Alarm-SMS: Polizeieinsatz dank Autokorrektur

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Ein kleiner Buchstabe kann so einen großen Unterschied machen. Er kann zum Beispiel einen völlig unnötigen Polizeieinsatz auslösen, wie in diesem Fall.

In diesem Fall waren die flirrenden Sirenenlichter der Polizei eher unnötig im Einsatz. (Symbolbild: Getty)
In diesem Fall waren die flirrenden Sirenenlichter der Polizei eher unnötig im Einsatz. (Symbolbild: Getty)

Die Kleinstadt Menasha im US-Bundesstaat Wisconsin ist eigentlich ein ziemlich friedlicher Ort. Der Name kommt aus der indigenen Sprache der Menominee und bedeutet “Kleine Insel”, weil sie am Nordende des Lake Winnebago liegt. Es gibt dort knapp 17.000 Einwohner, ein kleines Planetarium und einen lokalen Universitäts-Ableger. Die örtliche Polizei hat normalerweise nicht viel mit spektakulären Einsätzen zu tun.

Tochter schickt SMS, Vater alarmiert die Polizei

Um so größer war die Aufregung, als ein aufgelöster Vater anrief, um eine Notfallmeldung abzusetzen. Seine Tochter werde von einem Messerstecher attackiert. Sie habe ihm gerade eine SMS geschickt, und geschrieben, sie werde erstochen. Es könne sich nur um den bei ihr lebenden Partner handeln, die dazugehörige Adresse teilte der besorgte Vater den Beamten mit.

Die schickten sofort ein Einsatzkommando los, um die junge Frau aus der Lebensgefahr zu retten. Der zuständige Polizist Nick Oleszak berichtete der Lokalzeitung Green Bay Press Gazette von dem Einsatz. Die acht Polizisten seien schon vor dem Haus in Stellung gegangen. “Währenddessen versuchten wir, den Vater anzurufen und die Tochter zu erreichen, aber sie ging nicht ans Telefon,” erzählt Oleszak.

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Gerade, als sich die Beamten darauf vorbereiteten, das Haus zu stürmen, tauchte die junge Frau plötzlich unerwartet und völlig unversehrt auf. Sie konnte die Aufregung um ihre Person schnell aufklären. Tatsächlich war sie zu keinem Zeitpunkt Opfer einer Messerattacke geworden. Sie habe sich nicht ganz wohl gefühlt und sei zur Überprüfung in eine nahgelegene Klinik in Neenah gefahren, wo sie sich auf Covid-19 testen ließ. Dazu wird der Rachen abgestrichen, im Englischen “swabbed”.

Autokorrektor ändert Buchstaben und löst Polizeieinsatz aus

Ihr Smartphone hatte in der Nachricht an ihren Vater per Autokorrektur aus “swabbed” “stabbed” gemacht, also “erstochen”. “Sie sagte uns, ihr gehe es gut und es sei alles ein Missverständnis gewesen,” so Oleszak. Ob ihr Lebenspartner den schnellen Verdacht des Schwiegervaters in spe schon verziehen hat, berichtete die Green Bay Press Gazette leider nicht.

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