„Absolut inakzeptabel”: Viraler Beitrag auf Facebook stellt Hersteller von Kinderkleidung an den Pranger, weil er unverkaufte Ware einfach entsorgt

Foto über Facebook/NatashaMcKenna
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Ein beliebter Hersteller von Kinderkleidung ist unter Beschuss geraten, da er unverkaufte Ware angeblich einfach vernichten soll.

Natasha McKenna machte auf Facebook ihrem Ärger Luft, nachdem sie vor der Dufferin Mall, einem Einkaufszentrum in Toronto, säckeweise Kinderkleidung und Spielsachen gefunden hatte. Laut McKenna hatte man den Inhalt, zu dem Kleidung, Schuhe und Dekoware gehörten, zerstört und als Müll entsorgt, anstatt ihn zu spenden oder zu recyceln.

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„Sie haben die Sachen nicht nur weggeworfen, sondern zerstört, sodass sie niemand anderes mehr nutzen kann“, schrieb McKenna. „Ich habe schon von diesem Vorgehen im Einzelhandel und von Fast Fashion gehört. Mir ist schlecht geworden, als ich den Inhalt der Säcke an der Dufferin Mall durchgesehen und Dinge wie zerschnittene Schuhe und zerbrochene Bilderrahmen sowie zerschnittene Strampler, Schneehosen und Handschuhe gefunden habe.“

Ich war so enttäuscht, als ich gestern an Müllbeuteln voller brandneuer Baby- und Kinderkleidung, Spielsachen und Schuhe vorbeiging, und…

Veröffentlicht von  Natasha McKenna am  Dienstag, den 7. Januar 2020

McKenna bezeichnete die Entsorgung als „unglaubliche Verschwendung” und verurteilte das Unternehmen aufs schärfste, weil es seine unverkaufte Ware nicht stattdessen an bedürftige Kinder oder Familien spendet.

Das Zerstören unverkaufter Ware ist eine Praxis der Fast-Fashion-Industrie, von der bisher nur wenige Menschen wissen. Es stellt eine schwerwiegende Bedrohung für die Umwelt dar. Laut einem Bericht des United Nations Environment Programme (UNEP) ist der Modesektor global für etwa 10 Prozent der Kohlenstoffemissionen (mehr als internationale Flüge und die Seefahrt) und weltweit für 20 Prozent des Abwassers verantwortlich.

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Und während Unternehmen mehr und mehr Kleidung produzieren, zerstören oder verbrennen sie auch mehr Ware als jemals zuvor: Fast 85 Prozent der jährlich produzierten Textilien enden Jahr für Jahr im Müll. Experten glauben, dass pro Sekunde eine Wagenladung Textilien entweder verbrannt wird oder im Müll landet. 2018 kündigte Burberry ein Ende des Zerstörens unverkaufter Ware an, nachdem Investoren sich darüber empört hatten, dass Waren im Wert von 34 Mio. Euro einfach entsorgt worden waren.

„Solche Geschäftspraktiken verraten einem, dass diese Unternehmen mehr um Umsätze als um die Kinder und Familien, denen sie Produkte anbieten, besorgt sind”, schrieb sie. „Sie interessieren sich nicht für die Kinder und sie interessieren sich nicht für die Welt, die sie unseren Kindern hinterlassen, indem sie diese Kleidung von der Stange auf die Müllhalde schicken.“

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Als Alternative zu dem Überschuss haben sich einige Bekleidungsfirmen dazu bereit erklärt, künftig weniger zu produzieren, überschüssige Ware zu spenden oder zu schreddern, sodass man den Stoff als Dämmungsmaterial oder zu anderen Zwecken wiederverwenden kann. Allerdings gehen viele weiterhin den einfachen (und billigen) Weg und zerstören die überschüssige Ware.

„Bitte schließt euch mir an und sagt Carter, wie enttäuschend und ekelhaft es ist, brandneue Kinderkleidung einfach zu zerstören und wegzuwerfen. Wenn ihr dort einkauft, dann denkt zweimal darüber nach, wenn ihr die Läden betretet oder im Internet einkauft, bis sie damit aufhören“, forderte McKenna die Facebook-Nutzer auf. Sie fügte hinzu, dass sie auch bei anderen Einzelhändlern nachfragen sollen, wie sie mit unverkaufter Ware umgeben. „Das ist absolut inakzeptabel.“

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Yahoo Kanada hat Carters OshKosh Hauptsitz in Atlanta, Georgia um Stellungnahme gebeten, aber bis zum Veröffentlichzeitpunkt hat es keine Reaktion des Unternehmen gegeben.

McKennas Posting wurde mittlerweile über 9.000 mal auf Facebook geteilt und viele Nutzer waren genau so entsetzt wie sie.

„Ich werde da nie wieder einkaufen“, schrieb eine Facebook-Nutzerin. „Ich habe vor Jahren gehört, dass manche Einzelhändler so vorgehen, aber ich hatte keine Ahnung, dass sowas immer noch gemacht wird, nachdem wir alle wissen, wie es um unseren Planeten steht.“

McKenna teilte einen Screenshot von dem Gespräch mit einem anonymen Carter-Angestellten, der bestätigte, dass die Kette regelmäßig Ware vernichtet.

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“Die Mitarbeiter sind dazu angehalten, Ware, die beschädigt zurückgegeben wird oder irgendwelche Mängel hat, direkt im Laden zu zerschneiden“, schrieb der Mitarbeiter. „Wenn wir ein beschädigtes Produkt erhalten, wird es zurückgeschickt, aber wenn jemand einen Schneeanzug zurückbringt, bei dem an der Jacke der Reißverschluss klemmt, wird beides zerschnitten! Es ist absoluter Wahnsinn, wie viele Kinder keine Mäntel oder Handschuhe haben, aber Carter’s  will, dass all diese Winterkleidung zerschnitten wird, obwohl man sie ganz einfach reparieren könnte. Angestellte und das Management haben schon etliche Male dazu gedrängt, das zu ändern, aber es ist ihnen einfach egal.“

Elizabeth Di Filippo

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