Der Tour-Return

  • Ivan Lendl - konnte nie in Wimbledon gewinnen.Ivan Lendl - konnte nie in Wimbledon gewinnen.

    Als Andy Murray seinen Matchball gegen Jo-Wilfried Tsonga verwandelt hatte, stand ganz Wimbledon Kopf. Auf den Rängen des Center Courts johlten und klatschten die Zuschauer offenbar alles aus sich heraus, was sich in den letzten siebeneinhalb Jahrzehnten in der britischen Seele angestaut hatte. Auch auf "Henman Hill", wo Tausende schon den ganzen Tag bei strömendem Regen vor der Videowand ausgeharrt hatten, gab es kein Halten mehr. Murray selbst kämpfte mit den Tränen, und in seiner Box waren alle aufgesprungen und lagen sich jubelnd in den Armen. Alle, bis auf einen: Ivan Lendl.

    "Wann willst

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  • Das neue Dach - Fluch oder Segen?

    Als 1877 die ersten "Lawn Tennis Championships" in Wimbledon ausgetragen wurden, da hatte alles noch das Flair einer netten Gartenparty. Nur ein paar hundert Zuschauer, das war's. Heute, bei der 126. Ausgabe, ist diese Gartenparty zum renommiertesten Tennisturnier überhaupt geworden, bei dem bis zu 500.000 Zuschauer an die Church Road pilgern und das von Millionen weltweit verfolgt wird.

    Hier ist Tradition das Markenzeichen. Komme, was da wolle. Und lange konnte man sich im All England Club der Illusion hingeben, in diesem 17 Hektar großen Kosmos würde die längst vergessene Zeit für immer

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  • Nole und Pierre beim Planschen.Nole und Pierre beim Planschen.

    Ja, Tennisprofis haben viel Freizeit. Zu viel, daran besteht wohl spätestens seit Wimbledon kein Zweifel mehr. Denn neuerdings nutzen sie diese Zeit zwischen der einen oder anderen Trainingseinheit nicht mehr bloß für endlose Schlachten an der Playstation oder mehr oder minder sinnfreie Twitter-Einträge - nun ist man auch noch auf den Hund gekommen.

    Novak Djokovic ist das neuste Mitglied in der Riege der Vierpfoten-Liebhaber. Und das, was im Grunde nichts weiter als ein weißes, wuscheliges, zotteliges, aber hoffentlich flohfreies Wollknäuel ist, hört auf den gediegenen Namen Pierre. "Es ist

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  • Hat der Maulwurf im Tenniszirkus wirklich was verraten?Hat der Maulwurf im Tenniszirkus wirklich was verraten?

    Heute könnte Björn Phau zum beliebtesten Spieler der Tennistour werden. Ja richtig, Björn Phau. Ganz leicht wird es nicht, denn er müsste sein Auftaktmatch in Wimbledon gewinnen, und das ist ihm zuvor erst einmal gelungen — aber dieses Mal würde man ihn wohl zur Belohnung auf Händen durch die Umkleide tragen und in Champagner duschen — denn der Spieler, den Phau dann aus dem Turnier werfen würde, ist derzeit der meist gehasste Profi der Tour: Wayne Odesnik, der Spion aus der Umkleide.

    Der US-Amerikaner tritt in Wimbledon zu seinem ersten Grand Slam seit den Australian Open 2010 an. Dort

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  • Das hätten Simon & Garfunkel mit Sicherheit gefallen. Freitagmorgen, Church Road, SW19. Niemand zu sehen. Zur Linken thront majestätisch der All England Club auf der kleinen Anhöhe. Nur zwei Stewards warten an Gate 1, "polite" nennt der Brite diese höfliche Unaufgeregtheit. Und schon nach den ersten Metern den geteerten Weg hoch in Richtung "Henman Hill" ist es unüberhörbar: Sie hören, dass Sie nichts hören. Himmlisch.

    Keine fremden Ellbogen in den Rippen, keine vollgepackten Rucksäcke, die einem beim Umdrehen ins Gesicht geschleudert werden. Kein Gedrängel, kein Geschubse, kein Gequengel.

