Aktionäre rücken ab: Droht HSV-Vorstand das Aus?

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Aktionäre rücken ab: Droht HSV-Vorstand das Aus?
Aktionäre rücken ab: Droht HSV-Vorstand das Aus?

Der Hamburger SV scheiterte in der abgelaufenen Saison zum dritten Mal an der Mission Aufstieg. In der Folge stehen verschiedene Personalien auf dem Prüfstand.

Konkret geht es auch um Finanzvorstand Frank Wettstein. Am Dienstag fand die Hauptversammlung der Aktionäre der HSV Fußball AG statt, bei der der Wirtschaftsprüfer über die finanzielle Situation informierte.

Demnach liegt das prognostizierte Minus für das abgelaufene Geschäftsjahr, abzüglich der zu erwartenden Einnahmen aus dem Verkauf des Stadiongrundstücks (23,5 Millionen Euro), bei rund 13 Millionen Euro.

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Als Reaktion erntete Wettstein nach SPORT1-Informationen heftige Kritik von Karl Gernandt, Vertreter von Aktionär Klaus-Michael Kühne und Ex-HSV-Aufsichtsratschef.

Wettstein verliert Unterstützung beim HSV

Gernandt kritisierte demnach im Rahmen der Hauptversammlung vor allem, dass Finanzvorstand Wettstein nicht ausreichend Maßnahmen eingeleitet habe, um die finanzielle Situation zu verbessern.

Bislang galt die Verbindung zwischen Kühne/Gernandt und Wettstein als extrem eng. Nach SPORT1-Informationen scheinen beide nun aber von Wettstein abzurücken.

Zudem soll der 47-Jährige die Unterstützung des HSV-Aufsichtsratsvorsitzenden Marcell Jansen verloren haben.

Auch in der Fan-Szene ist Wettstein umstritten. So warfen ihm bereits im Winter die Ultras des HSV vor, bei dem Klub nicht nachhaltig gewirtschaftet zu haben.

HSV mit zu hohen Personalkosten

Zuletzt sprach Wettstein in einem Interview auf HSV.de von Umsatzeinbußen des HSV seit Corona in Höhe von "mehr als 60 Millionen Euro".

Erschwerend hinzukommt: Das Bankguthaben des HSV ist Berichten des Hamburger Abendblatts zufolge bereits aufgebraucht - und das angesichts für Zweitligaverhältnisse sehr hoher Personalkosten (insgesamt über 40 Millionen Euro).

In der Tat schreiben die Hanseaten seit Wettsteins Amtsantritt 2014 kontinuierlich Verluste.

"Wir alle gemeinsam haben den Gesamtorganismus HSV in den vergangenen Monaten stabilisiert - trotz der andauernden Corona-Krise. Daran hat der Vorstand einen großen Anteil", sagte Jansen noch vergangene Woche dem Abendblatt, kündigte aber gleichzeitig einen "intensiven HSV-Sommer" an: "Ich erwarte von Top-Verdienern in unserem HSV Top-Leistungen. Da sollte sich jeder Einzelne hinterfragen."

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