Aktivistin verletzt sich bei Protest gegen umstrittenen Ausbau der A49 selbst

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Polizeiwagen
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Bei Protesten gegen den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 im hessischen Dannenröder Forst hat sich eine Aktivistin am Donnerstag nach Angaben der Polizei während laufender Maßnahmen selbst verletzt. Sie sei daraufhin ohnmächtig geworden, sagte ein Sprecher der Polizei Gießen der Nachrichtenagentur AFP. Ein Rettungswagen sei in den Wald gerufen worden.

Die Polizei hatte ihren Einsatz im Zuge der Rodungsarbeiten am Donnerstag fortgesetzt. Im ebenfalls von der Rodung betroffenen Herrenwald wurde ein Aktivist von der Höhenrettung zum Boden begleitet. Der Umweltschützer habe den ihn begleitenden Beamten ins Gesicht getreten und ihn leicht verletzt, erklärte die Polizei. Beim Transport zum Gewahrsam habe er Widerstand geleistet. Zudem seien Einsatzfahrzeuge durch sogenannte Krähenfüße beschädigt worden.

Unterdessen urteilte der Hessische Verwaltungsgerichtshof am Donnerstag, dass Menschenketten gegen die Waldrodung auch auf der künftigen Trasse der A49 möglich sein müssen. Das Regierungspräsidium Gießen hatte zwei Veranstaltungen am Freitag und kommende Woche Donnerstag im Bereich der Trasse mit einem Sicherheitsabstand von 120 Metern verboten.

Der Verwaltungsgerichtshof gestattete nun jedoch Menschenketten um Räumgeräte und Baumhäuser jeweils vor Rodungsbeginn für eine Stunde. Dies gelte unter der Maßgabe, dass Aktivisten einen Sicherheitsabstand von 120 Metern zu bereits gerodeten Flächen und daran angrenzende Flächen einhalten.

Seit über einem Jahr protestieren Umweltschützer gegen den Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel, die durch das Waldgebiet um den Dannenröder Forst führen soll. Der eigentliche Bau der Autobahn soll laut dem Landkreis Vogelsberg am 1. September 2021 beginnen. Als Vorbereitung dazu sollen bis Februar 2021 rund 27 Hektar Wald gerodet werden.

ald/cne