• Von Simeone verkannt: Wer ist Klopps 50-Millionen-Mann?
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    Von Simeone verkannt: Wer ist Klopps 50-Millionen-Mann?

    Sein Lächeln konnte Diogo Jota bei seiner Vorstellung beim FC Liverpool nicht verbergen. Der Neuzugang der Reds hatte im klubeigenen Video ein Dauergrinsen im Gesicht und schwärmte beim Interview in der Kabine: "Sie haben mit Abstand das beste Stadion und Liverpool ist eines der größten Teams in England. Da konnte ich nicht nein sagen."Satte 50 Millionen Euro ist der Flügelstürmer von den Wolverhampton Wanderers wert gewesen. Jota (23) unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis Sommer 2025 und wird künftig mit der Nummer 20 auflaufen. Damit hat Liverpool nach Thiago (kam für 30 Millionen Euro vom FC Bayern) den zweiten großen Transfer innerhalb einer Woche eingetütet. "Er ist ein Spieler, der uns sehr viele Möglichkeiten gibt", sagte Coach Jürgen Klopp begeistert. Bei den Fußball-Experten ist Jota bekannt, für viele Fans kommt der Transfer vielleicht überraschend. Wer ist also der neue Klopp-Star? (Ergebnisse und Spielplan der Premier League) Espirito Santo ist der große FördererGeformt hat den Portugiesen vor allem ein Landsmann: Nuno Espirito Santo (46). Der Trainer der Wolves ist Jotas großer Förderer. Beide sind beim Star-Berater Jorge Mendes bei Gestifute unter Vertrag. Der Coach richtete auch persönliche Worte an den Stürmer: "Jeder kennt die Beziehung, die wir seit vier Spielzeiten aufgebaut haben. Was er für uns getan hat, war absolut fantastisch. Ich denke, er geht an den richtigen Ort und wünsche ihm das Beste." Deshalb legte er seinem Lieblingsspieler auch keine Steine in den Weg.Das erste mal kreuzten sich die Wege von Espirito Santo und Jota im Sommer 2016. Der Coach trainierte damals den FC Porto und suchte eine Verstärkung für den Sturm. Er fand sie in Jota. Für ein Jahr kam der damals 19-Jährige als Leihspieler und erzielte acht Tore. Als Espirito Santo dann im Sommer 2017 zu den Wolves ging, war sein Wunschspieler dann - na klar - Jota. Und der Angreifer folgte dem Ruf des Förderers, wieder per einjähriger Leihe. Jotas Schritt in die 2. Liga in EnglandDafür ging Jota sogar in die zweite englische Liga. Ein durchaus gewagter Schritt, der sich aber mehr als bezahlt machte. Satte 17 Treffer und sechs Vorlagen gelangen ihm in der Saison, seinem Team gelang der Sprung in die Premier League. Jota blieb in Wolverhampton und war dem Verein 14 Millionen Euro wert. Werde Deutschlands Tippkönig! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden Seitdem entwickelte er sich stetig weiter und zählt in England bereits seit zwei Jahren zu den auffälligsten Offensivspielern der Liga. 26 Pflichtspieltore in 85 Partien stehen für Liverpools Neuzugang seit Sommer 2018 für die Wolves zu Buche. Dazu legte er seinen Teamkollegen 26 Tore auf.  2016: Jotas 52 Tage bei Atlético MadridEin Mann dürfte sich richtig ärgern über die Entwicklung von Jota: Diego Simeone (50). Der Trainer von Atlético Madrid verpflichtete den damals 20-jährigen Jota am 6. Juli 2016 für acht Millionen Euro für sein Team.Jota hatte in seiner ersten richtigen Profisaison in Portugal für Pacos de Ferreira zwölf Ligatore erzielt und war ein gefragtes Talent. Auf dem linken Flügel sollte er bei Atlético Druck machen und die Lücke des ein Jahr zuvor abgewanderten Arda Turan (33) schließen.Allerdings entwickelte sich die Station zum bislang dunkelsten Kapitel in Jotas Karriere. Atlético holte auch noch Nicolas Gaitan (32) für die Position für 25 Millionen Euro von Benfica. Yannick Carrasco (27) war ebenfalls auf dem linken Flügel angesiedelt. Jota war also die Nummer drei und hatte schnell keine Lust mehr. "Ich wollte nicht immer nur auf der Tribüne sitzen", meinte der Stürmer über seinen baldigen Wechselwunsch. Nach nur 52 Tagen war das Kapitel Atlético für den Portugiesen schon beendet!Ein Spiel für das Simeone-Team machte er nie. Stattdessen verlieh der spanische Verein den Spieler erst an Porto, dann an die Wolves und verkaufte ihn schließlich auch nach England. Inzwischen hat der Mann, der vor vier Jahren noch zu schlecht für den Atlético-Kader war, große Sprünge gemacht. Auf den linken Flügel ist Jota auch nicht mehr festgelegt. Auch im Sturmzentrum und über die rechte Seite kann der 1,78 Meter große Angreifer Spiele entscheiden.  Vergleiche mit Portugal-Legende SimaoJota werden fantastische Fähigkeiten nachgesagt. Seine diagonalen Läufe in die Mitte, die Beidfüßigkeit, die Schnelligkeit und seine Spielintelligenz beeindrucken die Experten. Früh zogen sie deshalb bereits den Vergleich zur Portugal-Legende Simao (40).Auch Jürgen Klopp (53) beschreibt seinen neuen Mann ähnlich: "Er besitzt Schnelligkeit, er kann mit dem Ball umgehen, er kann verteidigen und beherrscht das Pressing."Die Wertschätzung ist beiderseitig. "Er ist ein fantastischer Coach", sagt Jota über Klopp. "Er war mit Dortmund 2012 schon im Finale der Champions League, als ich noch ein Kind war. Ich schaue seitdem zu ihm auf." Es hört sich also so an, als würde Diogo Jotas zweiter Anlauf bei einem europäischen Spitzenklub länger als 52 Tage dauern - auch wenn er bei Liverpool mit Mohammed Salah (28), Sadio Mané (28) und Roberto Firmino (28) noch stärkere Konkurrenten als in Spanien hat.

  • Die Achterbahn-Karriere des Alexander Sörloth
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    Die Achterbahn-Karriere des Alexander Sörloth

    Kurz bevor Erling Haaland mit herausragenden Leistungen auf sich aufmerksam machte, war ein anderer Stürmer Norwegens Hoffnungsträger gewesen: Der gut vier Jahre ältere Alexander Sörloth, der mit 20 Jahren sein Debüt in der Nationalmannschaft gefeiert hatte. Gleich in seinem zweiten Länderspiel traf der gebürtige Trondheimer beim 3:2-Sieg gegen Island, Klubs aus Europas Top-Ligen waren da wohl schon auf den 1,95 Meter großen Mittelstürmer aufmerksam geworden. Nun ist der Norweger in der Bundesliga angekommen - bei RB Leipzig. Doch bis es so weit kam, drehte seine Karriere eine Runde auf einer Achterbahn. Werde Deutschlands Tippkönig! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden  Vom Top-Talent zum Missverständnis bei Crystal PalaceNach Stationen bei Bodö Glimt und Rosenborg in Norwegen, dem FC Groningen in den Niederlanden und dem FC Midtjylland in Dänemark machte Sörloth Ende 2018 den großen Karrieresprung. Crystal Palace sicherte sich seine Dienste. Neun Millionen Euro überwies der Londoner Klub an Ablöse nach Dänemark. "SOR-ely needed", titelte das Boulevard-Blatt Sun nach der Verpflichtung des Norwegers. Und da war was dran. Crystal Palace benötigte nämlich dringend Verstärkung für den Angriff, der Klub steckte mitten im Abstiegskampf der Premier League. Sörloth kam mit der Empfehlung von 15 Toren in 26 Saisonspielen und reichlich Talent. Trainer Roy Hodgson brachte Sörloth schon nach zehn Tagen von Beginn an. Bei der 1:3-Pleite im Debüt beim FC Everton und auch im Heimspiel eine Woche später gegen Tottenham Hotspur (0:1) schaffte er allerdings nicht das, wofür er geholt wurde: Tore schießen. Das änderte sich auch in seinen zwei weiteren Startelfeinsätzen gegen Manchester United (2:3) und beim FC Chelsea (1:2) nicht. Dann war Schluss. In den letzten sieben Ligaspielen der Saison stand Sörloth keine einzige Minute mehr auf dem Feld.  Durchbruch in der Türkei für SörlothHodgson hatte bei Crystal Palace keine Zeit mehr für Experimente. Er brauchte Siege, und die fuhr er ohne den Norweger dann auch ein. Die Londoner hielten doch noch die Klasse hielten. In der folgenden Spielzeit kam Sörloth trotz einer guten Vorbereitung nur zu Kurzeinsätzen - schließlich wurde er zunächst bei KAA Gent geparkt und dann für zwei Jahre zu Trabzonspor in die Türkei verliehen.Crystal Palace hatte den Norweger prinzipiell abgeschrieben. Es ging nur noch darum, den finanziellen Verlust in Grenzen zu halten.Zu diesem Zeitpunkt hätten die Verantwortlichen wohl niemals geglaubt, dass Sörloth ein Jahr später mehr als den doppelten Preis dessen einbringen würde, was sie selbst gezahlt hatten - nämlich 20 Millionen Euro. Auch wenn sich die Engländer die Erlöse nun mit Trabzonspor teilen müssen, hat sich der Nottransfer aus dem Januar 2018 nun doch noch gelohnt. DAZN gratis testen und die Bundesliga auf Abruf erleben | ANZEIGE   Haaland Sturmpartner in Norwegens AuswahlGrund für die ordentliche Transfersumme ist, dass sich Sörloth in der Türkei zum eiskalten Torjäger entwickelt hat. In 49 Pflichtspielen erzielte der 24-Jährige bärenstarke 33 Treffer. Nachdem seine Karriere auf Abwege geraten war, ist ihm nun der große Durchbruch gelungen. Besonders bestechend ist sein Antritt. "Ich war in meiner Jugend neben dem Fußball auch im Eisschnelllauf und Handball aktiv. Das hat mir geholfen, einen schnellen Antritt zu entwickeln", erzählte Sörloth bei seiner Vorstellung in Leipzig.In Leipzig unterschrieb der Norweger am Dienstag nun einen langfristigen Vertrag. "Es war kein einfacher Transfer, weil mit Trabzon und Crystal Palace zwei Vereine beteiligt waren, die beide zustimmen mussten. Das zusammenzubringen, war ein schwierige Aufgabe", schilderte RB-Sportdirektor Markus Krösche die besondere Herausforderungen des Sörloth-Transfers, der sich über mehrere Tage hinzog.Mit der Bundesliga spielt der Stürmer nun wieder einer Top-Liga. Es ist Sörloths zweite Chance auf höherem europäischen Niveau - und die will er nutzen. "Der Offensiv-Fußball, den Julian Nagelsmann spielen lässt, passt ideal zu meinem Spielstil", freut sich der 24-Jährige auf seine neue Aufgabe in Leipzig. "Die Liga passt zu mir, es wird mit hohem Tempo gespielt, die Teams wollen Tore schießen, es macht großen Spaß zuzuschauen und hoffentlich macht es auch Spaß zu spielen." Mit seinem Kumpel und Nationalmannschaftskollegen Haaland habe er nur "kurz gesprochen", meinte Sörloth. Der BVB-Star habe ihm zum Wechsel gratuliert. Vielleicht startet Sörloth bei RB ähnlich durch wie Haaland in Dortmund. "Ich habe ein bisschen aufzuholen", sagte er der norwegischen Zeitung Verdens Gang mit Blick auf Haalands Torbilanz. "Doch hungrige Wölfe sind die besten Jäger."

