Abschied einer Ausnahmeerscheinung

Die Ticket-Preise schossen durch die Decke, Tennis-Legenden überboten sich in Lobpreisungen und der erste Turniertag kündigte sich schon als emotionaler Höhepunkt der US Open an: Fast alles drehte sich vor dem Start in New York um Serena Williams.

Die Tennis-Queen geht zum letzten Mal beim Grand Slam vor Heimpublikum an den Start - gewinnen muss sie nicht mehr. (NEWS: Alles Wichtige zum Tennis)

Längst hat sich Serena, die jüngere der beiden Williams-Schwestern einen Status erarbeitet, der weit über das Tennis hinaus reicht. Wie Michelle Obama, Popstar Beyonce Knowles oder TV-Star Oprah Winfrey ist die 40 Jahre alte Ausnahmekönnerin mit ihrer Aura und ihrem Einfluss eine Inspiration - insbesondere für schwarze Frauen in den USA. Williams hat bewiesen, dass man große Träume leben kann.

Williams mit Herzogin Meghan befreundet

Angetrieben wurde die athletische Frau dabei von ihrem unerschöpflichen Ehrgeiz, mit dem sie in ihrem Erstrundenmatch am Montagabend Ortszeit (ab 1 Uhr MESZ) gegen Danka Kovinic aus Montenegro noch einmal erfolgreich sein will.

Zuvor sprach Williams im Podcast „Archetypes“ mit ihrer Freundin Herzogin Meghan über die anstehende Veränderung. „Natürlich beende ich meine Profilaufbahn, aber es ist auch eine Entwicklung“, sagte Williams: „Ich kümmere mich mehr um geschäftliche Dinge.“ Und ihre Tochter Olympia soll ein Geschwisterkind bekommen.

Doch am Montag, und vielleicht ja auch noch die eine oder andere weitere Runde danach, will Williams nochmal ihre spektakulärer Wucht auf den Hardcourt bringen.

Ein Grand Slam fehlt Serena Williams zum Rekord

23 Grand-Slam-Siege hat sie errungen, nur einer fehlt ihr zum Rekord der Australierin Margaret Court. Dabei wird es wohl bleiben, und Williams kann damit mittlerweile auch leben. (WTA: Aktuelle Tennis-Weltrangliste der Damen)

Auch so wird sie sowohl von Legenden wie John McEnroe als auch von der neuen Generation mit Supertalent Coco Gauff als GOAT bezeichnet - als Größte der Geschichte. Sieben Titel fuhr sie in Melbourne ein, drei in Paris, sieben in Wimbledon und sechs bei den US Open. Den ersten 1999 mit 17 Jahren.

Insgesamt 319 Wochen war Williams, die mit ihrer Schwester Venus (42) auch noch eine Wildcard für den Doppelwettbewerb annahm, Nummer eins der Welt. Nur Steffi Graf (377) und Martina Navratilova (332) stehen in der Statistik vor ihr. (DATEN: Kalender der WTA-Tour)

Williams erwartet Gefühlschaos

Zu den Favoritinnen gehört die extrovertierte Amerikanerin im Jahr 2022 aber nicht mehr, zu weit liegen ihre großen Erfolge zurück. An erster Stelle ist die Polin Iga Swiatek zu nennen, die zuletzt dominant zum Titel in Paris gestürmt war. Auch Gauff will ihrem Vorbild Serena immer stärker nacheifern.

Für Williams selbst wird es darum gehen, die Emotionen unter Kontrolle zu bekommen, um noch einmal ihr Bestmögliches abrufen zu können.

Zuletzt in Toronto wurde offensichtlich, wie schwer ihr der Abschied von der großen Bühne fällt, Tränen liefen ihre Wange herunter. In New York werden die Gefühle wohl noch intensiver werden.