78-Jährige vor Gericht: Sie hat streunende Katzen gefüttert

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 2 Min.

In den USA muss sich eine 78-Jährige vor Gericht verantworten. Ihr Vergehen: Sie hat in ihrem Wohnviertel streunende Katzen gefüttert.

Woman playing with a stray cat
Symbolbild: Getty Images

Joan P. Hussey ist 78 Jahr alt, lebt in Tampa im US-Bundessstaat Florida und ist offenbar große Katzenliebhaberin. Auch und besonders solche Miezen rühren ihr Herz, die obdach- und herrchenlos auf der Straße herumstreunen. Deshalb füttert sie die Tiere schon mal aus Mitgewühl. Das aber sieht der Eigentumswohnungsverein, dem auch die Wohnung der Rentnerin angehört, gar nicht gern. Deshalb muss sich die Frau nun vor Gericht verantworten.

Klage gegen 78-Jährige eingereicht

Denn der Verband hat bei einem Gericht in Hillsborough County Klage gegen Hussey eingereicht, wie die Lokalzeitung Tampa Bay Times am 29. Januar berichtet. In einer im Januar eingereichten Klageschrift heißt es zur Begründung: Die Frau habe die Regeln gebrochen, indem sie "streunende Katzen/Tiere" in und nahe den öffentlichen Bereichen des Wohnviertels angelockt und gefüttert habe.

Doch nicht nur das Füttern und Anlocken der Tiere missfällt den Verantwortlichen des Vereins. Auch die Folgen, die angeblich damit einhergehen können, bereiten ihnen anscheinend Sorge. Weiter geht aus der Klageschrift nämlich hervor, dass die "permanente Anwesenheit der streunenden Katzen auch zu unerwünschten Gesundheitsproblemen bei den Nachbarn und/oder Mietern führen kann".

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Hussey versteht die Welt nicht mehr. "Ich bin sehr überrascht", sagt die ehemalige Büroangestellte der Zeitung. "Ich hatte mein Leben lang Katzen und mache das auf respektvolle Weise". Es stimme nicht, dass sie mehrere Tiere füttert. Sie kümmere sich seit Jahren um eine einzige Katze – eine schwarz-weiß gemusterte, die sie Cleo nenne.

Gemeingefährliche Tierliebe?

Der Verband will das nicht gelten lassen. Hussey soll mehrfach Aufforderungen ignoriert haben, das Füttern streunender Tiere zu unterlassen. Außerdem sei die aktuelle Klage nicht die erste rechtliche Auseinandersetzung mit der Frau. Man hätte die Angelegenheit über eine für solche Fälle zuständige Behörde regeln wollen. Doch sie hätte auf Unterlassungsansprüche nicht reagiert. Ihre Begründung soll gewesen sein, dass sie den "Fachjargon" in den Behördenbriefen nicht verstanden habe.

Jetzt soll eine Richterin Hillsborough County Klarheit schaffen. Sie muss also die schwierige Frage beantworten: Ist das Füttern streunender Katzen/Tiere rechtens oder stellt das Mitgefühl für Tiere eine Bedrohung für Menschen dar?

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