1:2 gegen Real Madrid! Bayern bekommt die Grenzen aufgezeigt

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Der FC Bayern München braucht ein Wunder, um ins Halbfinale der Champions League einzuziehen. Im Viertelfinal-Hinspiel unterlagen die Münchner Real Madrid mit 1:2 (1:0). Für Bayern traf Arturo Vidal, für den Titelverteidiger war Cristiano Ronaldo gleich doppelt erfolgreich. Die Yahoo-Analyse.

Arturo Vidal brachte den FC Bayern gegen Real Madrid per Kopf in Führung

Die Aufstellungen:

Es hat nicht gereicht. Die Schmerzen in der Schulter waren zu stark, Robert Lewandowski musste passen und auf der Tribüne Platz nehmen. Thomas Müller, gerade genesen von einer Knöchelverletzung, nimmt seinen Platz im Bayern-Sturm ein. Manuel Neuer ist ebenfalls fit geworden und gibt sein Comeback im Tor.

Keine Überraschung in der Startelf von Real Madrid. Nach den Ausfällen Pepe Raphael Varane und Pepe verteidigt Nacho innen neben Kapitän Sergio Ramos. Vor dem Dreier-Mittelfeld Casemiro/Kroos/Modric stürmen Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und in der Mitte Karim Benzema.

 

Der Spielverlauf:

Verhaltener Beginn von beiden Mannschaften. Die Bayern hatten zwar die Spielkontrolle, konnten aber in den ersten 20 Minuten kaum Tempo aufnehmen im Angriffsspiel, weil Real mit allen Mann hinter dem Ball geschickt verteidigte. Robben und Ribery kamen kaum mal in vernünftige Dribblingszenen, Müller war in der Sturmmitte völlig abgemeldet. Mehr als ein der eine oder andere Eckball sprang nicht heraus. Madrid beschränkte sich auf Konter und hatte die erste richtige Torchance, als Benzema nach einer Flanke von Kroos mit einem Kopfball-Aufsetzer die Latte traf (18. Minute). Neuer brachte irgendwie noch die Fingerspitzen an den Ball.

Die Szene war ein Weckruf für den FC Bayern. Vidal und Alonso gewannen wichtige Zweikämpfe im Zentrum, Real verlor gegen stärker pressende Bayern frühe Bälle im Aufbau. Ein Tor lag nicht in der Luft, also musste eine Standardsituation herhalten. Vidal wuchtete eine Ecke von Robben aus kurzer Distanz per Kopf unters Dach. Bayern blieb dran und hatte die Großchance zum 2:0, doch Vidal verschoss einen Handelfmeter (45.).

Der schnelle Ausgleich nach der Pause durch Ronaldo (47.) spielte Real voll in die Karten. Die Gäste hatten ihr Ziel mit dem Auswärtstor erreicht, zogen sich zurück und lauerten auf Fehler der Bayern, die sich dann auch häuften. Neuer fischte Bales Kopfball aus dem Winkel (55.). Madrid kam mit ihren schnellen Stürmern immer wieder in Eins-gegen-Eins-Duelle und war ab der 61. Minute ein Mann mehr. Martinez holte sich innerhalb von vier Minuten zwei Gelbe Karten und flog runter.

Im Anschluss spielte nur noch Real, während die Bayern mit zunehmender Spieldauer völlig einbrachen. Unerklärlich, wie leicht die Bälle im Mittelfeld hergegeben wurden, unerklärlich wie weit weg die Bayern von ihren Gegenspielern waren und unerklärlich, wie sich die Münchner ihrem Schicksal ergaben. Real baute eine Angriffswelle nach der anderen auf und kam zu jeder Menge Torchancen. Neuer rettete einige Male fantastisch, doch auch die Nummer eins konnte Ronaldos zweiten Treffer und die damit verbundene Niederlage nicht verhindern.

Die Szene des Spiels: 

Mit dem schönsten Angriff der Partie kam Real zum Ausgleich. Einen Pass von Ramos spielte Casemiro rechts raus in den Lauf von Carvajal, der Alaba entwischt war. Carvajal flankte direkt scharf flach nach innen, wo Ronaldo den Ball erneut mit einer direkten Berührung aus sieben Metern ins linke untere Eck schoss.

Der Aufreger des Spiels: 

Es lief schon die Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als Ribery an der Strafraumgrenze drei Madrilenen  mit seinen Haken narrte und dann abzog. Carvajal blockte den Schuss mit der Schulter, Schiedsrichter Rizzoli entschied auf Strafstoß und zeigte Carvajal die Gelbe Karte. Es folgten wüste Proteste der Real-Spieler – zu Recht. Das darf man nicht pfeifen. In Abwesenheit von Lewandowski schnappte sich Vidal die Kugel – und drosch sie in den Münchner Nachthimmel.

Der Spieler des Spiels: 

Cristiano Ronaldo. 660 Minuten musste die Tormaschine auf einen Treffer in der Champions League warten. Aber wenn’s drauf ankommt, können sich die Königlichen auf ihn verlassen. Ronaldo besorgte den Ausgleich und erzielte den Siegtreffer (47./77.). Damit hat bei Real im 53. Spiel in Folge zumindest einer aus dem Trio Benzema/Bale/Ronaldo getroffen.

Fazit:

Der FC Bayern München bekam seine Grenzen aufgezeigt. Real Madrid war in allen Belangen besser: körperlich, taktisch, spielerisch. Wie schon im letztjährigen Halbfinale gegen Atletico Madrid verballerten die Münchner beim Stand von 1:0 einen Elfmeter. Der alles entscheidende Unterschied: Der Ausfall von Robert Lewandowski war nicht ansatzweise zu kompensieren. Der Pole fehlte mit seiner körperlichen Präsenz und seiner Torgefahr. Ersatzmann Müller war überhaupt kein Faktor im Offensivspiel der Münchner.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen