Aleix Espargaro und Aprilia: "Dovizioso und Ducati sind das Vorbild"

Gerald Dirnbeck
motorsport.com

Aprilia und Aleix Espargaro haben sich auf eine weitere Zusammenarbeit in den Jahren 2021/22 geeinigt. Für den Spanier war die neue RS-GP2020 ausschlaggebend, denn der komplett neu entwickelte Prototyp ist ein Schritt nach vorne. Außerdem kann sich Espargaro vorstellen, dass er seine Karriere beim italienischen Team in naher Zukunft beenden könnte.

"Als ich das erste Mal für Aprilia unterschrieben habe, war es das Ziel, das Team an die Spitze zu bringen. Das haben wir in den vergangenen Jahren nicht geschafft", sagt Espargaro bei 'MotoGP.com'. In der WM gab es die Endergebnisse 15, 17 und 14. Topergebnisse blieben aus, dazu sorgten Defekte für Frust.

"Aprilia hat sich darum bemüht, mich zu behalten. Für mich ist der Schlüssel für den neuen Vertrag die RS-GP 2020. Das vergangene Jahr war für mich sehr schwierig. Für mich war klar, dass ich selbst mit allem Geld der Welt nicht mit diesem Motorrad weitermachen kann. Im vergangenen Winter haben wir das Motorrad dann sehr stark verbessert."

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"Die Wintertestfahrten waren unglaublich. Deshalb war es die richtige Entscheidung, mit Aprilia weiterzumachen. Ich fahre aus Leidenschaft und es wäre unmöglich gewesen, noch so eine schwierige Saison zu ertragen. Das neue Motorrad war vom ersten Moment an viel viel besser als das alte Bike. Das war natürlich ein Motivationsschub."

Rivola hat die richtigen Schritte im Hintergrund gesetzt

Im vergangenen Jahr gab es einige personelle Umstrukturierungen. Massimo Rivola, der neue Motorsportchef, konnte einige Techniker zu Aprilia holen, die er noch aus seiner Zeit in der Formel 1 kennt. Das erste Resultat davon ist die neue RS-GP, die bei den Testfahrten im Februar Potenzial gezeigt hat.

"Seit Massimo Rivola dabei ist, hat sich viel verändert. Es sind einige neue Ingenieure gekommen, um Albesiano zu helfen", sagt Espargaro. "Wir stehen erst am Beginn. Ich bin aber sehr zuversichtlich. Nach einer schwierigen Saison das Projekt zu verlassen, wäre nicht das Beste gewesen. Die Zukunft von Aprilia sieht gut aus."

Ende 2019 überwog bei dem Spanier der Frust. Es gab kaum neue Teile zu testen. Oft musste Espargaro darum kämpfen, überhaupt in die WM-Punkteränge zu fahren. Die Top 10 waren aus eigener Kraft kaum in Reichweite. Deshalb gab es Überlegungen, ob er das Team wechseln könnte. Konkrete Angebote von der Konkurrenz gab es für Espargaro aber nicht.

Somit war klar, dass Aprilia die beste Option ist. "Ducati und Dovizioso sind für mich ein gutes Beispiel. Ihre lange Zusammenarbeit hat dazu geführt, dass sie um die Weltmeisterschaft kämpfen können", nennt Espargaro sein Vorbild. "Das versuchen wir auch mit Aprilia zu schaffen. Stabilität gibt die Möglichkeit für Verbesserungen. Ich kenne das Team, das Projekt und das Motorrad."

Nach zwei Jahren bei Suzuki kam Espargaro für die Saison 2017 zur italienischen Marke. "Ich möchte vor allem 2021 und 2022 um Topergebnisse kämpfen. Wenn wir Ende 2021 um gute Ergebnisse kämpfen und das Projekt weiterwächst, dann würde ich gerne weitermachen. Für mich ist ziemlich klar, dass es mein letztes Team sein wird. Ich glaube nicht, dass ich in drei Jahren zu einem anderen Werk wechsle. Ich würde gerne meine Karriere bei Aprilia beenden."

Momentan ist Espargaro 30 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat mit seiner Frau Laura Zwillinge. Sollte er bis 2024 MotoGP für Aprilia fahren und dann seine Karriere beenden, wäre er 34 Jahre alt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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