Adrien Rabiot wird ein PSG-Star - und City, Milan und Arsenal ärgern sich

Es zeugt von den Qualitäten von Adrien Rabiot, dass er sich in der wohl erfolgreichsten Phase der Klubgeschichte von Paris Saint-Germain den Weg in die erste Mannschaft hat bahnen können.

Kingsley Coman verabschiedete sich aus Paris Richtung Juventus und behauptete, dass Laurent Blanc die Talente des Vereins "ignorieren" würde - und gleichzeitig sammelte Rabiot seine ersten Erfahrungen als Bankspieler in der französischen Hauptstadt.

Allerdings brauchte es etwas Nachdruck von seiner Mutter und Beraterin Veronique, um das große Ziel zu erreichen. Sie sorgte in der Presse für Wirbel und sagte, dass ihr Sohn ungerechterweise nicht entsprechend seiner Fähigkeiten berücksichtigt würde. Ein Wechsel zu Arsenal oder Milan war zu einem Zeitpunkt der Entwicklung Rabiots nicht nur eine reine Möglichkeit, sondern ziemlich wahrscheinlich.

Zwei Jahre später hat sich der Mittelfeldmann allerdings in der Rotation von Unai Emery festgespielt. Mit seinen 22 Jahren ist er zwar noch kein Stammspieler, doch in Europa kennt man nun seine Spielweise und seinen Namen.

Es gab für Rabiot keinen plötzlichen Durchbruch, keinen entscheidenden Moment in der Entwicklung. Es war einfach ein stetiger Verbesserungsprozess, der nun dazu geführt hat, dass er in dieser Saison schon mehr als 30 Pflichtspiele für seinen Verein absolviert hat. Und er ist dreifacher Nationalspieler Frankreichs.

Guingamp PSG 09042017

Letzte Woche machte er sein 150. Spiel für PSG. Und am Sonntag war er einer der Stars beim 4:0 gegen Guingamp. Rabiot gelangen 89 erfolgreiche Pässe, er hatte 110 Ballkontakte und 13 Ballgewinne, die jeweils höchsten Werte der Partie.

Der bisherige Karriereweg war für Rabiot allerdings alles andere als leicht. Sein Vater liegt nach einem Schlaganfall im Wachkoma und kann nur seine Augen bewegen. Als 13-Jähriger tauchte Rabiot bei Manchester City auf, doch nach Problemen bei den Vertragsverhandlungen war seine Zeit in England schnell wieder vorüber. Der Youngster flog einfach wieder zurück nach Frankreich, ohne City Bescheid zu sagen.

Seine Mutter war schon während der gesamten Karriere ein Gesprächsthema - denn für viele Beobachter behütet sie ihren Sohn zu sehr. Saint-Etiennes Legende Jean-Michel Larque, ein beliebter TV-Experte im französischen Radio, bekam einmal einen Anruf von Rabiots Mutter, die ihn um einen Rat bat. Larque sagte hinterher: "Wenn sie mich noch einmal anruft, werde ich ihr sagen, dass sie genau das Gegenteil von dem machen soll, was sie eigentlich machen wollte."

Das alles hat Rabiot allerdings zur Seite geschoben und sich hervorragend entwickelt.

Trainer Carlo Ancelotti verschaffte ihm am selben Tag wie Zlatan Ibrahimovic sein PSG-Debüt in einem Freundschaftsspiel gegen Barcelona. Rabiot wurde zum jüngsten PSG-Spieler aller Zeiten in der Ligue 1, als er am 26. August 2012 seine Premiere gegen Bordeaux hatte - mit 17 Jahren, vier Monaten und zwei Tagen.

GFX INFO RABIOT GERMAN

Schon damals war er 1,85 Meter groß und hatte die Physis einen modernen Fußballers. Seine Stärken kann er am besten zeigen, wenn er als Abräumer vor der Abwehrreihe agieren darf. Seine Spielweise ist an die von Thiago Motta angelehnt, einem der konstantesten Akteure auf dieser Position in ganz Europa.

Und von dem scheint er viel gelernt zu haben. Von allen Spielern des PSG-Kaders hat er mehr Zweikämpfe gewonnen als jeder andere - mit der Ausnahme von Marco Verratti. Bei der Zweikampfquote liegt er nur hinter Thiago Silva, der beeindruckende 76 Prozent gewonnene Duelle vorweisen kann.

Rabiot darauf zu reduzieren, dass er nur ein Zerstörer ist, würde ihm allerdings nicht gerecht werden. Er ist auch in der Lage, als Box-to-Box-Spieler zu agieren, doch mit all der Qualität im Kader der Pariser muss er sich im Moment noch auf die defensiven Aspekte beschränken.

Es besteht aber kein Zweifel, dass in Zukunft von diesem jungen, selbstbewussten Spieler noch einiges zu erwarten ist. Seine konstante Entwicklung deutet an, dass sich PSG in den kommenden Jahren voll auf ihn verlassen kann. Für beide Seiten war es nicht leicht, an den Punkt zu kommen, den sie mittlerweile erreicht haben. Doch der Erfolg gibt beiden Seiten aktuell Recht.

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