Albons selbstkritische Bilanz: "Nicht auf alles und jeden hören!"

Maria Reyer

"Ich muss mich manchmal selbst daran erinnern, dass ich noch ein Rookie bin." Mit diesem Satz bilanziert Alexander Albon sein Rookie-Jahr 2019. Nach soliden Leistungen im Toro Rosso bekam er in der zweiten Saisonhälfte die Chance, sich im Topteam Red Bull zu beweisen. Der Brite mit thailändischen Wurzeln schaffte zwar kein Podium - dank Lewis Hamilton in Brasilien - er ist dennoch zufrieden mit seinem Debüt: "Es war gut."

Das Gefühl, ein Rookie zu sein, begleitete Albon nicht lang. Schon im Toro Rosso zeigte er auf, sodass die Red-Bull-Spitze rund um Helmut Marko und Christian Horner entschied, ihn statt Pierre Gasly ins Topteam an die Seite von Max Verstappen zu setzen. "Mit der Erwartungshaltung bei Red Bull geht das Gefühl manchmal ein wenig verloren."

Nach seinen ersten 21 Formel-1-Rennen ist er "unterm Strich" zufrieden. "Ich hatte gute Momente. Es liegt aber in meiner Natur, dass ich sehr selbstkritisch bin und ständig besser werden möchte. Es soll keine Ausrede sein, dass ich ein Rookie bin. Ich möchte einfach schneller sein. Aber das gehört alles zum größeren Prozess dazu."

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In der zweiten Saisonhälfte schaffte Albon dank konstanter Leistungen eine starke Aufholjagd in der Weltmeisterschaft, in Abu Dhabi musste er sich allerdings Pierre Gasly und Carlos Sainz im Kampf um WM-Rang sechs geschlagen geben.

Besonders zufrieden ist er mit seiner Leistung beim chaotischen Deutschland-Grand-Prix. Im Regen behielt der Neuling die Nerven und verbesserte sich von Startplatz 16 auf Position sechs. Auch das Red-Bull-Heimrennen in Großbritannien sei gut gewesen.

"Gegen Saisonmitte waren ein paar [gute Rennen dabei]. Auch Brasilien war irgendwie gut. Ich habe darüber noch gar nicht so viel nachgedacht." Auf Podestkurs liegend kollidierte er jedoch mit Lewis Hamilton, der sich danach bei ihm entschuldigte. Sonst hätte Red Bull einen Doppelsieg feiern können.

Auch ohne Podestplatz - als einziger Red-Bull-Schützling - ist Albon stolz auf seine erste Saison. "Ich will natürlich mehr. Aber mir ist klar, dass ich noch lernen muss. Für mein erstes Jahr bin ich sehr zufrieden." Mit 97:76 Punkten in der zweiten Saisonhälfte blieb er hinter Teamkollegen Verstappen, auch im Qualifying hatte er durchschnittlich vier Zehntelsekunden Rückstand auf den Niederländer.

2020 wird er noch eine Chance im Topteam erhalten und von Saisonbeginn an neben dem Niederländer angreifen. Die Lehren aus dieser Saison möchte er dann auch anwenden: "Nicht auf alles und jeden zu hören. Das schließt euch Journalisten mit ein!", schmunzelt er.

"Ich muss mein eigenes Ding machen und auf mich schauen. Ich muss hinterfragen, was ich selbst besser machen kann. Das war dieses Jahr das Wichtigste für mich. Und es vielleicht in den Freien Trainings etwas ruhiger angehen zu lassen und das Auto nicht so oft zu überfahren!"

Mit Bildmaterial von LAT.

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