Ärger um CL-Reform! Ligen protestieren

Ärger um CL-Reform! Ligen protestieren
Ärger um CL-Reform! Ligen protestieren

Die Champions League in ihrer neuen Form hat noch nicht einmal ansatzweise begonnen, da sorgt sie schon für Ärger.

Ab der Saison 2024 soll im neuen Modus gespielt werden. Die Teilnehmerzahl soll von 32 auf 36 Teilnehmer steigen, inklusive zweier Wild Cards für Teams, die sich über die Liga nicht für den Wettbewerb qualifiziert habe, aber zu den stärksten Teams im UEFA-Koeffizient gehören. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)

Der Wettbewerb soll dann im „Schweizer Modell“ gespielt werden. Das heißt konkret: Jeder Klub hat zehn Gruppenspiele gegen zehn anhand einer Setzliste zugeloste Gegner. Daraus wird eine Gesamttabelle der 36 Teams ermittelt, anhand derer die acht bestplatzierten Mannschaften direkt in die K.o.-Runde einziehen. Die Teams auf den Rängen neun bis 24 spielen in Playoffs die weiteren Teilnehmer der K.o.-Runde aus.

Damit aber nicht genug: Auch die Krönung des Champions-League-Siegers könnte sich verändern. Demnach soll ab 2024 womöglich das Halbfinale nicht mehr im Hin- und Rückspiel ausgespielt werden, sondern in einem Final-Four-Turnier der Sieger an einem Ort mit je einem Halbfinale und anschließenden Finale, ermittelt werden.

Europäische Ligen kritisieren Reform

Dass diese Veränderungen nicht allen gefallen würden, war klar: Jetzt äußern sich die ersten Kritiker auch öffentlich vehement zu den Plänen,

Der Zusammenschluss der europäischen Ligen, in dem auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) organisiert ist, stellt sich öffentlich gegen Teile der Reformen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Hauptkritikpunkt: Die Möglichkeit einer Qualifikation über den UEFA-Koeffizient. „Die europäischen Wettbewerbe haben einen enormen Einfluss auf nationale Ligawettbewerbe“, sagte Claus Thomsen, Vorsitzender der European Leagues, bei einer Pressekonferenz nach der Generalversammlung der Organisation in Istanbul.

Gerade mit Blick auf die Qualifikationen können man keine Kompromisse eingehen.

Den neuen Plan, dass sich Großklubs wie Real Madrid, Bayern München, der FC Barcelona oder auch die in den letzten Jahren in Europa Konstanten Borussen aus Dortmund, auch bei einer Nicht-Qualifikation über die Liga, also dem Verpassen der ersten vier Ränge, für die Champions League qualifizieren könnten, wird strikt abgelehnt.

Diese Anpassung würde „eine ungerechtfertigte zweite Chance für einige große Klubs darstellen“, teilte der Ligaverband mit. „Sportliche Verdienste in den heimischen Ligen müssen der einzige Zugang zu den europäischen Wettbewerben sein.“

Die UEFA argumentiert damit, dass die Fans gerade die Duelle dieser Großklubs im internationalen Wettbewerb sehen will. Die Ligaverbände argumentieren damit, dass das Interesse der Fans an den heimischen Liegen auch damit zusammenhängt, dass sich hier rüber für die europäischen Wettbewerbe qualifiziert werden kann.

Ligen befürchten große Nachteile für eigene Wettbewerbe

Neben dem Koeffizienten stört den Zusammenschluss besonders die Anzahl der Spiele. Statt der geplanten zehn Spiele, schlagen die European Leagues acht Spiele als Höchstmaß vor. „Eine größere Erhöhung wird den nationalen Wettbewerben und der überwiegenden Mehrheit der Vereine in Europa weiter schaden, da nur wenige davon profitieren“, so der Ligenverband.

Die zusätzlichen Spiele, würden den eh schon engen Terminkalender noch enger machen. Es wird sogar befürchtet, dass einige Pokal-Wettbewerbe nicht mehr im aktuellen Maße stattfinden können.

Und es geht natürlich auch ums Geld: Der Ligenverband befürchtet, dass die 100 zusätzlich geplanten Spiele auch Fernsehgelder abgraben, die sonst in die Ligen investiert werden würden.

Wer sich letztendlich durchsetzt, bleibt offen. Beide Verbände werden sicherlich hartnäckig verhandeln, um ihre Interessen durchzubringen.

Die Chancen die Reform zu stoppen, scheint aktuell aber wohl gestiegen zu sein. Mehrere Fan-Organisationen protestieren gegen die ganze Reform, und auch verschiedene Klubs wie Eintracht Frankfurt begehren zumindest gegen die beiden kritischen Punkte auf.

Die endgültige Entscheidung bleibt offen. Sicher ist nur: Weiter öffentliche Kritik wird folgen.

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