"Ich habe den Korb fallen sehen - dann war überall Blut"

Katharina Hosser
·Lesedauer: 3 Min.

Es war die Sensation der Volleyball-Bundesliga.

Ende Oktober bezwangen die Volleyball Bisons Bühl am 3. Spieltag der noch jungen Saison den haushohen Meisterschaftsfavoriten BERLN RECYCLING Volleys mit 3:1. (Ergebnisse und Spielplan der Volleyball-Bundesliga)

Im Volleytalk auf SPORT1 hat Bühls Nationalspieler Tim Stöhr den Coup eingeordnet - und sprach außerdem über seine Nationalmannschaftskarriere - und einen blutigen Schreckmoment, den er dort erlebt hatte.

Stöhr über Erfolgsrezept gegen Berlin

"Berlin hat viele Aufschlagfehler gemacht, das hat uns in die Karten gespielt. Wenn sie dann so etwas anbieten, muss man die kleinen wenigen Chancen auch nutzen", sagte der 24-Jährige. Das A und O sei gegen die Berliner der eigene Aufschlag, "sonst ziehen sie das Spiel mit Pierre Pujol und Sergej Grankin auf und dann hängst du nur hinterher".

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"Der Aufschlag ist das einzige Element im Spiel, das du selber beeinflussen kannst", betonte Stöhr. Da brauche man eine gute Mischung. "Wenn du zu zaghaft aufschlägst, kannst du nichts reißen. Aber mit zu viel Risiko, sprich Ass oder Arschloch, wird es auch nichts."

Sie haben das mit der Mischung gut hinbekommen. Außer Durchgang zwei, der mit 26:28 verloren ging, haben die Bisons alle Sätze für sich entschieden.

Und das mit Stöhr auf seiner alten neuen Position als Außenangreifer. Dort spielte er ursprünglich, ehe er vor zwei Jahren aufgrund von einigen verletzungsbedingten Ausfällen im Team zum Libero umgeschult wurde. Seit Beginn dieser Saison aber spielt er wieder Außenangreifer.

Positionswechsel auch mit Folgen für Nationalteam?

Was dieser erneute Positionswechsel für seine Karriere in der Nationalmannschaft bedeutet, weiß er selbst noch nicht so recht.

"Letztendlich muss das der Nationaltrainer entscheiden. Es hat nicht den Anschein gemacht, als wäre er bei den Testspielen in Polen unzufrieden gewesen. Der Positionswechsel ändert ja nichts an meiner Annahme oder meiner Abwehr, was ich als Libero brauche", so Stöhr.

Und wenn ihn Bundestrainer Andrea Giani auf der Außenposition benötigt? "Dann bin ich da, wo mich der Trainer braucht", sagt Stöhr, der stolz sei, das Nationaltrikot zu tragen.

Stöhr: "Mit 24 Stichen genäht"

Dabei hat seine Nationalmannschaftskarriere gar nicht gut begonnen. Beim allerersten Training ist er bei einer Abwehraktion mit dem Kopf heftig gegen einen Zuspielkorb, ein Trainingsgerät für Zuspieler, geprallt.

"Ich lag auf dem Boden, habe den Korb fallen sehen und mich gerade noch so zur Seite gerollt", erinnert er sich. "Dann war überall Blut. Ich hatte also nach dem ersten Training einen Cut über dem Auge, der mit 24 Stichen genäht werden musste."

Dieser Zwischenfall war zwar schmerzhaft, hat ihn aber nicht von einer bislang erfolgreichen Laufbahn abgehalten - für die Nationalmannschaft und seinen Verein.

Und wenn es doch mal nicht so gut läuft, sagt Stöhr, dann muss er eben den kleinen Tick mit seinen Socken rausholen. "Ich habe meine Rituale. Wenn es im Angriff nicht läuft, dann ziehe ich halt mal zwei Socken an", sagt er.

Scheint bislang ganz gut geholfen zu haben.

Das komplette Gespräch mit Pia Kästner gibt es zum Nachhören im SPORT1-Volleytalk.