    Weiterlesen »from Wimbledon: The Sound of Silence
  • Rafael Nadal machte in Halle neben dem Platz eine gute Figur

    So hatte sich die Familie Weber das aber nicht vorgestellt. Gerry Weber hat sich in den letzten Jahrzehnten ein kleines Imperium in Ostwestfalen aufgebaut, und das Rasenturnier in Halle ist dabei so etwas wie das Sahnestückchen im Sortiment. Und da man in diesem Jahr das 20. Jubiläum der Erfolgsveranstaltung feiert, ließen es sich die Webers ein hübsches Sümmchen kosten, um nicht nur Roger Federer, sondern auch noch Rafael Nadal in die idyllische Provinz zu locken. Denn im letzten Jahr hatte sie der Schweizer Maestro hängen gelassen - doppelt hält also besser, dachte man sich. Und sie kamen

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  • Hallo aus Paris,

    Allen Grund zur Freude: Sara Errani

    Sara Errani musste lachen, obwohl ihr die Tränen übers Gesicht liefen. Die kleine Italienerin reckte die Fäuste, als bei der Siegerehrung auf dem Court Philippe Chatrier per Lautsprecher Maria Scharapowa als Finalistin, also als die Verliererin, angekündigt wurde. Ein kleiner Irrtum, leider nicht mehr. Es wäre ja auch zu schön gewesen für Errani. Denn tatsächlich war die Italienerin trotz ihres großen Kämpferherzens weit entfernt von ihrem ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier.

    Trotzdem ist Errani mit Sicherheit eine der großen Überraschungen dieser French Open, und eine

    Weiterlesen »from Bella Italia in Paris!
  • Viele Zuschauer und wenig Platz in Roland Garros

    Die Durchsage ist ein Wachmacher. "Ouverture des portes du Stade!", schallt es allmorgendlich um Punkt 10 Uhr über die Lautsprecher der Anlage, wenn die Ordner unmissverständlich angewiesen werden, die Tore des Stade Roland Garros zu öffnen. Die Schlangen der wartenden Fans ziehen sich bereits den Bois de Boulogne hinunter, 35.000 von ihnen schieben sich täglich über die Anlage an der Porte d'Auteuil im Südwesten von Paris.

    Und auch wenn die French Open im letzten Jahr bei einem Umsatz von 151 Millionen Euro 59 Millionen Euro Gewinn erwirtschafteten, so bleiben die Franzosen doch das

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  • Allez, Angie!

    Angelique Kerber: Die Siegerfaust ist zur Gewohnheit geworden.Angelique Kerber: Die Siegerfaust ist zur Gewohnheit geworden.

    Zugegeben, wir haben den Kardinalsfehler begangen. Da wird man doch Woche für Woche von jedem Spieler geradezu angeraunzt, bloß nicht zu weit im Tableau vorauszuschauen. So, als ob man mit dem Blick vorab auf mögliche Finalgegner böse Geister beschwören würde. Nun gut, haben wir dann ja wohl auch. Aber die Verlockung war wirklich zu groß, sich das ein bisschen auszumalen. Angelique Kerber als neue Grand-Slam-Siegerin? Das wäre es doch gewesen!

    Und was für eine Auslosung hatte unser Nordlicht da in Paris erwischt — Bartoli weg, Kusnezowa weg, Asarenka weg, und sie steht schon im Viertelfinale.

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  • David Goffin: Als Lucky Loser steht er im Achtelfinale.David Goffin: Als Lucky Loser steht er im Achtelfinale.

    Nein, der Junioren-Wettbewerb hat bei den French Open noch nicht begonnen. Doch man könnte es fast meinen, denn der schmächtige, blasse David Goffin sieht mit seinen kindlichen Gesichtszügen tatsächlich mehr wie ein Zwölfjähriger aus. Doch der belgische Bubi ist immerhin schon 21 Jahre alt, und er rockt in diesen Tagen den Stade Roland Garros.

    Eigentlich war Goffin in der dritten Quali-Runde gegen den Portugiesen Joao Sousa bereits ausgeschieden, doch dann rutschte er für den verletzten Gael Monfils als Lucky Loser ins Hauptfeld — und nun steht er frech im Achtelfinale der French Open. In der

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