Alex Marquez: "Marc ist ein sehr gutes Vorbild, nicht nur für mich"

Juliane Ziegengeist

Seit 2015 fährt Alex Marquez in der Moto2 für Marc-VDS und zählte in den vergangenen beiden Jahren zum engeren Favoritenkreis auf den Titel. Doch Fehler und Stürze machten den WM-Traum zunichte. Beide Male belegte der Spanier den vierten Gesamtrang. In dieser Moto2-Saison führt er die WM zur Halbzeit an, wenn auch mit nur kleinem Vorsprung auf Herausforderer Tom Lüthi.

Grund dafür sind vor allem Ausfälle, die Marquez nicht selbst verschuldet hat. Denn seine eigene Fehler- und Sturzquote ist im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken. Der 23-Jährige wirkt gereifter und zeigte insbesondere seit Beginn der Europarennen eine beeindruckende und konstante Pace. Das schreibt Marquez selbst auch einer neuen Mentalität bei sich und seinem Team zu.

"Letzten Endes gibt nicht die eine Sache, die ich geändert habe und auf die sich diese Steigerung zurückführen lässt", erklärt er 'Motorsport.com'. "Das hängt mit vielen verschiedenen Dingen zusammen. Jeder im Team ist jetzt ruhiger, wir haben unsere Routinen und das gibt mir das Selbstvertrauen, das ich gebraucht habe. Nicht den Druck, sondern das Selbstvertrauen zu sagen, du kannst das, du hast das Talent."

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Alex Marquez feierte in der Moto2 zuletzt selbst einige Erfolge, hier am Sachsenring

Alex Marquez feierte in der Moto2 zuletzt selbst einige Erfolge, hier am Sachsenring <span class="copyright">LAT</span>
Alex Marquez feierte in der Moto2 zuletzt selbst einige Erfolge, hier am Sachsenring LAT

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Das schlug sich zuletzt in insgesamt vier Siegen nieder. Verantwortlich für die starke Rennpace ist auch eine neue Herangehensweise in den Trainings, wie Marquez verrät: "In der Art und Weise, wie wir ein Rennwochenende angehen, sind wir cleverer geworden. In manchen Freien Trainings sind wir auf Platz zehn, elf oder vielleicht acht. Aber wenn es um den Rhythmus angeht, gehören wir zu den Besten."

"Natürlich haben wir trotzdem ein Auge darauf, dass wir es unter die Top 14 schaffen, um direkt in Q2 einzuziehen. Aber gleichzeitig arbeiten wir intensiv mit den Reifen, um zu sehen, wie haltbar sie sind und uns bestmöglich auf das Rennen vorzubereiten." Ist Marquez damit dem Beispiel seines älteren Bruders Marc gefolgt, der an den MotoGP-Wochenenden eine ganz ähnliche Strategie verfolgt?

Moto2-Marquez weiß: "Er ist natürlich ein sehr gutes Vorbild, nicht nur für mich, sondern für jeden. Weil er die Situation im Griff hat. Er verliert nicht die Nerven, wenn es darum geht, eine schnelle Runde für den Q2-Einzug zu machen. Er hat es unter Kontrolle. Aber all das hängt immer sehr vom Fahrer und seiner Technik ab." Der jüngere Marquez vertraut dabei auch auf sein Umfeld.

"David (Garcia, Chefmechaniker; Anm. d. R.) ist zum Beispiel neu im Team dieses Jahr. Er gibt mir das Selbstvertrauen und die Ruhe, um zu sagen: 'Ok, wenn wir Zehnter sind, dann sind wir Zehnter. Wir sind in Reichweite, keine Sorge. Bleib ruhig und dann werden wir sehen, was passiert. Wir arbeiten auf das Rennen hin.' Und genau das ist es, was man braucht, um da zu sein, wenn es darauf ankommt", betont Marquez.

Mit Bildmaterial von LAT.

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