Achtung, BVB! Inters Tormaschinen laufen heiß

Florian Hölzl
Sport1

Wenn Borussia Dortmund die Chance auf das Weiterkommen in der Champions League am Leben erhalten möchte, muss der BVB gegen Inter Mailand heute Abend (Champions League: Borussia Dortmund - Inter Mailand ab 21 Uhr im LIVETICKER, alle Infos auch ab 20.30 Uhr im Fantalk im TV auf SPORT1) zwei Dinge besser machen als im Hinspiel.

Zum einen wird die Offensive der Schwarz-Gelben Wege finden müssen, die äußerst stabile Abwehr der Interisti aus den Angeln zu heben. Das wird - womöglich ohne Marco Reus - schwierig genug.


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Zum anderen muss das auch noch so abgesichert geschehen, dass die schärfste Waffe der Nerazzurri keine Angriffsfläche bekommt. Denn das Sturmduo aus Romelu Lukaku und Lautaro Martínez hat sich in den letzten Wochen gefunden und wird der BVB-Defensive erneut zusetzen. 

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Schon beim Dortmunder 0:2 in San Siro hatte sich Lautaro in die Torschützenliste eingetragen. Beim jüngsten 2:1-Erfolg der Mailänder beim FC Bologna holte der Argentinier einen Elfmeter heraus, Lukaku verwandelte unwiderstehlich zum Siegtreffer. Perfekte Arbeitsteilung.

Nach seiner durchwachsenen Zeit in England befindet sich der bullige Belgier in überragender Form.

Sprechchöre am Flughafen

Tempodribblings des 1,90-Meter-Bullen sind in der Serie A keine Seltenheit und schwer zu stoppen. Bei Inter zeigt er endlich wieder, was er kann. Das beweisen neun Tore in elf Serie-A-Spielen, sechs davon in den letzten vier Partien.

Bei Manchester United hatte er sich nicht mehr wohl gefühlt, in Mailand empfingen sie den 26-Jährigen schon am Flughafen mit Sprechchören. Seine innigen Torjubel mit Inter-Coach Antonio Conte zeigen: Lukaku genießt das Vertrauen des Trainers und fühlt sich pudelwohl.

"Wir haben hier eine besondere Gruppe Spieler. Und wir haben den richtigen Anführer, um uns zum richtigen Ort zu führen. Inter ist ein ambitionierter Klub, der dorthin zurückmöchte, wo er sein sollte", sagte Lukaku bei ESPN, mit dem "Anführer" meinte er Conte.

Bei Manchester United nicht mehr gewollt

In Manchester sollte Lukaku mit Paul Pogba eine neue Ära prägen, doch daraus wurde nichts. Auch im zweiten Anlauf konnte José Mourinho nicht das Optimum aus dem Belgier rausholen. Der portugiesische Star-Trainer wusste mit dem Nationalspieler schon bei Chelsea nichts anzufangen und verlieh ihn zu West Bromwich Albion und zum FC Everton. Für 85 Millionen Euro lotste er ihn schließlich 2017 paradoxerweise zu Manchester United.

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Ein klassischer Wandspieler ist Lukaku nicht, wurde aber meistens von Mourinho so eingesetzt. Dazu kamen Verletzungen und fehlende Fitness. Ergebnis: Der teure Einkauf geriet bei United aufs Abstellgleis.


Für die stattliche Summe von 65 Millionen Euro wechselte der Rekordtorschütze der belgischen Nationalmannschaft im vergangenen Sommer zu Inter Mailand. "Das könnte das Team sein, das ich brauche", sagte Lukaku. "Ich liebe diese Gegend, ich liebe Inter. Es war der perfekte Moment für mich, England zu verlassen. Ich wollte dort nicht mehr sein."

Der Schatten von Icardi

Der 26-Jährige wurde als Ersatz für Mauro Icardi verpflichtet, der am Deadline Day zu Paris Saint-Germain wechselte. Der Stürmer gilt als Wunschspieler von Trainer Conte, der ein 3-5-2 mit zwei echten Spitzen bevorzugt.

Dafür hat sich auch Lautaro unverzichtbar gemacht. Der Argentinier war schon in der vergangenen Saison zu den "Nerazzurri" gekommen, stand dort aber vor allem in der Hinrunde noch im Schatten von Landsmann und Kumpel Icardi. Ex-Trainer Luciano Spaletti setzte auf ein 4-2-3-1 mit einer Spitze. Erst nach Icardis Suspendierung kam der 22-Jährige zu regelmäßigen Startelfeinsätzen.

Inter Mailands neues Traumduo

In dieser Saison aber ist Inter stark wie lange nicht, liegt nach elf Spielen nur einen Punkt hinter Tabellenführer Juventus Turin und träumt bereits von der ersten Meisterschaft seit zehn Jahren. Die Transfers von Routiniers wie Diego Godín und Nico Barella erwiesen sich als Volltreffer. Doch der Garant für den Erfolg ist das neue Sturmduo.

Lukaku und Lautaro ergänzen sich perfekt. Während der 1,74 Meter große Argentinier oft in den Spielaufbau eingebunden ist, ist Lukaku Zielspieler für Steckpässe und Flanken der beiden Außenbahnspieler.

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Eine große Stärke von Lautaro ist seine Flexibilität. Neben seinen technischen Fähigkeiten ist der Argentinier ein absoluter Vollblutstürmer mit Durchsetzungsvermögen und eiskaltem Abschluss. Fünf Saisontore in der Serie A und zwei Tore in drei Champions-League-Spielen sprechen eine klare Sprache.


Was den neuen Traumsturm aber besonders auszeichnet: Kollegialität. Beim 4:3-Sieg in Sassuolo trafen Martínez und Lukaku jeweils zweimal. Nachdem Lukaku per Elfmeter das 3:1 erzielt hatte, überließ er den nächsten Elfmeter seinem Sturmpartner. Weiteres Beispiel: Nach dem wichtigen Sieg gegen Brescia (2:1) standen die beiden noch Minuten nach Abpfiff zusammen auf dem Platz und diskutierten über das Spiel.

Der verletzte Superstar Alexis Sánchez wird derzeit nicht im Geringsten vermisst. Es liegt am BVB, ob das auch nach dem heutigen Spiel so bleibt.

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