist natürlich ein Skandal.“ Welch eine Abzocke!

Zervos erklärte bei SPORT1: „Das nächste Getränk gab es in einer teilnahmslosen Stadt, die nach Abpfiff schon jede Getränkequelle verrammelt hatte, erst spät gegen ein Uhr nachts.“

In der Tat war wenige Stunden nach Anpfiff im Zentrum der schönen andalusischen Stadt nichts mehr von Anhängern zu sehen. Müde und völlig erschöpft kamen einem ein paar weiße oder blaue Trikots entgegen.

Euphorie? Den großen Erfolg nach 42 Jahren ohne internationalen Titel feiern? Das war einerseits körperlich und andererseits organisatorisch nicht mehr möglich.

UEFA hat im Endspiel als Veranstalter versagt

Die Erklärung der UEFA im Anschluss auf SPORT1-Nachfrage? Eine Farce! „Obwohl die Menge an Speisen und Getränken, die von den Konzessionären geplant wurde, viel größer war als das, was normalerweise bei einem ausverkauften Heimspiel im Sanchez-Pizjuan-Stadion serviert wird, reichte sie nicht aus, um die außergewöhnliche Nachfrage an diesem Tag zu befriedigen, und die UEFA möchte sich bei den Fans für die entstandenen Unannehmlichkeiten aufrichtig entschuldigen.“

Man möge sich fragen, ob die spanischen Anhänger dann bei einem Stadionbesuch überhaupt etwas essen und trinken möchten.

Es sind Vorfälle, die nie wieder passieren dürfen und bis dahin auch unvorstellbar waren. Die UEFA – sie hat in dieser Hinsicht als Veranstalter auf ganzer Linie versagt und alles dafür getan, die Party zweier toller Fangruppen zu crashen.

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