Otte feiert US-Open-Coup mit Modeste-Jubel

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Otte feiert US-Open-Coup mit Modeste-Jubel
Otte feiert US-Open-Coup mit Modeste-Jubel

Oscar Otte machte eine eingesprungene Hechtrolle über den blauen Hartplatz und ließ sich dann mit dem kleinen Fan fotografieren, der ihn immer wieder lautstark angefeuert hatte: Der 28 Jahre alte Kölner hat für die nächste faustdicke Überraschung in New York gesorgt. (US Open täglich im LIVETICKER)

Otte setzte sich am Samstag 6:3, 6:4, 2:6, 7:5 gegen den Italiener Andreas Seppi durch und folgte Peter Gojowczyk, wie Otte ein Qualifikant, ins Achtelfinale der US Open. (Kalender der ATP-Saison 2021)

Den Erfolg feierte er noch auf dem Platz mit einer Hommage an Anthony Modeste und zeigte seinen Brillen-Jubel. „Es hat eine kleine Story. Als ich noch in Köln bei meinen Eltern gewohnt habe, hatte er nur zwei, drei Häuser weiter gewohnt“, erklärte er im Anschluss bei Eurosport und fügte hinzu: „Es ist natürlich auch ein Zufall, dass es so gut passt zu mir - O-O, Oscar Otte. Es wird nicht zur Gewohnheit, aber ich fand es ganz cool, das mal zu machen.“

Für den Einzug ins Achtelfinale der US Open suchte er jedoch nach der richtigen Beschreibung. „Ich kann es nicht in Worte fassen. Im zweiten Satz hatte ich einen kleinen Durchhänger, was aber nicht schlimm ist. Es ist einfach nur geil, durch zu sein.“

Die beiden Außenseiter sorgten damit für ein Novum. Seitdem die ATP-Datenbank auch die Qualifikanten vollständig erfasst (1983), hatten sich noch nie zwei Profis des Deutschen Tennis Bundes (DTB) parallel bei einem Grand Slam erst ins Hauptfeld und dann ins Achtelfinale vorgekämpft. Überhaupt war dies nur Chris Garner und Kelly Jones aus den USA 1993 bei den Australian Open gelungen. (NEWS: Alles zum Tennis)

US Open: Otte mit Sieg im Achtelfinale gegen Iwaschka

Otte bekommt es nun mit Ilja Iwaschka (Belarus) oder Matteo Berrettini (Italien/Nr. 6) zu tun. Auch Olympiasieger Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 4) hat in der Nightsession am Samstag noch die Chance in die Runde der letzten 16 zu stürmen. Ein deutsches Männer-Trio im Achtelfinale eines Majorturniers gab es zuletzt in Wimbledon 1997 mit Boris Becker, Nicolas Kiefer und Michael Stich.

Für Otte, Nummer 144 der Weltrangliste, ist es der bislang größte Erfolg seiner Karriere bei einem der vier wichtigsten Turniere des Jahres. Gleiches gilt für Gojowczyk, der am Freitag vorgelegt hatte und nun auf das 18 Jahre alte spanische Toptalent Carlos Alcaraz trifft. (Die ATP-Weltrangliste)

Angelique Kerber bekommt es als letzte verbliebene deutsche Frau auch mit einem Teenie zu tun: Die deutsche Nummer eins trifft im Achtelfinale auf die Kanadierin Leylah Fernandez, die Titelverteidigerin Naomi Osaka aus dem Turnier nahm.

Otte kämpft sich durch die Quali

Otte hatte schon vor dem Drittrundenduell auf dem schmucken Platz 17 des Billie Jean King National Tennis Centers Erstaunliches geleistet. Trotz Magen-Darm-Problemen biss er sich in der Quali durch. „Ich hatte echt zu kämpfen“, sagte Otte, der in zwei Partien Matchbälle abwehren und sich sogar auf dem Platz übergeben musste, bevor er dann in der Hauptrunde Lorenzo Sonego und Denis Kudla überraschte.

Das Duell mit Seppi war das Aufeinandertreffen zweier Bekannter. Einst spielten Otte und der routinierte Südtiroler Seite an Seite für Rot-Weiss Köln in der Bundesliga, nun stand deutlich mehr auf dem Spiel. „Ich freue mich mega, versuche mich zu entspannen und schaue dann, was drin ist“, hatte Otte nach seinem Drittrundeneinzug gesagt.

Und es war von Beginn an viel drin. Mit starken Aufschlägen dominierte der 1,93 Meter große Athlet die ersten beiden Sätze und leistete sich weniger vermeidbare Fehler als sein Kontrahent. Im dritten Satz servierte Otte dann schwächer, doch er zog sich aus dem Tief heraus und feierte ausgelassen seinen großen Moment.


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