Eintracht nach 1:2 in Lüttich unter Druck: "Da müssen wir durch"

Eintracht nach 1:2 in Lüttich unter Druck: "Da müssen wir durch"
Eintracht nach 1:2 in Lüttich unter Druck: "Da müssen wir durch"

Filip Kostic starrte nach Eintracht Frankfurts Last-Minute-Niederlage bei Standard Lüttich an der Seitenlinie ins Leere, seine Kollegen standen im Jubelorkan der belgischen Fans in Grüppchen über das Spielfeld versprengt zusammen und wirkten fassungslos. Durch ein unglückliches 1:2 (0:0) in der Nachspielzeit haben die Hessen in der Europa League ohne ihre ausgesperrten Anhänger im Kampf um einen Zwischenrunden-Platz ihre günstige Ausgangsposition verspielt. Der Halbfinalist der vergangenen Saison muss vor den beiden letzten Gruppenspielen das Aus fürchten.
"Das ist sehr, sehr bitter", kommentierte Sebastian Rode am DAZN-Mikrofon den Nackenschlag nur fünf Tage nach der 5:1-Gala in der Bundesliga gegen Meister Bayern München ernüchtert: "Es hilft aber alles nichts, da müssen wir jetzt durch."
Lüttichs Siegtor von Maxime Lestienne (90.+4) traf die Eintracht wie ein Donnerschlag. Denn unmittelbar zuvor noch hätte Kostic, der neun Minuten nach Standards Führung durch Zinho Vanheusden (56.) per Freistoß ausgeglichen hatte, für die Gäste den Sieg und damit den vorzeitigen Einzug in die Runde der besten 32 perfekt machen können. 
Nunmehr allerdings ist Frankfurt in der Gruppe F nur noch Dritter hinter den vorbeigezogenen Belgiern. Beide Teams haben sechs Zähler auf dem Konto, vorne liegt der englische Topklub FC Arsenal (10) - Vitoria Guimaraes (1) hat keine Chance mehr auf die nächste Runde.
"Jetzt ist die Enttäuschung groß, aber wir werden das Kind schon schaukeln", meinte Sportdirektor Bruno Hübner kurz nach dem Abpfiff trotzig. Rode forderte aus den letzten beiden Spielen vier Punkte.
Dabei schien die Mannschaft von Frankfurts Trainer Adi Hütter auch ohne ihre Fans in Belgien bestehen zu können. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte die Anhänger der Eintracht wegen wiederholten Fehlverhaltens für insgesamt zwei Auswärtsspiele ausgeschlossen. "Das war definitiv eine Schwächung", meinte Hübner. Auch im nun sehr wichtigen Match in London bei den Gunners (28. November) bleibt Frankfurts Fanblock verriegelt.
Hütter hatte seine Spieler vor den heimstarken Belgiern gewarnt, doch zunächst spielte Standard erstaunlich passiv. Weil auch Frankfurt das Risiko scheute, plätscherte das Spiel eine gute halbe Stunde vor sich hin.
Danach aber nahm die Begegnung Fahrt auf: Lüttichs Gojko Cimirot prüfte mit einem Distanzschuss Frankfurts Torhüter Frederik Rönnow (33.). Sekunden später hätte Andre Silva auf der Gegenseite für das 1:0 sorgen können - traf aber freistehend per Kopf nur den Pfosten (34.). Lüttich drängte weiter, vergab aber zunächst zwei weitere gute Chancen.
Angepeitscht von ihren Fans erhöhten die Platzherren weiter den Druck und wurden durch Vanheusdens Treffer nach einer Ecke belohnt. Kurz darauf hätte Renaud Emond (63.) beinahe erhöht. Die Eintracht schien stark verunsichert und hätte die Unterstützung ihrer Anhänger bitter nötig gehabt, während die Standard-Anhänger jede gelungene Aktion ihrer Elf lautstark bejubelten.
Doch urplötzlich schlug Frankfurt zurück. Kostic traf mit einem sehenswerten Freistoß ins Eck. Wenig später schoss er einen weiteren Standard knapp über das Tor (72.). Als Lestienne aber mit seinem Treffer in den Schlusssekunden Frankfurts gute Ausgangsposition zunichte machte, brachen in Lüttichs Fan-Lager alle Dämme.









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