Das 80-Millionen-Duell

Lukas von Hoyer
·Lesedauer: 2 Min.

Für Alphonso Davies dürfte sich der Samstag wie ein erster kleiner Rückschlag seiner Senkrechtstarter-Karriere anfühlen.

Bei Arminia Bielefeld saß der Shootingstar des FC Bayern bis zur 90. Spielminute auf der Bank. Dann wurde er für den Mann eingewechselt, der statt ihm selbst in der Startaufstellung gestanden hatte: Lucas Hernández.

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Der Franzose erlebte seit seinem Wechsel nach München im Sommer 2019 keine einfache Zeit. Den 80 Millionen Euro schweren Rucksack seiner Ablösesumme, die an seinen Ex-Klub Atlético Madrid fällig wurde, konnte er nie gänzlich abstreifen.

Seit letzter Saison machte auf der Position des linken Verteidigers Davies die Schlagzeilen. Mit 19 Jahren hat er sich einen Marktwert von 80 Millionen Euro erspielt (transfermarkt.de) und ist damit zum teuersten Linksverteidiger der Welt aufgestiegen. Außerdem ist der Kanadier zum Publikumsliebling geworden und hat sich auf der linken Seite unverzichtbar gemacht. Bis jetzt, bis ihn das 80-Millionen-Duell einholte.

Davies wirkt müde - Hernández topfit

"Lucas Hernández hat sehr stabile Leistungen gebracht und ist auf einem sehr guten Level. Er tut uns mit seiner Aggressivität gut", lobte Bayern-Coach Hansi Flick den Franzosen nach dem ungefährdeten 4:1-Sieg in Bielefeld.

Seine Entscheidung für Hernández hatte durchaus für Staunen bei Fans und Experten gesorgt. Seit dessen Ankunft an der Säbener Straße hatte der Weltmeister zuvor nur 21 Einsätze bei Bundesligaspielen machen dürfen, die meisten davon als Joker.

Hernández wurde allerdings auch immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Nun ist der 24-Jährige endlich komplett fit, und auch seine mentale Verfassung wirkt stabil.

Flick: "Für Davies ist es nicht einfach"

Ganz im Gegenteil zu der seines Konkurrenten Davies. Der Kanadier scheint nach seiner Durchbruch-Saison müde zu sein - in seinen schnellen Beinen und im Kopf.

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Flick bestätigte diesen Eindruck: "Für einen jungen Spieler wie Alphonso Davies ist es durch die vielen Spiele in der letzten Saison und die kurze Pause nicht einfach. Es ist wichtig, dass er wieder ins Rollen kommt und seine Stärke wieder ins Spiel bringen kann. Aber dafür muss er eine gewisse Fitness und mentale Frische haben."

Bislang ging es für Davies in einem atemberaubenden Tempo bergauf. Mit 19 Jahren einen Triple-Sieg auf dem Briefkopf - das hat auch nicht jeder. Nun muss er sich allerdings gegen einen Weltmeister behaupten. Es bahnt sich ein hochinteressantes Duell auf der linken Seite des FC Bayern an.