Ab Misano volle Attacke: Lukas Tulovic will wieder freien Kopf haben

Gerald Dirnbeck
motorsport.com

Anfang August erfuhr das Kiefer-Team im Laufe des Rennwochenendes in Tschechien, dass man für die Moto2-Saison 2020 keinen Startplatz erhält. Damit muss ein deutsches Traditionsteam die Weltmeisterschaft verlassen. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass die Grand-Prix-Karriere von Lukas Tulovic womöglich nach nur einer kompletten Saison zu Ende gehen wird. Diese Erkenntnis wirkte sich auch sportlich aus, wie die nackten Zahlen zeigen.

In Brünn schied der deutsche Nachwuchsfahrer zum bisher einzigen Mal durch Sturz aus. In Österreich wurde es Platz 27 und in Silverstone Position 26. Das waren seine drei schlechtesten Rennen des Jahres. "Jeder, der sich in meine Lage versetzt", seufzt Tulovic im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Wir haben es als Dreijahresplan gesehen. Das erste als Lernjahr, im zweiten konstant in die Punkte und im dritten dann ganz nach vorne. Es lief bis Brünn eigentlich alles nach Plan."

Die negative Entscheidung des Selektionskomitees war ein herber Rückschlag: "Wenn man dann so eine Information bekommt, ist das mit 19 Jahren in so einer Klasse nicht so leicht zu verarbeiten. In Österreich und Silverstone war deutlich zu erkennen, dass die Leistungskurve nicht so wie vorher war. Wenn es nicht läuft, macht die Sache dann natürlich auch nicht so viel Spaß wie es vorher gemacht hat. Ich denke, die zwei Wochen Pause haben ganz gut getan."

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Viele unbekannte Strecken kommen noch

Misano soll ein Neustart sein. Jochen Kiefer versucht ihn tatkräftig zu unterstützen. "Ich habe in letzter Zeit viel mit ihm geredet. Wir waren öfters mal zusammen und haben viel besprochen", schildert der erfahrene Teamchef gegenüber 'Motorsport.com'. "Er muss halt wieder die Lust haben, auf das Motorrad zu steigen. Klar ist es für ihn immer noch schwierig, weil er immer noch nicht weiß, wie es weiterlaufen wird."

Kiefers Ratschlag: "Er soll sich drauf konzentrieren, in den letzten Rennen zu zeigen was in ihm steckt und dass er doch hierher gehört. Ich hoffe, dass er das schafft. Hier wird es natürlich schwierig, weil Misano eine komplett neue Strecke für ihn ist. Man hat aber gesehen, dass er auf Strecken, die er noch nicht so gut gekannt hat, ein gutes Ergebnis gefahren ist. Von dem her bin ich sehr positiv für dieses Wochenende eingestellt."

Für die Zukunft sieht sich sein Manager nach Möglichkeiten um

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Für die Zukunft sieht sich sein Manager nach Möglichkeiten um LAT

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Diesen Rat will Tulovic auch befolgen: "Das habe ich mir für die letzten sieben Rennen vorgenommen. Ich freue mich vor allem auch auf die Asienrennen." Denn die Strecken in Buriram, Motegi, Phillip Island und Sepang sind für ihn Neuland. "Auch Misano kenne ich noch nicht. Aragon kenne ich aus der Moto2-Europameisterschaft. Ich versuche es zu genießen, zu meiner alten Form zurückzufinden und Spaß zu haben Ich will zeigen, dass es doch besser geht."

Über Facebook und vor allem Instagram interagiert Tulovic mit seinen Fans. Dass es so viel Unterstützung nach der Entscheidung des Selektionskomitees gegeben hat, beeindruckt den Nachwuchsfahrer noch heute: "Als wir in Österreich den Streckenrundgang gemacht haben, sind große Banner gehangen und alle Leute haben gejubelt. Das ist schon sehr schön, wenn man sieht, wie viele Leute hinter einem stehen. Klar, es ist wie mit jedem Hype und geht auch wieder zurück. Aber immer noch fragen Leute wie es aussieht und wie es läuft. Das fühlt sich schon echt gut an."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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