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Warum Adeyemi nicht schon längst bei Bayern spielt

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Warum Adeyemi nicht schon längst bei Bayern spielt
Warum Adeyemi nicht schon längst bei Bayern spielt

Diese Verspätung konnte ihm Hansi Flick verzeihen…

Karim Adeyemi herzte nach dem 6:0 gegen Armenien am Sonntagabend erst Freunde auf der Gegentribüne. Anschließend bog er kurz vor dem Betreten der Kabine nochmal ab, um seine Eltern und Manfred Schwabl auf der Haupttribüne zu umarmen.

Schwabl ist der Entdecker des 18 Jahre alten Offensiv-Allrounders und Präsident der Spielvereinigung Unterhaching. Die Folge: Adeyemi kam etwas zu spät in die Kabine, was ihm der Bundestrainer aufgrund des traumhaften Debüts allerdings verzeihen konnte.

Flick, Schwabl und die rund 18.000 Fans in der Stuttgarter Arena waren Zeitzeugen, wie Adeyemi in der 71. Minute eingewechselt wurde und in seinem ersten Länderspiel nur 20 Minuten später sein erstes Tor erzielte. Mit einem satten Linksschuss in die rechte untere Torecke überwand er den Armenien-Keeper und wurde zum ersten deutschen Länderspieltorschützen mit einem Geburtsdatum nach der Jahrtausendwende. (Alle News und Hintergründe zur deutschen Nationalmannschaft)

„Ich bin unglaublich stolz auf Karim“, sagt Schwabl im Gespräch mit SPORT1: „Dass er reinkommt und das Tor erzielt ist eine absolut geile Geschichte. Das ist eigentlich wie ein Märchen!“

Adeyemi scheitert als Jugendspieler beim FC Bayern

Rückblick: Im Juli 2009 wechselt der gebürtige Münchner Adeyemi mit acht Jahren aus der Jugend von Forstenried zum FC Bayern. Ein Schritt, der für ihn zu früh kommt.

Adeyemi verlässt den FCB nach nur zwei Jahren, kehrt wieder nach Forstenried zurück, um 2012 den für ihn wichtigsten Schritt seiner noch jungen Karriere zu vollziehen: Der Linksfuß wechselt nach Unterhaching, spielt dort in der Junioren-Bundesliga und sorgt in der U17 und U19 für Furore.

Im März 2018 debütiert der Sohn eines nigerianischen Vaters und einer rumänischen Mutter für Hachings U19 und spielt sich in die Notizbücher der Scouts von RB Salzburg.

Schwabl formt Adeyemi

Schwabl (103 Bundesliga-Spiele für den FC Bayern und der frühere Zimmer-Nachbar von Flick) nimmt den jungen Techniker sofort unter seine Fittiche.

Schwach ist er in der Schule, umso stärker auf dem Platz. Doch Schwabl ist es wichtig, dass Adeyemi in seine schulische Ausbildung investiert.

In einem SPORT1-Interview sagte Adeyemi: „Manfred Schwabl, der früher Profi war, hat mit uns allen geredet, als wenn wir seine Söhne wären. Er hatte zu jedem eine enge Bindung und man konnte zu ihm gehen, egal was war. Der Verein hat mir viel mitgegeben, das hat mir für meinen weiteren Weg sehr geholfen.“

Kontakt nach Unterhaching reißt auch nach Wechsel nie ab

Die Entwicklung Adeyemis schreitet voran. 2018 wechselt er mit 16 Jahren für 3,35 Millionen Euro zu RB Salzburg und unterschreibt bis 2024, entwickelt sich zunächst beim Farmteam FC Liefering in der österreichischen zweiten Liga und schafft ab Ende Dezember 2019 den Durchbruch beim Ösi-Klub.

Er spielt unter dem heutigen Leipzig-Trainer Jesse Marsch in der Champions League und wird im August 2021 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert.

Bis heute reißt der Kontakt nach Unterhaching nie ab. Immer wieder ist er vor Ort, sein bester Freund macht eine Ausbildung in der Vereins-Gaststätte, seine Eltern arbeiten bei der Spielvereinigung.

Vor Ort war er auch bei der Trainer-Premiere von Sandro Wagner in der U19 im vergangenen Juni.

Adeyemi trifft gleich im ersten Einsatz

Am Sonntagabend traf er zum 6:0-Endstand für Deutschland gegen Armenien und schrie seinen Jubel in den Stuttgarter Nachthimmel. Flick jubelte energisch an der Seitenlinie.

„Ich bin glücklich über mein Debüt. Und dass ich gleich ein Tor mache, ist noch viel schöner“, sagt Adeyemi: „Niklas Süle hat gesagt, wenn ich kein Spiel mehr mache, dann bleibt es bei einer 100 Prozent-Quote. Ich hoffe aber, dass es nicht dabei bleibt.“ (NEWS: So begründete Flick die Nominierung von Adeyemi)

Soll heißen: Adeyemis Karriere soll jetzt noch mehr Fahrt aufnehmen!

Mit seinen Attributen hat er alle Voraussetzungen. Eines seiner Vorbilder ist Serge Gnabry, über seine eigenen Stärken sagt der U21-Europameister: „Was mich ausmacht, ist meine Geschwindigkeit. Vorne drin im Eins-gegen-eins bin ich gut und bin auch torgefährlich.“

Debüt sorgt für Begeisterung

Auch in Salzburg sind sie aufgrund des Traum-Debüts glücklich.

Red-Bull-Sportdirektor Christoph Freund sagt zu SPORT1: „Ein hoher Sieg mit einem Treffer von Karim in seinem ersten Spiel für die deutsche Nationalmannschaft - besser hätte sein Debüt wohl nicht verlaufen können. Er hat ja schon zu Beginn der Saison bei uns gezeigt, dass er gut drauf ist und viel Selbstvertrauen hat. Schön, dass er diesen Lauf fortsetzen konnte. Ich freue mich sehr für ihn.“

Flick sagt: „Er hat gezeigt, was er auch in Salzburg schon zu Beginn dieser Runde gezeigt hat. Im Strafraum ist er ein guter Vollstrecker, der sehr selbstbewusst agiert. Es ist auch trotzdem für ihn weiterhin viel Arbeit, um hier dabei zu sein. Er und alle anderen jungen Spieler machen es sehr gut.“ (EINZELKRITIK: Zeugnisse fürs DFB-Team - Bayern-Sorgenkind glänzt)

Das Fußball-Märchen von Adeyemi kann weitergehen…


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