Absurder Corona-Ratgeber: Friseursalon im Kreuzfeuer

Ein Friseursalon im Westen Sydneys musste sich entschuldigen, nachdem er eine E-Mail mit irreführenden Tipps versandt hatte, wie sich Kunden während der Coronavirus-Pandemie verhalten sollten.

Ein Friseursalon in Sydney musste sich wegen einer E-Mail mit “Tipps” gegen das Coronavirus entschuldigen. (Foto: Getty Images)
Ein Friseursalon in Sydney musste sich wegen einer E-Mail mit “Tipps” gegen das Coronavirus entschuldigen. (Foto: Getty Images)

Das Yahoo Lifestyle Australien Team erhielt die Email, in der der Salon detailiert beschrieb, was die Betreiber unternehmen, um Kunden vor COVID-19 in ihrem Salon zu schützen.

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„Soweit wir wissen, befinden wir uns immer noch in einem Gebiet, wo das Infektionsrisiko sehr niedrig ist. In der Regel stellt COVID-19 für gesunde Menschen keine Bedrohung dar und wird meist nur für ältere Menschen (über 65) und Menschen gefährlich, die ohnehin gesundheitlich vorbelastet sind. Aber wir alle müssen unseren Teil leisten, um die Verbreitung des Virus aufzuhalten, bis wir ein Mittel oder einen Impfstoff für diejenigen gefunden haben, für die das Virus eine Gefährdung darstellt“, begann die E-Mail.

Der Salon schrieb dann weiter, dass es die normalerweise angebotene Gratis-Handmassage erst einmal nicht mehr gibt, Kunden zwei Meter voneinander entfernt bedient werden und zusätzliches Desinfektionsmittel für die Kunden bereitgestellt würde. Sie schrieben außerdem, dass sie jeden Platz vor der Nutzung desinfizieren und sicherstellen würden, dass ihre Mitarbeiter keine Symptome zeigen, die auf eine Grippe hinweisen könnten. Soweit so gut.

<em>Der Salon verschickte an seine Kunden ein COVID-19-Update. Foto: Yahoo Lifestyle Australia</em>
Der Salon verschickte an seine Kunden ein COVID-19-Update. Foto: Yahoo Lifestyle Australia

Dann listete der Salon allerdings sieben Tipps auf, die bei vielen für Stirnrunzeln sorgten. „Trinke alle 15 Minuten warmes Wasser“, hieß es im ersten „Tipp“. Dieser Mythos wurde bereits als falsch entlarvt und der Stanford Health Care zufolge handelt es sich um „Fehlinformation“.

Im nächsten “Tipp” wurde behauptet, dass “Temperaturen von 28 Grad das Virus töten“ würden. Die Weltgesundheitsorganisation hatte bereits zuvor darauf hingewiesen, dass das Coronavirus auch in Gegenden mit heißem und feuchten Klima übertragen werden könne.

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“Tipp” Nummer drei war, dass du dir “den Virus in den Magen spülen” kannst und die Magensäure es dann töten würde. Wieder wurde dazu geraten, „alle 15 Minuten Wasser zu trinken“, obwohl es absolut keine Beweise gibt, die diese Behauptung stützen würden.

<em>Der Salon hatte eine Reihe von “Tipps” aufgelistet. Foto: Yahoo Lifestyle Australien</em>
Der Salon hatte eine Reihe von “Tipps” aufgelistet. Foto: Yahoo Lifestyle Australien

„Halte deine Nasenlöcher mit Sprays, Salzlösungen oder Salbe feucht (durch Mund und Nase gelangen die Viren in der Regel in den Körper)“, heißt es in dem nächsten Tipp. Die Weltgesundheitsorganisation sagt, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass das Ausspülen mit salzhaltigen Mitteln Menschen vor einer Infektion schützt.

In der E-Mail ging es dann weiter: „Kaufe in deiner Apotheke eine Flasche Vitamine für das Immunsystem und nimm diese regelmäßig ein (es ist das einzige Mittel, dass dein Immunsystem stärken kann. Sprich mit deinem Apotheker, ob es für dich geeignet ist).“

„Trinke weniger Alkohol, schlafe ausreichend und ernähre dich gesund. Treibt regelmäßig Sport, um euer Immunsystem zu stärken.“

Der letzte „Tipp“ drehte sich darum, dass man darauf achten solle, dass „die Frisur gut aussieht“. Der Salon behauptete, dass dein Wohlbefinden dein Immunsystem beeinflusst.

<em>Der Salon entschuldigte sich schnell. Foto: Yahoo Lifestyle Australia.</em>
Der Salon entschuldigte sich schnell. Foto: Yahoo Lifestyle Australia.

Innerhalb von einer Stunde nach Versenden der E-Mail schickte der Salon eine Entschuldigung an seine Kunden, in der es hieß: „Mit dieser Email möchten wir unsere vorangegangene E-Mail zum Thema COVID-19 mit einem Update zu unserem Salon erklären. Wir wissen, dass es kein Mittel und keinen Impfstoff gegen COVID-19 gibt, aber wir hatten gedacht, wir könnten ein paar Tipps teilen, die wir aus anderen (nicht klinisch bestätigten) Quellen haben. Bitte ignoriert die Tipps aus unserer vorigen E-Mail, denn diese sind weder klinisch erwiesen noch korrekt“.

Alex McKinnon, Twitter-Nutzer und Autor aus Sydney, teilte einen Screenshot dieser E-Mail bei Twitter und schrieb, seine Frau habe auch diese bizarren Informationen erhalten. Schnell wurde der Salon von Benutzern im Internet kritisiert. Eine Person nannte die Ratschläge „absolut verantwortungslos“, während jemand anderes meinte, sie seien „so schlecht, dass sie schon wieder witzig sind“.

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