60 Millionen Euro für Lacazette? Warum der BVB in neue Dimensionen vorstoßen muss

Jan Marschke
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​Die Bild-Zeitung will erfahren haben, dass Alexandre Lacazette der heißeste Kandidat auf eine mögliche Aubameyang-Nachfolge zu sein scheint. Der französische Knipser von Olympique Lyon (30 Treffer in 39 Pflichtspielen) kündigte bereits an, dass er seinen Club im Sommer verlassen wird. Lyon fordert rund 60 Millionen Euro für den Top-Torjäger. Trotzdem sollte der BVB nicht lange zögern. 

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60 Millionen Euro! Diese Ablösesumme wäre natürlich eine Hausnummer. Findet der Transfer wirklich statt, würde er nicht nur den vereinsinternen Transferrekord verdoppeln (bisher André Schürrle für 30 Millionen Euro), er würde auch einen neuen Bundesligarekord aufstellen. Teuerster Spieler bisher: Julian Draxler, der 2015  für 43 Millionen Euro  zum VfL Wolfsburg kam.


Ein Zeichen an die Konkurrenz

Pierre-Emerick Aubameyang ist ein Spieler, der eigentlich kaum zu ersetzen ist. Sollte dies aber nur im Ansatz gelingen, muss ein bereits gestandener Spieler mit internationalem Format verpflichtet werden. Und der kostet nun mal in den heutigen Zeiten eine ordentliche Stange Geld. Klar ist aber auch: Aubameyang würde bei einem Abgang ebenfalls ordentlich Kohle in die Kassen von Borussia Dortmund spülen. Zudem hat man durch das Abschneiden in der bisherigen Champions-League-Saison rund 30 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Geld wäre also da. 

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War der Weg des BVB bisher der, junge Spieler für verhältnismäßig weniger Geld zu verpflichten und in Dortmund zu Stars zu formen, sollte man hier definitiv in den Franzosen investieren. Dies wäre zum einen ein Zeichen an die nationale und internationale Konkurrenz. "Lacazette zum BVB!" Eine Schlagzeile, die in Fußball-Europa sicherlich für Aufsehen 

sorgen dürfte. Zum anderen MUSS der Spieler, der als Auba-Ersatz verpflichtet wird, sofort funktionieren. Man hat im Sturm keine vernünftige Alternative. Zwar kann André Schürrle ab und zu mal in der Spitze aushelfen, doch ein Stürmer vor dem Herren ist der Nationalspieler sicher nicht. Eine lange Eingewöhnungszeit, wie sie in Dortmund meist üblich ist, wird man sich auf der Stürmerposition nicht erlauben können. 

Lacazette! Und dann?

Sollte man Aubameyang im Sommer abgeben, gibt es wenige Alternativen, die an die Klasse des Gabuners heranreichen. Neben Alexandre Lacazette gibt es kaum einen Stürmer mit internationalem Format, der nicht bereits bei einem Top-Club spielt. Einzige Ausnahme: Romelu Lukaku. Der Belgier vom FC Everton führt derzeit die Torjägerliste auf der Insel an. Doch der belgische Nationalspieler bevorzugt einen Verbleib in der Premier League und würde wohl kaum in die Bundesliga wechseln. Zudem dürfte sich Lukaku bereits an die hohen Premier-League-Gehälter gewöhnt haben.


Wie wir es auch drehen und wenden: Eigentlich führt kein Weg an Lacazette vorbei. Er bringt aktuell einfach alles mit, was ein absoluter Top-Stürmer braucht. Die 60 Millionen Euro sollte der BVB definitiv investieren. Das erhöht das Prestige und garantiert den Borussen eine echte Granate auf der Sturmposition.


Verlässt der Gabuner den BVB überhaupt?

Doch wie hoch stehen eigentlich die Chancen, dass Pierre-Emerick Aubameyang den BVB überhaupt verlässt? Hans-Joachim Watzke betonte erst kürzlich: " Ich gehe davon aus, dass er bei uns bleibt. Wenn Real oder Barcelona kommen, denkt er vielleicht darüber nach. Der Rest stellt für ihn sicher keine große Alternative dar. Und zu Bayern lassen wir ihn nicht.“

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Real oder Barca: Brauchen die einen Aubameyang? So sehr man die Qualitäten des 27-Jährigen auch schätzen mag. Hier muss man ganz klar sagen: Nein! Aubameyang dürfte weder in Madrid an 'BBC', noch in Barcelona an 'MSN' vorbeikommen. Und eine derartige Summe, die der BVB für seinen Top-Torjäger verlangen dürfte, würde man in Spanien nicht für einen Ersatzspieler ausgeben. Die Anzeichen auf einen Auba-Verbleib verdichten sich also. Sollte es nichtsdestotrotz doch anders kommen, führt kein Weg an Alexandre Lacazette vorbei.

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