7. Streich! Brady brilliert im Super Bowl, demontiert Chiefs

Eric Böhm
·Lesedauer: 4 Min.

Tom Brady hat es einmal mehr alles gezeigt.

Der NFL-Superstar führte die Tampa Bay Buccaneers im heimischen Raymond James Stadium gegen die Kansas City Chiefs zum 31:9-Erfolg in Super Bowl LV. Für Brady war es im zehnten Endspiel der siebte Triumph. Kein anderer Quarterback hat mehr als fünf Teilnahmen und vier Titel auf dem Konto.

Nach seinem schockierenden Wechsel von den New England Patriots zementierte der 43-Jährige so seine Ausnahmestellung in der NFL-Historie.

Gegen Titelverteidiger Kansas City um Jungstar Patrick Mahomes lieferten Brady und die Verteidigung der Bucs eine Glanzvorstellung. Der erste Gastgeber, der den Super Bowl erreichte, dominierte von Beginn an und entzauberte die gefürchtete Offensiv-Maschine der Chiefs. Folgerichtig wurde Brady auch zum fünften Mal zum MVP des Endspiels gewählt.

Bucs setzen Mahomes unter Druck

Von Beginn an ging der Plan der Buccaneers nahezu perfekt auf. Sie setzten Chiefs-Superstar Patrick Mahomes regelmäßig unter Druck und nahmen der explosiven Offensive des Titelverteidigers so jeden Rhythmus. Weit ins zweite Viertel hinein stand Mahomes bei unterirdischen 23 Passyards.

Shaq Barrett und Jason Pierre-Paul schafften zwar keinen Sack, nahmen den Chiefs aber das Timing für ihre Pässe und zwangen Mahomes zu improvisierten Läufen. So waren die starken Passfänger Tyreek Hill und Travis Kelce lange keine Faktoren. Die Ausfälle in der Offensive Line - unter anderem Eric Fisher - wirkten sich entscheidend aus.

Chiefs mit vielen Fehlern und umstrittener Strafe

Dazu kamen Strafen für insgesamt 95 Yards - ein Super-Bowl-Negativrekord. Darunter war eine äußerst fragliche Pass Interference für Cornerback Beshaud Breeland im Duell mit Mike Evans vor der Halbzeit, die zum Touchdown von Antonio Brown zum 21:6-Halbzeitstand führte.

Tampas Defensiv-Mastermind Todd Bowles doppelte zudem Star-Receiver Tyreek Hill und oft auch Tight End Travis Kelce. Damit nahm er Mahomes seine wichtigsten Waffen. In der kompletten ersten Hälfte war der längste Spielzug der Chiefs ein Pass über 14 Yards, zudem patzte auch zweimal der junge Punter Tommy Townsend.

Am Ende kam Kelce zwar auf gute Zahlen (9 Catches für 117 Yards), aber da lagen die Chiefs schon weit im Hintertreffen, Hill blieb dagegen durchgehend blass. Mahomes verlor zum ersten Mal in der NFL mit mehr als einem Touchdown Unterschied. Es war seine höchste Niederlage seit einem 10:66 im November 2016 mit Texas Tech gegen Iowa State. Der passende Abschluss für einen gebrauchten Abend war Mahomes' Interception kurz vor Schluss.

Brady und Gronkowski historisch

Nach der Halbzeitshow von The Weeknd ging es ähnlich weiter. Die Chiefs hatten etwas Erfolg mit Läufen von Mahomes und Rookie Clyde Edwards-Helaire, aber Richtung Endzone war Schluss. Nach Barretts erstem Sack warf Mahomes zudem eine Interception, die Tampa mit dem Field Goal zum 31:9 bestrafte. Mahomes blieb zum ersten Mal in seiner Karriere in den ersten drei Vierteln eines Spiels ohne Touchdown.

Ganz anders der Bucs-Angriff: Der starke Leonard Fournette - vor Saisonstart von den Jacksonville Jaguars (1 Sieg in 16 Spielen) entlassen - bestätigte eindrucksvoll seine Glanzform der Playoffs, davon unterstützt konnte Brady wie zu seinen Glanzzeiten die Defensive der Chiefs auseinanderpflücken. Der 43-Jährige lieferte in seinem 10. Super Bowl eine nahezu perfekte Vorstellung ab.

Zum ersten Mal gelang ihm im ersten Viertel eines Super Bowls ein Touchdown, zudem stellte er mit seinem langjährigen Mitspieler Rob Gronkowski eine weitere Bestmarke auf. Mit fünf Touchdowns im Super Bowl überflügelten sie die die 49ers-Legenden Joe Montana und Jerry Rice.

Premiere für Bucs-Coach

Für seinen Coach Bruce Arians war es nach zwei Titel als Assistent bei den Steelers der erste Super Bowl als Cheftrainer. Er schneiderte Brady im Verlauf der Saison seine Offensive auf den Leib. Die Bucs gewannen nach 2002 ihren zweiten Super Bowl, Kansas City verpasste es, den Super Bowl als erstes Team seit Bradys Patriots 2004 zu verteidigen.

Noch schlimmer für die NFL: Brady denkt nicht ans Aufhören.