So knacken die Bayern den Meister

Macht die individuelle Klasse eines Arjen Robben den Unterschied?
Macht die individuelle Klasse eines Arjen Robben den Unterschied?

Die statistische Ausgangslage vor dem Pokalfinale spricht nicht unbedingt für Bayern München: Sie verloren die letzten vier Spiele gegen Borussia Dortmund und erzielten dabei gerade einmal einen Treffer. Doch es gibt Grund zur Hoffnung: Vor dem Showdown am Samstag sprechen einige personelle und taktische Faktoren für den Rekordmeister.

Die Bayern sind nämlich besser aufgestellt als vor den letzten Duellen: Erstmals sind alle ihre Schlüsselspieler fit und in guter Form. In den letzten Partien fehlte vor allem Schweinsteiger, der aus der Mittelfeldzentrale eine hohe Kreativität verspricht. So war die Anbindung zwischen Mittelfeld und Angriff nicht immer gegeben. Der Nationalspieler sorgt mit seiner hohen Ball- und Passsicherheit außerdem für zusätzliche Dominanz im Mittelfeld. Im Zusammenspiel mit Kroos scheint es wahrscheinlich, dass die Bayern ein Ballbesitzplus im Mittelfeld erringen können.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Die Flügelzange rochiert

Seine Rückkehr dürfte aber auch der Flügelzange Robben und Ribery zugutekommen. Diese wurden in den letzten vier Duellen von der Borussia durch konsequentes Doppeln kaltgestellt.  Nun sprechen zwei Faktoren dafür, dass beide im Pokalfinale öfter zum Zug kommen könnten: Zum einen spielen hinter ihnen mit Kroos und Schweinsteiger gleich zwei Akteure, die mit öffnenden Pässen den festen Dortmunder Defensivverbund auseinanderreißen  und damit die Dribbelkünstler in Szene setzen können.

Der zweite Faktor ist die höhere Flexibilität, welche die offensive Dreierreihe in den letzten Spielen auszeichnete: Oftmals tauschten die Akteure ihre Positionen und stifteten so Unruhe. Der Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen Köln im letzten Bundesligaspiel war hierfür eine Blaupause: Ribery tauchte auf der "falschen" rechten Seite auf, Müller ging auf links und schoss die Flanke des Franzosen ins Tor. Durch die offensiven Rochaden kommen zudem Robben und Ribery öfter im Zentrum an den Ball, was sie vom Fluch des Dortmunder Doppelns befreien könnte.

Umschaltverhalten entscheidend

Dennoch wird es schwierig sein, gegen die aggressiven Dortmunder zu bestehen. Bei den Bayern wird besonders das Umschaltverhalten stimmen müssen: Bei Ballgewinnen müssen sie aufpassen, gegen das harte Gegenpressing der Dortmunder die Kugel nicht direkt wieder zu verlieren. Bei Ballverlusten gilt es, selber ein gutes Gegenpressing zu initiieren und Dortmunder Konter zu verhindern. Es wird demnach auch eine Frage der Konzentration: Abschalten und bereits ans Champions-League-Finale denken, darf man gegen Dortmund keine Sekunde lang.

Grundsätzlich stehen die Karten für die Bayern jedoch nicht schlecht. In allen direkten Duellen sind sie besser aufgestellt als beim letzten Aufeinandertreffen in der Liga. Gustavo befindet sich in guter Verfassung und wird versuchen, die Kreise von Kagawa einzuschränken. Ein weiteres wichtiges Duell dürfte Alaba gegen Piszczek werden: Der Österreicher wird versuchen, seinen defensiv nicht immer sattelfesten Gegenüber mit schnellen Läufen unter Druck zu setzen. Das Zusammenspiel Alaba-Ribery könnte hier ganz entscheidend werden.

Fazit

Insgesamt haben die Bayern durch die erwähnten Faktoren den Abstand zu Borussia Dortmund kleiner werden lassen. Während der Bundesliga-Meister in den letzten Partien taktisch immer eine Nase voraus war, hat Heynckes spätestens gegen Real Madrid bewiesen, dass er gute Maßnahmen in Spitzenspielen anwenden kann. Dazu befinden sich nahezu alle Bayern-Spieler in Topform - ein Faktor, der gerade in engen Duellen entscheidend sein kann. Auch wenn Klopp zuletzt immer die Nase vorne hatte: Mit den Bayern ist im Pokalfinale zu rechnen.

Zurück zur Übersicht

Lesen Sie auch