  • Fan-Rückkehr: So düster ist die Lage in Europas Topligen
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    Fan-Rückkehr: So düster ist die Lage in Europas Topligen

    In den Stadien der 1. und 2. Bundesliga sind seit vergangenem Wochenende wieder Zuschauer zugelassen (in der Regel 20 Prozent der Stadionkapazität) - sofern die sogenannte Inzidenz (Durchschnitt COVID-19-Fälle der vergangenen 7 Tage pro 100.000 Einwohner) den Wert von 35,0 nicht übersteigt. (Die Lage in Deutschland)Wie sieht die Lage in Europas Topligen aus? SPORT1 gibt einen Überblick: ENGLANDIn der englischen Premier League droht den Klubs eine komplette Saison ohne Zuschauer. Ein Programm zur stufenweisen Rückkehr von Fans wurde wegen zu hoher Corona-Infektionszahlen ausgesetzt.Frühestens ab März dürfen die Vereine wohl auf Stadionbesucher hoffen. Eigenen Angaben zufolge verliert die Premier League im Spielbetrieb mit jedem Monat ohne Zuschauereinnahmen rund 110 Millionen Euro.  SPANIENLionel Messi, Toni Kroos und Co. müssen in der Primera Division ohne Zuschauer spielen - und daran dürfte sich auch so schnell nichts ändern. Frühestens im Frühjahr können sich Zuschauer Hoffnungen auf eine Rückkehr machen, sagen Experten.Zudem musste jeder Verein der 1. und 2. Liga ein Ausweichstadion benennen, in dem er bei starkem Anstieg der Infektionen spielen kann. Die fünf Spielklassen in den 3. Ligen starten sogar erst am 18. Oktober in die neue Saison. ITALIENJe 1000 Zuschauer dürfen in den Stadien der Serie A die Spiele der höchsten italienischen Liga anschauen. Dies hatte die Regierung in Rom am vergangenen Samstag entschieden. Im Oktober soll es eine Überprüfung der Maßnahmen geben, eventuell dürfen sich die Tifosi auf eine Erhöhung freuen. An der jetzigen Regelung gibt es schon Kritik: Mehrere Fangruppen riefen zum Boykott auf, sie kritisieren, dass die Stadien nicht wieder komplett geöffnet werden. FRANKREICHOffiziell erlaubt sind pro Spiel in der Ligue 1 maximal 5000 Zuschauer, doch die regionalen Behörden können die Restriktionen verschärfen. So durfte OGC Nizza an der stark betroffenen Cote d'Azur bei beiden bisherigen Heimspielen keine Fans ins Stadion lassen. Auch in Marseille durfte Olympique die Kapazität bisher nicht ausschöpfen.  BELGIENNach sechs Monaten ohne Fans durften die belgischen Anhänger Mitte September erstmals wieder in die Stadien. Die Anzahl der erlaubten Besucher ist regional unterschiedlich. Belgien verzeichnete einen der schwersten Ausbrüche der Pandemie mit fast 10.000 Toten bei einer Einwohnerzahl von rund 11,5 Millionen. ÖSTERREICHKurzfristig wurde die zulässige Zuschauerkapazität für Österreichs Fußball auf 3000 Besucher reduziert. Ursprünglich war eine Maximalzahl von 10.000 Fans erlaubt, doch aufgrund der gestiegenen Coronazahlen verschärfte die Regierung die Maßnahmen. Weitere Reduzierungen sind nicht ausgeschlossen.

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