Österreichs Tourneespringen ohne künstliche Kulisse

SID
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Bei der Skiflug-WM in Planica wurden Fanmassen über riesige LED-Wände eingespielt, in Oberstdorf waren 350 "Papp-Zuschauer" im Stadion verschraubt - die Organisatoren der beiden österreichischen Springen der Vierschanzentournee verzichten hingegen auf künstliche Kulisse. Tenor: Stimmung und Atmosphäre kann man nicht simulieren.

"Wir verzichten auf Fans aus Pappe und Zuschauerlärm aus den Boxen - das ist nicht unser Stil", sagte der Innsbrucker OK-Chef Alfons Schranz vor dem Bergisel-Springen am Sonntag (13.30 Uhr/ARD und Eurosport) der Tiroler Tageszeitung. Dass die Wettkämpfe dort und am Mittwoch in Bischofshofen damit nicht mit coronafreien Jahren zu vergleichen sind, ist aber auch Schranz bewusst: "Der Sport bleibt der gleiche, aber die Atmosphäre fehlt. Der Hexenkessel Innsbruck wird uns abgehen."

Auch Tournee-Präsident Johann Pichler schaut den Springen mit Wehmut entgegen. "Wir sind es gewohnt, dass gut 20.000 Zuschauer dabei sind, Tausende Fahnen werden geschwungen, und jetzt springen die Sportler in ein Stadion mit Totenstille", sagte Pichler der Wiener Zeitung.

Pichler hatte ein Angebot abgelehnt, nach dem Vorbild der Flug-WM virtuelle Fans einzuspielen: "Die Firma ist auch an uns herangetreten. Der in Planica bemerkbare Effekt steht für uns aber in keinem Verhältnis zu den Kosten."