Nach Abstiegskracher: Hertha boykottiert eigene Fans

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Zum Abschluss des 31. Spieltags kommt es in der Bundesliga zum Abstiegskracher zwischen Hertha BSC Berlin und dem VfB Stuttgart. Die Hauptstädter dürfen danach durchschnaufen - doch nach dem Spiel werden die feiernden Fans stehen gelassen.

Hertha feiert nach dem zweiten Tor gegen den VfB Stuttgart
Ein Blitzstart zum Magath-Jubiläum! (Bild: Maja Hitij/Getty Images)

Sowohl Hertha BSC Berlin als auch der VfB Stuttgart wussten vor dem Duell im Berliner Olympiastadion: Eine Niederlage ist keine Option. Bei Abpfiff durften sich die Hauptstädter über einen 2:0-Sieg freuen und distanzieren die Schwaben auf dem Relegationsplatz damit auf vier Punkte.

Davie Selke sorgte bereits in der vierten Minute für die frühe Führung. Allerdings musste der U21-Europameister von 2017 lange warten, bis er sich seinen dritten Saisontreffer bejubeln durfte. "Es war ein überragender Ball von Platte (Marvin Plattenhardt, Anm. d. Red.). Ich habe auf den Ball spekuliert und habe ihn gut erwischt", erklärte er nach dem Spiel bei "DAZN" und äußerte sich auch zu der VAR-Entscheidung: "Ich war mir auch sicher, dass er zählt."

Felix Magath mit besonderem Jubiläum

Zuerst gab das Schiedsrichtergespann um Dr. Felix Brych den Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht. Aber der VAR meldete sich und untersuchte die Situation. Nach einigen Minuten kam die Meldung, dass das Tor zählt.

Besonderer Jubel auch bei Hertha-Coach Felix Magath. Für den 68-Jährigen war das Match sein 500. Einsatz als Trainer in der Bundesliga. Allerdings sitzt er erst zum 499. Mal als Trainer auf der Bank, da er wegen einer Corona-Infektion das erste Spiel in Berlin aus dem Hotel verfolgen musste. Damit ist er erst der siebte Trainer überhaupt, der in diesen elitären Klub eintritt - und einen besseren Start hätte er sich für dieses Jubiläum nicht wünschen können.

Mit dem Spiel als Ganzem war der Jubilar allerdings nur bedingt zufrieden. "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen. Aber warum wir dann das Spiel nach dem 1:0 so abgegeben haben, das war nicht eingeplant."

Ob in der kommenden Saison noch neue Spiele an der Seitenlinie für Hertha hinzukommen, darauf wollte Magath noch keine Antwort geben. Nach der Saison, wenn das Projekt hoffentlich erfolgreich abgeschlossen sei, wolle er sich erstmal zurücklehnen "und die Tage genießen, die ich jetzt erlebe. Aktuell kann ich es noch nicht genießen, weil der Druck so groß ist."

Flottes Spiel statt Abstiegskrampf

Genießen konnte er an diesem Abend zumindest die Anfangsphase seines Teams. Die Gäste hatten in den ersten 15 Minuten kaum Chancen, sich offensiv zu präsentieren. Das gefiel auch VfB-Sportdirektor Sven Mislintat nicht, wie er nach dem Spiel gestand: "Wir haben die ersten 30 Minuten nicht so gespielt, wie wir sind. Das hat mir nicht gefallen. Das haben wir nicht gut gemacht."

Aber mit zunehmender Spieldauer wurden die Schwaben immer aggressiver und kamen ihrerseits zu kleineren Chancen. Obwohl das Spiel als absolutes Kampfspiel im Abstiegsrennen erwartet wurde, entwickelte sich in der Folge ein flottes Fußballspiel, bei dem beide Teams auch spielerische Akzente setzen konnten.

Marc-Oliver Kempf rettet Hertha die Führung

In der zweiten Hälfte drückte Stuttgart dann erwartungsgemäß auf den Ausgleich. Die größte Chance hatte Konstantinos Mavropanos in der 52. Minute. Der Grieche eroberte den Ball im Mittelfeld, setzte zu einem Solo über das halbe Feld an und kam im Hertha-Strafraum zum Abschluss. Der Ball wurde aber von dem heraneilenden Marc-Oliver Kempf, der erst im Winter von Stuttgart in die Hauptstadt gewechselt war, zur Ecke abgelenkt. Wie wichtig das Spiel für beide Teams war, zeigte die Reaktion nach Kempfs Rettungstat. Er und Dedryck Boyata klatschen sich lautstark ab und feierten die Aktion wie ein Tor.

Stuttgart blieb auch danach im Offensivgang, Hertha hatte die Defensive aber zumeist gut im Griff und ließ nur wenig zu. In der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte der für Kevin-Prince Boateng in der 69. Minute eingewechselte Ishak Belfodil dann für die Entscheidung.

Hertha lässt die Fans stehen

Nach dem Spiel herrschte ausgelassene Stimmung auf den Rängen im Olympiastadion und die Fans forderten lautstark "Wir wollen die Mannschaft sehen!". Die ist allerdings nach dem Sieg direkt in die Kabine gegangen.

Torhüter Marcel Lotka erklärte nach dem Match, dass die Mannschaft nach den Vorfällen nach dem Derby gegen Union Berlin nicht plane, in die Kurve zu gehen. "Ich weiß nicht, ob wir noch einzeln rauskommen. Aber wir haben uns entschlossen, als Mannschaft erstmal nicht zu den Fans zu gehen", sagte er und fügte hinzu: "Gegen Union war es nicht okay. Aber jetzt ist das Sportliche am wichtigsten. Dass wir unsere Punkte holen – auch für die Fans – dass wir eine Einheit sind und ich glaube, das haben wir heute gemacht."

Im Video: STAHLWERK Doppelpass diskutiert über Trikot-Eklat nach Berliner Derby

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